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Hypotheken im Alter

«Banken setzen Pensionierte mit der Kündigung der Hypothek unter Druck». Schlagzeilen, die in jüngster Zeit bei so manchen Online-Portalen zu lesen waren.

Ist die Finma von neuem aktiv geworden? Dieser Artikel gibt Antworten und Einblick in das medial Aufsehen erregende Thema – «Pensionierung und Hypotheken für selbstgenutztes Wohneigentum».

Inhaltsübersicht

Unscharf gehaltene Informationen verunsichern und können zu Fehlhandlungen führen, für Kreditnehmer durchaus mit unerfreulichen Auswirkungen.

Motive erkennen – «Drohender Hausverkauf»

Im Sommer hat die Schweizerische Nationalbank erneut vor Risiken bei Hypotheken gewarnt. Mit zeitlicher Verzögerung war es dann wieder da: «Tragbarkeitslücke bei Pensionierung» war zu lesen.

Die Verlagshäuser publizieren auf ihren News-Portalen Artikel auf Basis von erhaltenen Medienmitteilungen. Eine möglich Quelle der Herkunft: Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 3 GwG (Finma) – nämlich Personen, die Vermögenswerte helfen anzulegen.

Aufmerksame Leser erkennen in den Artikeln ein wiederkehrendes, aufbauendes Schema: Schwierigkeiten hervorheben (bevorstehende Pension) und Lösungen in Form einer Pensionsierungsplanung. Was sind mögliche Motive? Durchaus denkbar, beim Leser eine monetäre Handlung auszulösen: Beratung, als auch eine Bestandeshypothek abzulösen.

Mindestanforderungen bei Hypothekenfinanzierungen

Die Tragbarkeitsrechnung wird des Öftern mit den seit 2014 verschärften Finma-Regulierungen in Zusammenhang gebracht – was jedoch abschliessend nicht korrekt ist.

Die Tragbarkeit im Allgemeinen, die Tragbarkeit im Pensionierungsfall im Besonderen, steht jedoch nicht in direkter Verbindung mit den Mindesanforderungen der Finma. Indessen wird gerne die Tragbarkeit als möglicher Fallstrick zitiert.

Prüfung und Bewertung von Hypotheken

Tragbarkeitsberechnung

Die Tragbarkeitsprüfung sagt aus: Einnahmen und Ausgaben müssen mittelfristig und mit angemessener Wahrscheinlichkeit eintreten. Eine bevorstehende Pensionierung verändert fraglos die Einkommenssituation.

Unscharf ist eine pauschale Aussage wie: «Die Gesamtkosten dürfen ein Drittel des Einkommens nicht übersteigen».

Die «Ein-Drittel-Regelung» ist ein Grundlagenkriterium, festgehalten durch die Banken selbst.

Kalkulatorischer Zinssatz

Ebenso verhält es sich mit dem kalkulatorsichen Zinssatz. Der genaue Wert wird nicht vom staatlichen Regulator vorgegeben. Eine Bandbreite von 4,5 bis 5 Prozent ist die Regel.

Nebenkosten

Zur Tragbarkeitsberechnung werden die Nebenkosten hinzugezogen. Auch hier das identische Spiel – fast ausnahmslos wird von der «1-Prozent-Regelung» geschrieben.

Der Wert wird nicht vom Regulator vorgegeben und ebenso ist eine Anwendungsbandbreite zwischen 0,5 und 1  Prozent möglich.

Kreditenscheid – vielfältiger Kriterienkatalog

Für den Kreditenscheid wenden die Banken einen breiten Kriterienkatalog an – sodann legt das finanzierende Institut die Maximallimiten für das Verhältnis zwischen Lasten und Einnahmen fest.

Kreditwürdigkeit und -fähigkeit

Bei der Beurteilung einer Verlängerung oder Erhöhung der Hypothek, beispielsweise für eine Renovation, wird die Würdigkeit und Fähigkeit angemessen einbezogen.

Es versteht sich von selbst, die ablösende Bank kann auf dieses Kriterium nicht vollumfänglich zugreifen – Sie gelten als Neukunde. Eine Ablösung der Hypothek sollte insbesondere bei Kreditnehmern ab 55 Jahre klar zurückhaltend ins Auge gefasst werden.

Wie nun vorgehen?

Lassen Sie sich von den Online-Berichten nicht in die Ecke drängen. Auf ein Gespräch mit Finanz- und Geldberatern ist zu Beginn nicht ratsam.

Sie kennen bestens Ihre Lebens- und Finanzsituation. Angereichert mit den nachfolgenden Hinweisen kontaktieren Sie Ihren Bankberater.

Bitte lesen Sie weiter auf Seite 2 – «Tipps und Hinweise zum Gespräch».

Patrick Huber 16. Oktober 2018
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Die Revolut App, die Mobile-Only-Bank

50’000 Schweizer Kunden

Das Smartphone Konto von Revolut generiert in der Schweiz reges Interesse. «50’000 Kunden in der Schweiz», so der Revolut-Mitgründer Vlad Yatsenko.

Auch die Schweizer Medien entdecken die Smartphone-Only-Bank und berichten zunehmend über die Banking-App aus England.

Auf digitalmedia.ch gibt es eine Beitragsserie zur Banking-App von Revolut.

CH-IBAN für Schweizer Franken

Vlad Yatsenko war kürzlich Gast und Redner am Digital Festival 2018 in Zürich. Die Handelszeitung hat mit ihm gesprochen – Revolution im Banking, Online-Artikel vom 24. September 2018.

Wann kommt die Schweizer IBAN? Revolut möchte für die Schweizer Kunden bis Ende Jahr die Möglichkeit schaffen, eine persönliche CH-IBAN anzubieten.  Antwortete Vlad Yatsenko auf die Frage der Handelszeitung.

Bis anhin hat Revolut die Absicht mitgeteilt, jedoch stetig ohne Angaben von Terminen. Wird es nun konkret?

Digitalbanking – 24/7 Service-Leistungen

Nutzer und interessierte Beobachter von Revolut kennen die vielfältigen Vorzüge eines echten Digitalbankings – unter anderem die 24/7 Verfügbarkeit von Dienstleistungen.

Kürzlich musste ich eine solche Service-Leistung von Revolut beanspruchen. An einem Samstagnachmittag – wohlgemerkt:

  • Anfrage im App-Chat – in 15 Minuten erledigt.
  • Sperrung einer Kreditkarte – mit einem Klick erledigt, kostenlos.
  • Ersatzbestellung der Kreditkarte – in einer Minute erledigt, kostenlos.
  • Express-Zustellung der Ersatzkreditkarte – zwei Werktage, kostenlos.

Echtes Digitalbanking – Gebühren und Zeit sparen, Möglichkeiten der Digitalisierung auch nutzen:

  • das Konto/die Produkte persönlich verwalten
  • Verarbeitungs-Prozesse selbständig digital anstossen
  • Zeitnahe auf Ereignis reagieren
  • Unabhängigkeit und Einfachheit

Bei Schweizer Retailbanken muss ich je nach Ereignis unterschiedliche Telefonnummern, Öffnungszeiten und Kontaktpersonen kennen und berücksichtigen. Eine zeitaufwendige Arbeit – dennoch bezahlen Kunden hohe Gebühren.

Neulich titelte blick.ch – «Gebühren-Aufschlag bei der Luzerner KB verärgert Kunden», Artikel vom 25. September 2018.

Digitalisierung ist – Reduzieren auf das Wesentliche. Einfachheit. Nutzbringend.

Lesenswert – Digitalbanking Schweiz

Revolut Schweiz im Alltag

Nutzer von Revolut kontaktieren mich gelegentlich für (Support-)Auskünfte. In loser Zeitspanne wiedergebe ich meine gemachten Erfahrungen im Umgang mit Revolut – Tipps, Tricks und News.

Grundsätzliche Funktionseinschränkug

Lässt sich eine Einstellung nicht aktivieren, deaktivieren oder eine Option wird nicht angezeigt, ist eine Ab- und Anmeldung der App der erste Schritt.

Top-up Limite

Zu Beginn gibt es eine Top-up-Limite von täglich maximal 100 bis 200 Franken. Bei regelmässigen Einzahlungen und Nutzung der Mastercard/Visa erhöht sich die Top-up-Limite.

Zahlung Kreditkarte wird abgewiesen

Grundsätzlich prüfen, gibt es ein allgemeine Betriebseinschränkung. Weitere Punkte sind:

  • Ist die Kreditkarte in der App gesperrt?
  • Ist genügend (Konto-)Deckung vorhanden, ist die selbst gesetzte Karten-Limite ausreichend?
  • Sicherheits-Einstellungen prüfen, gegebenenfalls sind Optionen aktiviert/deaktiviert.
  • Es gibt POS, die blockieren Zahlungen bei aktivierter «standordbasierten Sicherheit».

Apple Pay, Google Pay

Revolut unterstützt nun offiziell das mobile Bezahlsystem Google Pay. Apple Pay ist im Vorhabenumfang enthalten, jedoch noch nicht aktiv.

Wechselkurse am Wochenende

Am Wochenende, wenn die Devisenmärkte geschlossen sind, erhebt Revolut auf den Interbankenkurs einen Aufschlag von 0,5 – 2 Prozent. Dies hängt von der jeweiligen Währung ab.


Weiterführende Informationen

  • Bezahlkarten mit NFC – Risiken? – «Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.» Artikel auf digitalmedia.ch vom 1. August 2018.
  • Kartenzahlungen Schweiz – Transaktionsvolumen Debit-/Kreditkarten. Artikel auf digitalmedia.ch vom 31. Juli 2018.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
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Patrick Huber 2. Oktober 2018
unternehmenskredite

Firmenkredite – Geld-Anlage statt Investitionen

«Die Summe der Firmenkredite wuchs nach 2008 praktisch ungebremst weiter und liegt heute rund 40 Prozent über dem Stand von vor der Krise», so die Handelszeitung in ihrem Online-Artikel vom 21. September 2018.

Eine zu allgemeine Bezeichnung wie «Firmenkredite» gibt dem Leser viel Spielraum für Erstinterpretationen wie «Grossunternehmen und KMU investieren in Anlagen, Maschinen, Einrichtungen und Geschäftserweiterungen».

Doch wie setzen sich Firmenkredite zusammen?

Eine differenzierte Betrachtung zeigt, das Wachstum steckt in Hypotheken.

Eine Verfeinerung der Aussage ist auch deshalb von Bedeutung, da sie in Zeiten eines starken Hypotheken-Wachstums und ansteigenden «Leerwohnungsbestands» von allgemeinem Interesse sein kann.

Kreditarten für Unternehmen

Als Quelle meiner detaillierten Betrachtung dient die Datenerhebung der Schweizerischen Nationalbank – «Positionen Bankbilanz der Geschäftsbanken».

Forderungen gegenüber Kunden

«Alle Forderungen, soweit nicht unter einer anderen Position ausgewiesen sowie hypothekarisch gedeckte Forderungen in Form von Kontokorrent-Krediten und Betriebskrediten.»

Hypothekarforderungen

«Direkte und indirekte Grundpfandforderungen in Form von Darlehen gegen Grundpfanddeckung.»

Gesamtmarkt Unternehmenskredite

Im 2010 hat die SNB ein Änderung der Statisik vorgenommen. Aufgrund der besseren Vergleichbarkeit umfasst die Erhebung die Jahre 2011 und 2017.

Datenquelle: data.snb.ch, Unternehmenskredite nach Betriebsgrössen, Kreditbenützung. Zugriff: 24.09.2018.

Marktvolumen

Datenbasis Jahresende. Werte in Millionen Franken.

Unternehmen Oerk Total
Unternehmenskredite insgesamt 337’893 29’046 366’939
– davon «Übrige Kredite» 98’226 27’364 125’590
– davon «Hypothekarkredite» 239’667 1’682 241’349

Gut 71% aller Kredite an Unternehmenskunden (ohne Oerk) sind Hypothekar-Darlehen (Grundpfanddeckung). 2011: 65 Prozent.

Veränderungen 2017 gegenüber 2011

Datenbasis jeweils Jahresende.

Unternehmen Oerk Total
Unternehmenskredite insgesamt +18.0% +42.6% +19.6%
– davon «Übrige Kredite» -1.7% +47.9% +6.1%
– davon «Hypothekarkredite» +28.5% -9.6% +28.1%

Das Wachstum der Kredite an Unternehmen beträgt +18 Prozent. Die Veränderung ist gänzlich der Zunahme an Hypothekarkrediten zurückzuführen.

Interessant ist die starke Zunahme der Kreditvergabe an Oerk (Übrige Kredite): +48% gegenüber 2011.

Links zum Thema

Veränderungen nach Betriebsgrösse Kreditnehmer 2017/2011

Veränderungen reine Unternehmenskunden (ohne Oerk). Datenbasis Jahresende.

Anzahl Mitarbeitende bis 9 10 bis 49 50 bis 249 ab 250
Hypothekarkredite +27.9% +37.1% +25.3% +15.5%
Übrige Kredite -27.2% +7.9% -12.8% +65.7%
– davon gedeckt -1.4% +20.8% -31.8% +77.3%
– davon ungedeckt -42.5% -1.2% +3.6% +60.6%

Hypothekarkredite

Ausnahmslos bei alles Unternehmensgrössen starke Zunahme an Hypothekarkrediten.

Übrige Kredite, Deckung
Auffallend ist der sichtbare Rückgang der Kredite bei Kleinunternehmen: –27.2%, hiervor –42.5% ungedeckte Kredite.

Bei der Kreditvergabe ohne Deckung an Grosskunden zeigen sich die Geschäftsbanken grosszügig, +60.6 Prozent.

Kreditvergabe an Kleinunternehmen
Zunahme Hypothekarkredite, Abnahme Übrige Kredite.

Ein Fachkenner einer Kantonalbank sagt hierzu: «Die Banken sind sehr vorsichtig bei der Vergabe von ungedeckten (Betriebs- und Investitions-)Krediten an KU. Anderseits wollen Kleinunternehmen trotz guter Auslastung nicht gross investieren, da sie nicht wissen, was die Zukunft bringt.»

Kreditgeber nach Bankengruppe und Kreditart

Unternehmenskunden (ohne Oerk): – Volumen per 31.12.2017, – Veränderung 2017/2011. HK = Hypothekarkredite, ÜK = Übrige Kredite.

HK-Volumen 31.12.17 HK Δ 2017/2011 ÜK-Volumen 31.12.17 ÜK Δ 2017/2011
Raiffeisenbanken 29’169 Mio. +72.0% 4’529 Mio. +115.6%
Kantonalbanken 109’764 Mio. +35.4% 28’390 Mio. -3.3%
Grossbanken 53’020 Mio. +3.5% 38’381 Mio. -13.7%
Regionalbanken 24’164 Mio. +22.7% 2’885 Mio. -23.5%

Die Grossbanken halten bei den Übrigen Krediten trotz Rückgang ein Volumen von 38,4 Mrd. Franken. In relativen Zahlen hat die Raiffeisengruppe bei den Firmenkrediten den grössten Zuwachs: +72% Hypothekarkredite, +115.6% Übrige Kredite.

Wofür werden die Hyp-Kredite nun genutzt?

Die Folgerungen sind:

  1. Kauf von Rendite-Liegenschaften – KMU und Grossunternehmen als Treiber für die anhaltende Preisentwicklung im Wohnungsbau und dem Wohneigentum.
  2. Bestandeshypotheken werden infolge Neubewertung zusätzlich belehnt für nicht objektbezogene Finanzierungen: Generierung von Eigenkapital für den Kauf von (weiteren) Immobilien.
Die umfangreiche Analysetabelle «Firmenkredite» ist kostenlos erhältlich im PDF-Format. Gleich hier bestellen (E-Mail).

Weiterführende Informationen

Zweitmeinung

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Patrick Huber 27. September 2018
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Hypothekar-Markt Schweiz – Wachstum und Risiken

«Auch in den kommenden Monaten wird mit positiven Veränderungsraten gerechnet» oder «Hausbesitzer können beruhigt weiterschlafen: Warnungen vor Immobilienblase fast verstummt.» konnte man kürzlich lesen.

Headlines, die den Lesern «alles in Butter» einsuggerieren? Oder die Ruhe vor dem Sturm? Zeit, genauer hinzuschauen. Hypotheken-Markt Schweiz – Gefahren und Risiken.

Ein knackiger Dreiteiler, jetzt abrufbar:

  1. Marktvolumen und -wachstum im ersten Halbjahr 2018
  2. Hoher Leerwohnungsbestand, steigende Objektpreise  – die wundersame Geldvermehrung, so tickt das System
  3. Kantonalbanken – Wachstum hat seinen Preis

Hypotheken der Schweizer Banken

Auch im ersten Halbjahr 2018 kann noch immer ein Bauboom beobachtet werden. Die rege Bautätigkeit wiederspiegelt sich in den Geschäftsvolumen der Schweizer Banken.

  • Zunahme im ersten Halbjahr um 14,5 Mrd. Franken, +1.5% gegenüber 31.12.2017
  • Die Kantonalbanken haben vom Wachstum knapp 49% abgeschöpft
  • Gesamt-Marktvolumen per 6/2018 von 988 Mrd. Franken
  • Marktanteile: Kantonalbanken: 36,9% (+0.2 %P ggü 12/17), Raiffeisenbanken: 17,8% (+0.1 %P)

Die Schweizer Banken halten rund 95 Prozent am Gesamtmarkt. Inklusive Institutionelle und Versicherungen ergibt dies ein Marktvolumen von gut 1’037 Mrd. Franken (persönliche Schätzung).

Inländische Hypotheken, Kreditnutzung – auf einen Blick:

Werte teilweise gerundet, per 30. Juni 2018. Quelle: data.snb.ch

CHF/Mrd. in % Anteil
Martwachstum 1. Hj. 2018
14,5 +1.5%
– Kantonalbanken 7,0 +2.0% 48.7%
– Raiffeisenbanken 3,6 +2.1% 25.0%
– Grossbanken 0,6 +0.2% 4.1%
– Regionalbanken 1,2 +1.2% 7.9%
– Übrige Banken 2,1 +2.3% 14.2%

Mehrjahresvergleich Markt

Bleibt das Ausleihungstempo unverändert, so wird im zweiten Halbjahr die 1’000 Mrd. Franken Grenze überschritten. Dies ergibt ein sattes Plus von 2,9% (2017: +2,7%).

– Marktvolumen in Mrd./CHF (blau) und Zuwachs in % (rot, rechts)

wachstum-hypotheken-banken

© 05.09.18 / patrick.huber@zeitbar.ch

Marktrisiken Hypotheken Schweiz

Geschäftsbanken sprechen zurzeit eher von einer abnehmenden Immobilienblase. Leichter Merkmale wie Rückgang der Arbeitslosenquote, moderate Teuerung und eine Einkommenszunahme wiedergeben jedoch nur eine Seite der Risikobeurteilung, nämlich das Kundenkreditportfolio.

Das bedeutendste Marktrisiko ist nicht ein möglicher Zinsanstieg. Vielmehr sind Wertkorrekturen im Wohnungsbau reale Negativ-Merkmale für den Gesamtmarkt.

Gegenwärtig präsent sind meines Erachtens die Merkmale:

  • Die Projektpipline im Hochbau ist proppenvoll. Auch die Projektierungstätigkeit im Wohnungsbau ist im Mehrjahresvergleich unverändert hoch.
  • Der Leerwohnungsbestand wird auch im 2018 unverändert stark ansteigen. Die Zahlen werden am 12. September 2018 publiziert. Die Credit Suisse schätzt eine Ziffer von 1,6% (2017: 1,45%): 72’000 Leerwohnungen, bei Mietwohnungen liegt die Ziffer bei 2,5 Prozent.
  • Weiterhin zurückhaltende Zuwanderung. Der Wanderungssaldo dürfte sich im 2018 bei 55’000 einpendeln.
  • Entgegen den Prognosen dürfte nach 2017 auch im 2018 die natürlich Bevölkerungsentwicklung (Geburtenüberschuss) rückläufig sein.
  • Der Kanton Zürich meldet erneut einen Rückgang in den Freihandverkäufen (Handänderungsstatistik).
Update – Leerwohnungsziffer 2018: 1.62% (1.45% Vorjahr)
72’294 Leerwohnungen, +13% bzw. +8020 Wohnungen ggü. Vorjahr
Schweizweit höchsten Ziffern im Kt. SO (2.98%) und AG (2.65%)
Quelle: Medienmitteilung Leerwohnungszählung 2018, Bundesamt für Statistik, BFS

«Warnungen vor Immobilienblase fast verstummt»

Schreibt die Raiffeisen Schweiz, Studie «Immobilien Q3/2018». Die Aussage steht unter anderem im Kontext zu den Indikatoren wie:

  • Tiefzinsphase hält noch voraussichtlich bis Ende 2019
  • Preise für Wohneigentum erreichen neue Höchststände

Abnahme des Bevölkerungswachstums (Nachfrage) und Rückgang in den quantitativen Handänderungstransaktionen im Kanton Zürich – dennoch steigen die Objektpreise. Wie ist das möglich?

Bitte weiterlesen auf Seite 2 – «Preisanstiege suggerieren einen intakten Markt».

Patrick Huber 12. September 2018
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Kantonalbank – Halbjahreszahlen 2018

Medienmitteilungen einzelner Kantonalbanken zum ersten Halbjahr 2018: «Erfolgreich entwickelt», «Kerngesund und erfolgreich» – was bedeutet erfolgreich?

Erfolg ist kein eindeutiger Begriff. Ein Beispiel:

  • Positives Halbjahresergebnis (Gewinn), während der betriebliche Erfolg negativ ist (operatives Brutto-Ergebnis).
  • Negatives Halbjahresergebnis (Verlust), während der betriebliche Erfolg positiv ist.

Zahlen unter der Lupe

Ein detaillierter Blick in die publizierten Erfolgsrechnungen der Kantonalbanken und eine mehrjährige Gegenüberstellung grafisch aufbereitet – oft verlässlicher als Momentaufnahmen in Form von Wortspielereien.

Auf digitalmedia.ch einsehbar – letzter Eintrag: 05.09.2018:

Laufend werden Halbjahres-Ergebnisse ausgwählter Kantonalbanken publiziert und den Erfolg mit einer Ampel visualisiert.

Die Marktentwicklung der Hypotheken 2018/1. Halbjahr wird zeitnahe im Anschluss an die Veröffentlichung der Zahlen der SNB publiziert.

Berner Kantonalbank, BEKB

Aufbereitung Halbjahresergebnisse der Berner Kantonalbank im Mehrjahresvergleich 2016 bis 2018 – Veränderungen zur Vorjahresperiode (ER); Veränderungen Hypothekarforderungen per 30. Juni und 31. Dezember.

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Quelle: bekb.ch, Zugriff: 10.08.2018

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Kommentar

Hypotheken: Die Ertragskennzahlen zeigen mehrheitlich eine negative Entwicklung: Die Verrechnung «Veränderung Zinsertrag/Zinsaufwand) zeigt auch im dritten Jahr ein negatives Ergebnis. Im weiteren konnte die BEKB gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger Kreditrückstellungen auflösen.

Tiefere Steuern und Auflösung von Rückstellungen für allgemeine Bankrisiken führen zu einer positiven Entwicklung.

Datenquelle

bekb.ch – Semesterergebnis 2018, Medienmitteilung vom 10.08.2018

Basellandschaftliche Kantonalbank, BLKB

Aufbereitung Halbjahresergebnisse der Basellandschaftlichen Kantonalbank im Mehrjahresvergleich 2016 bis 2018 – Veränderungen zur Vorjahresperiode (ER); Veränderungen Hypothekarforderungen per 30. Juni und 31. Dezember.

blkb-hypotheken

Quelle: blkb.ch, Zugriff: 10.08.2018

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Kommentar

Hypotheken: Die Verrechnung «Veränderung Zinsertrag/Zinsaufwand) ist auch im zweiten Jahr negativ. Wertschriften und Handel: Währungsabsicherungen sind weniger gefragt.

Aufwertung einer Beteiligung kompensiert die negative Entwicklung des Geschäftserfolgs und führt insgesamt zu einer ausgeglichenen Entwicklung.

Datenquelle

blkb.ch – Erfreuliches erstes Halbjahr, Medienmitteilung vom 17.07.2018

Basler Kantonalbank, BKB

Aufbereitung Halbjahresergebnisse der Basler Kantonalbank (Stammhaus) im Mehrjahresvergleich 2016 bis 2018 – Veränderungen zur Vorjahresperiode (ER); Veränderungen Hypothekarforderungen per 30. Juni und 31. Dezember.

bkb-hypotheken

Quelle: bkb.ch, Zugriff: 10.08.2018

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Kommentar

Hypotheken: Der Rückgang im Zinsauwand ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich tiefer ausgefallen. Wertschriften und Handel: Die Börsen tendieren seitwärts, Fremdwährungs-Absicherungen sind deutlich zurückgegangen.

Gegenüber dem Vorjahr liegt der Geschäftserfolg um -6.1 Prozent zurück. Eine Veräusserung einer Beteiligung führt schliesslich zu einer positiven Entwicklung des Halbjahresgewinns.

Datenquelle

bkb.ch – Basler Kantonalbank auf Kurs, Medienmitteilung vom 02.08.2018

Die Grafiktabellen der aufgeführten Kantonalbanken sind kompakt im PDF-Format verfügbar. Gleich hier bestellen (E-Mail).

Aargauische Kantonalbank, AKB

Aufbereitung Halbjahresergebnisse der Aargauischen Kantonalbank im Mehrjahresvergleich 2016 bis 2018 – Veränderungen zur Vorjahresperiode (ER); Veränderungen Hypothekarforderungen per 30. Juni und 31. Dezember.

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Quelle: akb.ch, Zugriff: 10.08.2018

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Kommentar

Die AKB hat per 30.06.2018 ihre Verbuchungsmethode verändert: Der Erfolg aus Fremdwährungs-Absicherungsgeschäften wird nicht mehr im Handels-, sondern im Zinserfolg abgebildet. In der Tabelle sind die Werte entsprechend angepasst.

Überdurchschnittlich hohes Wachstum im Hypotheken-Geschäft – Leerwohnungsbestand im Kanton Aargau 2018: rekordhohe Zunahme von +15.2% ggü. 2017.

Gegenüber Vorjahr höhere Zuweisung (+22.2%) von Reserven für allgemeine Bankrisiken.

Datenquelle

akb.ch – Aargauische Kantonalbank erzielt erfreuliches Zwischenergebnis, Medienmitteilung vom 09.08.2018

St. Galler Kantonalbank, SGKB

Aufbereitung Halbjahresergebnisse der St. Galler Kantonalbank im Mehrjahresvergleich 2016 bis 2018 – Veränderungen zur Vorjahresperiode (ER); Veränderungen Hypothekarforderungen per 30. Juni und 31. Dezember.

sgkb-hypotheken

Quelle: sgkb.ch, Zugriff: 05.09.2018

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Kommentar

Hypotheken: Die negative Veränderung des Brutto-Erfolgs setzt sich fort. Der Rückgang im Zinsertrag ist im Verhältnis zu den Vorjahren deutlich höher ausgefallen. Verrechnung Zinsertrag mit Zinsaufwand ist erstmalig negativ. Wertschriften und Handel: Starkes Plus im Wertschriften- und Anlagegeschäft. Rückgang Fremdwährungs-Absicherungen wiedergeben die negative Entwicklung im Handelsgeschäft.

Ein ausserordentlicher Ertrag ermöglicht im Verhältnis zur Vergleichsperiode einen positiven Halbjahresgewinn.

Datenquelle

sgkb.ch – St. Galler Kantonalbank wächst und investiert, Medienmitteilung vom 15.08.2018

Thurgauer Kantonalbank, TKB

Aufbereitung Halbjahresergebnisse der Thurgauer Kantonalbank im Mehrjahresvergleich 2016 bis 2018 – Veränderungen zur Vorjahresperiode (ER); Veränderungen Hypothekarforderungen per 30. Juni und 31. Dezember.

tkb-hypotheken

Quelle: tkb.ch, Zugriff: 05.09.2018

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Kommentar

Hypotheken: Das Wachstum der Ausleihungen hat sich sichtbar verlangsamt. Tiefere Kreditrückstellungen ermöglichen im Vergleich zum Brutto-Erfolg einen deutlich höheren Netto-Erfolg. Wertschriften und Handel: Die Erträge im Wertschriften- und Anlagegeschäft haben ein sattes Plus.

Die Thurgauer Kantonalbank präsentiert ein solides Ergebnis. Insgesamt durchwegs positive Entwicklungen im Vergleich zu den Vorjahren und anderen Kantonalbanken.

Datenquelle

tkb.ch – Gutes Halbjahr für die Thurgauer Kantonalbank, Medienmitteilung vom 21.08.2018

Luzerner Kantonalbank, LUKB

Aufbereitung Halbjahresergebnisse der Luzerner Kantonalbank im Mehrjahresvergleich 2016 bis 2018 – Veränderungen zur Vorjahresperiode (ER); Veränderungen Hypothekarforderungen per 30. Juni und 31. Dezember.

lukb-hypotheken

Quelle: lukb.ch, Zugriff: 05.09.2018

Klicke auf das Bild um die Darstellung zu vergrössern.

Kommentar

Hypotheken: Überdurchschnittlich hohes Wachstum in den Ausleihungen von +3.9 Prozent. Dennoch, Wachstum belastet: Negative Entwicklung im Brutto- und Netto-Erfolg. Wertschriften und Handel: Wachstum im indifferenten Geschäft setzt sich gegenüber dem Vorjahr fort.

Der Halbjahrsgewinn mit +3.8% ist gegenüber 6/2018 deutlich tiefer ausgefallen.

Datenquelle

lukb.ch – Halbjahresergebnis 2018, Medienmitteilung vom 21.08.2018


Weiterführende Informationen

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Patrick Huber 5. September 2018
nfc-kartezahlung-sicherheit

NFC-Bezahlkarten – Risiken?

«NFC-Karten: So einfach kann man Sie heute beklauen», titelte das Online-Portal nau.ch am 30. Juli 2018.

Das Thema der Sicherheit ist berechtigt, inhaltlich allerdings eher gering zielführend. Nicht der Datendiebstahl ist das vermeintliche Risiko, vielmehr das PIN-freie Bezahlen lässt ein Missbrauchspotential zu.

Kartenzahlung bei Diebstahl

Das kontaktlose Bezahlen entspricht vergleichsweise den Risiken einer Karte ohne NFC-Funktion. Datenklau und das Abfangen einer kontaktlosen Zahlung ist nicht unmöglich, jedoch meines Erachtens im Schweizer Alltag vernachlässigbar. Die Gefahr eines Skimming-Betrugs ist beispielsweise um ein Vielfaches höher.

PIN-freies Bezahlen – Risiken bei Verlust

Bei Verlust der Kredit-/Debitkarte mit NFC-Funktion ist das Bezahlen bis zur Sperrung durch Drittpersonen unbeschränkt möglich.

Doch wie ist die Haftung bei Missbrauch? Banken schreiben in ihren AGB: «Sofern Sie sämtliche Sorgfalts- und Mitwirkungspflichten gemäss AGB eingehalten haben, haften Sie nicht für allfällige durch Dritte missbräuchlich gemachte Transaktionen».

Was tun bei einem Verlust?

Geht die Maestrokarte, Mastercard oder Visa verloren und es werden missbräuchliche Transaktionen gemacht, erstatten Sie bei der Polizei ergänzend zur Bankmeldung eine Anzeige. Mit dem Gang zur Polizei rechtfertigen Sie gegenüber der Bank die missbräuchlichen Transaktionen durch Dritte.

Deaktivierung NFC – Sinn oder Unsinn?

«Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.» (Bertrand Russell).

Alufolie um die Karte wickeln oder ein spezielles Karten-Etui zu kaufen ist ebenso Schwachsin wie die NFC-Funktion grundsätzlich zu deaktiveren, sage ich ungezwungen.

Wäre da nicht das Defizit der Kantonal- und Regionalbanken in Sachen Möglichkeiten der Digitalisierung. Für ein situatives Aus- und Einschalten der NFC-Funktion muss der Karteninhaber stets seine Bank bemühen oder einen bankeigenen Automaten aufsuchen.

NFC-fähige Kredit-/Debitkarten und Anteil am Transaktionsvolumen. Informative Grafiken – aufbereitet von digitalmedia.ch

Eigenständige Kredit-/Debitkarten-Verwaltung – Fehlanzeige

Digitalisierungs-Offensive der Schweizer Banken. Bis auf bunte Apps und tollen Webdesigns ist funktionell bei den Kunden nicht viel angekommen.

Temporäre Sperrung, Limitenbeschränkung, Geoblocking etc. – der Kunde muss nach wie vor die Bank telefonisch oder schriftlich bemühen. Gut, es gibt Banken, die haben im Kundenportal ein Formular bereitgestellt. Verständnis Digitalbanking im Jahr 2018.

Digitalbanking bei Schweizer Kantonal- und Regionalbanken. Eine Beitragsserie von digitamedia.ch

MasterCard von Revolut – spielend einfach und sicher

Bei Schweizer Retailbanken unbekannt, bei Revolut Gegenwart: Die Kreditkarte/n jederzeit und rund um die Uhr selbständig und zeitnahe bewirtschaften. Hotline-Nummern auswendig lernen und kennen, Anrufe an Call-Center, Kennen von Öffnungszeiten etc. sind passé.

Die Funktionen beziehen sich auf die physische Kreditkarte. Die Möglichkeiten sind selbsterklärend und lässig mit einem Finger-Wish zu bedienen.

Im Funktionsumfang – Maximalvariante, unterscheiden sich nach Kartentyp (physisch, virtuell):

  • Karte (temporär) sperren
  • Karten-Passwort wechseln
  • Limite setzen
  • Geoblocking, einfachste Lösung, statt x-Länder zu bewirtschaften
  • NFC ein-/ausschalten
  • Bargeldbezug sperren
  • Zahlungen E-Commerce ein-/ausschalten

Ein weiterer starker Pluspunkt von Revolut: Jede Buchung wird auf dem Smartphone zeitnahe mit einer Push-Benachrichtigung angezeigt.

Revolut im Schweizer-Alltag. Eine Beitragsserie von digitamedia.ch

Sicherheit beschränkt sich nicht auf AGB der Banken

Sicherheit im Umgang mit Bezahlkarten ist letzten Endes eine Sache des Karteninhabers. Gleichwohl haben Banken und Kartenherausgeber in der Nutzung eine hohe Mitwirkungspflicht. Revolut zeigt eindrücklich wie modernes Digitalbanking geht – nutzbringende Funktionen im und für den Alltag.

Sie sorgen sich trotz allem um die Sicherheit? Kontaktieren Sie Ihre Bank und fragen Sie nach der Haftung und den Möglichkeiten einer (temporären) Deaktivierung. Wie hat Ihre Bank reagiert, was waren die Antworten? Lassen Sie uns teilhaben.


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Patrick Huber 13. August 2018

Kartenzahlungen Schweiz – Transaktionsvolumen und NFC

Kredit-/Debitkarten Transaktionsvolumen Schweiz

nfc-karten-transaktionsvolumen

© 22.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch

Das Transaktionsvolumen mit Debitkarten im stationären Handel liegt im 2017 bei über 750 Mio. Buchungen. Der Anteil an NFC-Bezahlungen beträgt 12 Prozent.

Der Anteil NFC am Transaktionsvolumen bei Kreditkarten ist deutlich höher, nämlich 35 Prozent.

NCF-fähige Karten in der Schweiz

nfc-karten-volumen

© 22.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch

Im 2017 sind über 94% aller Kreditkarten mit der NFC-Funktion ausgestattet. Bei den Debitkarten liegt der Anteil bei knapp 51%.

Die Verbreitung der Kontaktlos-Funktion bei Debitkarten hat gegenüber den Kreditkarten erst später begonnen. Die Maestro-Karte von Raiffeisen besitzt Stand heute weiterhin keine NFC-Funktion.

Patrick Huber 13. August 2018
internet-mobbing

Mobbing im Internet – Schattenseite der Digitalisierung

Im Internet wird gelebt, gearbeitet, gelernt, informiert und vieles mehr. Wir verbringen einen immer grösseren Teil der Zeit online. Reale Welten verbinden sich mit der Virtualität. Mobbing verlagert sich vom Arbeitsplatz, Pausenplatz und Stammtisch in die virtuelle Welt.

Beschimpfungen, Beleidigungen, Drohungen – Hass und Hetze (Hatespeech) sind verbreitet, jedoch oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Cybermobbing. Die Rückseite der Digitalisierungs-Medaille. Wir sind aufgefordert, wachsam zu sein.

Ein Gespräch mit Jolanda Spiess-Hegglin

Cybermobbing ist nicht – wie oft angenommen – einzig und allein eine Angelegenheit der Jugend. Verschiedene Altersgruppen unterscheiden sich lediglich in der Anwendung der Medien.

Patrick Huber, Jolanda Spiess-Hegglin. 13. Juli 2018, Restaurant Intermezzo in Zug.

Jolanda Spiess-Hegglin engagiert sich im Verein #NetzCourage – the hatespeech ambulance. Ich habe Jolanda persönlich getroffen, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren.

NetzCourage – wer seid ihr, was macht ihr?

Im Oktober 2016 gründeten wir den Verein #NetzCourage – the hatespeech ambulance. Ein Verein, welcher einerseits als Instrument dienen soll, den Internet-Hass in der Öffentlichkeit zu thematisieren, andererseits aber vor allem betroffenen Menschen Hilfe anbietet. Sei dies nun Hilfe bei juristischen Schritten, persönlichen Gesprächen oder durch generellen Rat im Umgang mit Shitstorms.

«Netzcourage hilft und unterstützt Menschen in Situationen der Onlinewelt, in welchen sie allein nicht weiterkommen.»

Hatespeech – Jungendliche und ältere Erwachsene bedienen sich an unterschiedlichen Medien, wie ist das zu verstehen?

Cybermobbing findet bei Jugendlichen grösstenteil in Instant-Messaging-Anwendungen, wie WhatsApp, statt. Damit bewegen sie sich in geschlossenen Gruppen, deren Austausch für Aussenstehende oft nicht erkennbar ist.

Erwachsene nutzen die Online-Kommunikation in den sozialen Medien, hauptsächlich Facebook. Hier sind (Hass-)Kommentare, Beleidigungen oder Anfeindungen gegenüber Personen für fast alle anderen Social Media User einsehbar.

Gibt es weitere Unterscheidungsmerkmale – alt/jung?

Ja, bei den Jugendlichen geht es oft um die Blossstellung von Einzelpersonen. Auch mit dem Ziel der bewussten Weiterverbreitung innerhalb der Gruppe.

Erwachsene wählen hingegen für ihre Hasstiraden geziehlt eine Person, stellvertretend für eine bestimmte Gruppe. Dies bewusst vor grossem Publikum und mit dem Ziel, Sympathisanten zu einem bestimmten Verhalten zu mobilisieren.

Werden Jugendliche auf ihre Vergehen angesprochen oder gar polizeilich zur Sprache gebracht, zeigen sie meist Einsicht. Ein Gespräch aller Beteiligten bringt Geschehenes zum Abschluss, sehr oft ohne polizeiliche Anzeige.

Erwachsene Hater sind in ihrem Verhalten in einer ersten Phase in Sachen Einsicht und Reue vielfach resistent. Kommen Hasstiraden zur Anzeige, endet dies fast immer vor dem Staatsanwalt. Erst im Beisein dieser Autoritätsperson kann ein vernünftiges Gespräch stattfinden; in fast allen Fällen folgt dann jedoch eine Entschuldigung. Dies ist der Moment, in welchem #NetzCourage die Anzeige zurückzieht und den Täter zum Kaffee einlädt. Wir stellen fest, dass diese Vorgehensweise weitaus nachhaltiger ist als eine Abhandlung nach Paragrafen vor Gericht. Fast ausnahmslos haben solche Täter danach mit ihrer Hetze aufgehört, der Hass wird weniger.

Links zum Thema

  • #NetzCourage ist ein Verein nach Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (SR 210; abgekürzt ZGB) mit Sitz in CH-6317 Oberwil bei Zug.
  • Website von #NetzCourage
  • #NetzCourage auf Twitter
  • schaugenau.ch – Informationsplattform der Stadtpolizei Zürich zur Nutzung von digitalen Medien.

Sind Fortschritte erkennbar, wie verhalten sich die Medien?

Die klassischen Online-Medien haben in Sachen Hass-Kommentare teilweise Fortschritte erziehlt. So öffnet beispielsweise die NZZ die Kommentar-Funktion ausschliesslich themen-situativ und die Teilnahme wird aktiv begleitet. Blick und 20 Minuten allerdings haben die Debattenkultur noch nicht im Griff. Die Kommentare werden zu wenig aussortiert und überwacht. Beschimpfungen und Aufrufe zur Gewalt dürften meiner Meinung nach im Jahr 2018 in Kommentarspalten und Facebookdiskussionen von grossen Medienhäusern nicht mehr vorkommen.

Die Bemühungen von Facebook in Sachen Hatespeech wird oft unterschätzt. Wir haben durchaus positive Erfahrungen gemacht. Nicht zuletzt auch durch unser Engagement werden Kommentare gelöscht und Hater (vorübergehend) gesperrt.

Ich beobachte eine ausufernde Diskussion. Wie soll ich mich verhalten?

Nicht wegschauen! Wenn es zu persönlichen Beleidigungen, Hetze und Blossstellungen kommt, gilt: Kein langes Zuwarten, den/die Beteiligten ansprechen und eine klare Haltung gegenüber Cybermobbing aussenden.  Falls Grenzen überschritten werden, Fachstelle hinzuziehen und Beweise sicherstellen.


Lesen Sie auch auf digitalmedia.ch

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Patrick Huber 13. August 2018
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Der Zeit voraus – Revolut, Aldi Mobile

«Menschen sind ihrer Zeit voraus, wenn sie (…) einfache Lösungen für drängende Fragen aufzeigen», titelte die Sendung «Kulturplatz» SRF im 2016.

Es gibt zahlreiche Produkte die der Zeit voraus sind. Auf meinem Blog digitalmedia.ch versuche ich frühzeitig auf nutzbringende Innovationen hinzuweisen.

Gebührenvergleiche – Jährlich grüsst das Murmeltier

Gebührenvergleichsportale und Online-Medien berichten wiederkehrend von möglichen Produktalternativen mit dem Ziel, Gebühren zu sparen.

Abermals Produkte und Gebühren zu vergleichen ist mühsam und zeitaufwendig. Verlorene Lebenszeit. Warum nicht gleich von Beginn auf das passende Produkt setzen?

Ob Gebühren sparen beim Telefonieren oder Geldausgeben – Leser von digitalmedia.ch erfahren Trends mit Mehrwert. Der Zeit voraus. Zwei Beispiele:

Schweizer Kreditkartengebühren

Anfang Juli 2018 hat moneyland.ch passend zur Sommerzeit die Gebühren-Analyse 2018 publiziert. Im Fokus stehen die Kreditkarten von Mastercard und Visa von Schweizer Herausgebern (Issuer) wie Swisscard, Viseca, CornèrCard.

784 Wörter beziehungsweise gut 5’300 Zeichen umfasst die Mitteilung vom 4. Juli 2018. Der tatsächliche Detailvergleich ist da noch nicht mitgezählt.

Revolut

Seit Sommer 2017 nutze ich für den Einkauf in Fremdwährungen (online und stationär) ausschliesslich die Mastercard von Revolut. Auch der Bargeldbezug decke ich mit der Mastercard ab.

Im ersten Jahr habe ich im Vergleich zu einer Viseca-Karte eine Einsparung von gut 700 Franken.

Anwendungszweck, Gebühren und wie Revolut funktioniert ist auf diesem Blog beschrieben, Erfahrungskommentare von Revolut-Nutzern inklusive.

Die Beitragsserie «Revolut im Alltag»

Revolut umfasst Einfachheit – mögliche Gebühren lassen sich an einer Hand abzählen und bietet wegweisende Funktionen in Sachen Sicherheit und Usability.

Digitalisierung soll Einfachheit bieten und somit ein Gewinn an Lebenszeit ermöglichen. Revolut ist ein solches Finanzprodukt, so meine persönliche Anwendungserfahrung. Kleingedrucktes, Vergleiche, Kalkulationen – Nein Danke. Unterstützendes – Ja Gerne.

Prepaid Aldi Mobile oder Flatrate?

«Das Zeitalter der teuren Flatrate-Abos ist vorbei», schreibt comparis.ch in ihrer Medienmitteilung vom 21. Juni 2018.

Das Prepaid Angebot von Aldi Schweiz wird im Kosten-Vergleich unter anderem als Gewinner aufgelistet. Leser von digitalmedia.ch kennen seit 2016 die Vorzüge von Aldi Mobile Prepaid.

Artikel zum Thema

Fazit I aus meinem Gebühren-Vergleich 2016
Erstaunlich, dass ein Kunde bereit ist, jährlich 565 Franken mehr zu bezahlen und dies noch bei einer deutlichen Leistungseinschränkung der Surfgeschwindigkeit.

Telefonieren über WhatsApp

«Schweizer telefonieren mehr über WhatsApp als mit dem Festnetz», so zahlreiche Online-Medien im Juni 2018.

Überrascht nicht – meine Prognose zum künftigen Nutzungsverhalten lautete im 2016:

Fazit II
Die klassische Telefonie wird noch unbedeutender.

Das richtige Handy-Abonnement

Bevor Sie nach Angeboten von Swisscom, Sunrise, Salt und Co. surfen und unzählige Gebührenvergleiche anschauen – Was ist Ihr ehrliches Wunsch-Nutzungsverhalten?

Mehrheitlich richtet der Kunden sein Nutzungsverhalten nach den Tarifen. Das bedeudet: Mehr Volumen, mehr mobiles Surfen, mehr Zeitbedarf.

Probieren Sie es mit einem Tarif-Downsizing. Ihr Gewinn: Mehr Geld und mehr Zeit für Freizeit.


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Patrick Huber 13. August 2018
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Android USB-Tethering mit macOS

(IT-)Support aus dem Alltag. Eine neue Artikel-Serie auf digitalmedia.ch – aus der Praxis und persönlich verwendet.

Android und macOS – eine oft gut funktionierende Zweckgemeinschaft

Bereits vor vielen Jahren habe ich mich aus der Welt der iPhones verabschiedet. Die Android-Technologie ist für meine mobilen Alltags-Bedürfnisse mehr als ausreichend. Der einmalige Datenumzug iOS zu Android war dazumal etwas knifflig; Das proprietäre System von Apple war und ist merklich spürbar. Heute gibt es für den Wechsel tolle Tools, die im Internet frei verfübar sind.

Weiterhin nutze ich meine macOS basierenden Computer – Desktop und Notebook. Der gegenseitige Datenaustausch macOS und Android ist mittels Cloud zeitnahe und vollständig. Und gibt es in Sachen Kommunitionschnittstelle Probleme, so gibt auf fast alle Einschränkungen gute Workarounds. So kürzlich bei mir geschehen.

Android USB-Tethering mit macOS nutzen

Kürzlich war ich mit meinem MacBook unterwegs. Die WLAN-Verbindung war alles andere als stabil. Das Signal ist gut, denn mein Smartphone hatte eine einwandfreie Verbindung. Die Ursache liegt wohl eher an der WLAN-Hardware an meinem Mac.

Kein Problem, Tethering hilft weiter – wenn Mac-Nutzer ein iPhone besitzen. Wie ist das Verhalten mit einem Android-Smartphone und einem Mac?

Die Verbindung zwischen macOS und einem Android-Smartphone hingegen ist nicht kompatibel, musste ich feststellen. Genauer gesagt, der Mac lässt keine Netzwerk-Verbindung zu: Apple nutzt für die USB-Verbindungsfreigabe ein anderes Protokoll.

Lösung – Open-Source Treiber für macOS

Offensichtlich gibt es Anwender mit gleicher Konstellation und somit identischer Einschränkung. So auch Joshua Wise. Er hat ein entsprechendes Protokoll entwickelt und ist im Internet für den Download frei verfübar.

Sein Entwicklung ist keine Eintagsfliege. Das Protokoll wird laufend weitergepflegt und liegt nun vor im Release 8 – Unterstützung macOS 10.11 (El Capitan) und 10.12 (Sierra).

Der Entwickler beschreibt sein Protokoll wie folgt: «HoRNDIS» (pronounce: “horrendous”) is a driver for Mac OS X that allows you to use your Android phone’s native USB tethering mode to get Internet access.

Direktlink mit Installationsanleitung: HoRNDIS

Installation auf einem MacBook Air

Die Installation ist einfach und vom Entwickler passend beschrieben. Ergänzen möchte ich meine persönlichen Erfahrungen.

Auf meinem Apple MacBook Air mit OS X Yosemite (10.10) habe ich die neuste Version 8 des Protokolls installiert.

Nach erfolgter Installation ist an und für sich kein Mac-Neustart notwendig. Vorsorglich habe ich den Mac trotzdem neu gestartet.

In den System-Einstellungen unter Netzwerk die WLAN-Funktion deaktiveren/ausschalten und mit dem USB-Kabel das Smartphone mit dem MacBook verbinden. Vorgängig ist im Smartphone das USB-Tethering aktiveren.

So, die Internet-Verbindung sollte jetzt über USB funktionieren. Leider noch ohne Erfolg. In den Netzwerk-Einstellungen wird mir nichts angezeigt.

Stolperstein «Android File Transfer»

Sobald ich das Smartphone (Android 8.0.0) mit dem Mac verbinde, wird auf meinem Mac die installierte Android File Transfer Software geöffnet. Ist die Transfer Software aktiv, blockiert der Mac die Erkennung der USB-Tethering-Funktion.

Lösung des Problems: Löschen der Software. Dies gilt übrigens auch für die Transfer-Software «Kies» von Samsung.

Persönliche Erfahrung

Mein MacBook Air ist Jahrgang 2012. Den defekten WLAN-Empfänger werde nicht reparieren lassen. HoRNDIS ist eine bestens funktionierende Lösung – ob unterwegs oder von zuhause.

usb-tethering-android

Und es funktioniert – USB-Tethering ab einem Sony Xperia mit Android 8.0.0

Deinstallation

Sollte HoRNDIS nicht mehr benötigt werden, liefert der Entwickler gleich die Anleitung zur Deinstallation mit:

Im Finder-Fenster die Option «Gehe zu Ordner» auswählen und den folgenden Pfad eingeben:
/System/Library/Extensions. Die Datei HoRNDIS.kext in den Papierkorb verschieben und den Mac neu starten.

Patrick Huber 30. Mai 2018