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Kredit-/Debitkarten Schweiz

17,5 Millionen Kredit- und Debitkarten

Über 17,5 Millionen Kredit- und Debitkarten sind laut der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in der Schweiz im Umlauf. Das ist eine Erhöhung aktiver Maestro-, Mastercard- und Visakarten um +2.8% gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl der Karten-Transaktionen hat im 2018 einen Höchststand erreicht: Über eine Milliarde Transaktionen wurden letztes Jahr im stationären Handel mit der Kredit- oder Debitkarte getätigt.

Artikelinhalt

Kredit- und Debitkarten in der Schweiz

Inländische Kredit- und Debitkarten. Präsenz-Zahlungen im Inland. Datenstand: 31.12.2018 – data.snb.ch

Debitkarten Kreditkarten
Karten im Umlauf 10,6 Mio. 6,9 Mio.
– Veränderung ggü VJ +1.3% +5.1%
Transaktionen 882 Mio. 203 Mio.
– Veränderung ggü VJ +14.3% +13.9%
∅-Betrag pro Transaktion 53 CHF 83 CHF

Die aktiven Kreditkarten haben sich gegenüber dem Vorjahr um +5.1% erhöht. Das Volumen liegt bei 203 Millionen Transaktionen.

Die Debitkarte ist weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel. Auch Kleinbeträge unter 20 Franken werden vermehrt mit der Debitkarte bezahlt; die NFC-Funktion begünstigt postiv das Verhalten. Der durchschnittliche Transaktionsbetrag liegt dementsprechend deutlich tiefer.

Betragshöhe, Zahlungsort und Zahlungssituation (stationärer Handel oder Einkauf im Internet) spielen eine wesentliche Rolle bei der Wahl des Zahlungsmittels.

Kontaktloses Bezahlen NFC im stationären Handel

Inländische Kredit- und Debitkarten. Präsenz-Zahlungen im Inland. Datenstand: 31.12.2018 – data.snb.ch

Debitkarten Kreditkarten
NFC-fähig 70.7% 95.3%
Anteil am Trx-Volumen 28% 46.5%

Per Ende 2018 sind über 95% aller Kreditkarten mit NFC-Funktion ausgestattet. Bei den Debitkarten liegt der Anteil bei knapp 71%.

Die Verbreitung der Kontaktlos-Funktion bei Debitkarten hat gegenüber den Kreditkarten erst später begonnen. Die Verbreitung nimmt jedoch stetig zu. Im 2018 waren 70.7% NFC-fähig, im 2017 erst 50.7 Prozent.

Der Anteil der Debitkarten am Transaktionsvolumen nimmt stetig zu und liegt nun bei 28%  – Vorjahr 12 Prozent.

Kontaktloses Bezahlen NFC immer beliebter, aber nicht mit dem Smartphone.

Kontaktloses Bezahlen NFC – Mehrjahresvergleich

Die Zahlen der SNB zeigen eindrücklich die steigende Karten-Akzeptanz des kontaktlosen Bezahlens.

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© 12.03.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

NFC-Bezahlkarten – Risiken?

«NFC-Karten: So einfach kann man Sie heute beklauen», sind wiederkehrende Online-Berichte.

Das Thema der Sicherheit ist berechtigt, inhaltlich allerdings eher gering zielführend. Nicht der Datendiebstahl ist das vermeintliche Risiko, vielmehr das PIN-freie Bezahlen lässt ein mögliches Missbrauchspotential zu.

Was tun bei einem Verlust der Karte? Macht es Sinn, die NFC-Funktion zu deaktiveren? Lesen Sie hierzu den NFC-Ratgeber auf digitalmedia.ch

Mobiles Bezahlen mit Smartphone bedeutungslos

Nur gerade zwei Prozent der Befragten nennen Mobile Payment wie Apple Pay, Samsung Pay und Twint als bevorzugtes Zahlungsmittel. Das zeigt eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis vom 5. März 2019.

Die Gründe liegen auf der Hand

Inkompatible Systeme, nationaler (Teil-)Boykott und Twint ohne NFC:

  1. Drei untereinander inkompatiblen Systeme Apple Pay, Samsung Pay und Twint
  2. Die NFC-Bezahlsysteme von Apple, Samsung und Google werden von den Schweizer Kreditkartenherausgeber spärlich bis gar nicht unterstützt (Viseca).
  3. Das von den Schweizer Banken stark portierte Bezahlsystem Twint ist aufgebaut ohne NFC.
«Das grösste Hindernis für den Fortbestand von mobilen Bezahlsystemen ist Twint selbst.» – Artikel auf digitalmedia.ch vom 15.06.2016

Weiterführende Informationen

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Patrick Huber 13. März 2019
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Hypothekarmarkt Schweiz 2018

1’000 Milliarden Franken

Im November 2018 war es soweit – die 1 Billion Franken Grenze an gesprochenen Bank-Hypotheken ist überschritten. Werden Pensionskassen und Versicherungen mitberücksichtigt, so wurde die 1’000 Milliarden Marke bereits im Sommer 2018 erreicht.

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Der Bauboom hält unvermindert an. Die rege Bautätigkeit wiederspiegelt sich in den Geschäftsvolumen der Schweizer Banken.

Hypotheken Schweiz 2018 – auf einen Blick

Die Schweizer Banken halten rund 95 Prozent des Hypothekarvolumens. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den inländischen Hypothekarmarkt der Schweizer Banken.

  • Gesamtvolumen per 31.12.2018 bei 1’015 Milliarden Franken. Mit Versicherungen und Pensionskassen: 1’068 Mrd. CHF (geschätzt).
  • Zunahme um 31,8 Mrd. Franken, +3.3% gegenüber 2017
  • Die Kantonalbanken haben vom Marktwachstum gut 46 Prozent abgeschöpft
  • Gegenüber dem Vorjahr generierte die Raiffeisengruppe mit +4.3% den höchsten Zuwachs aller Bankengruppen
  • Die Kantonalbanken halten einen Marktanteil von 37%, +0.3 %P

Warten auf Mieter

Der Mietwohnungsbau prägte auch im 2018 die Marktgeschehnisse: In der Schweiz werden zurzeit rund 10% mehr Wohnungen erstellt, als der Markt absorbieren kann – jede vierzigste Mietwohnung steht leer, in vielen Regionen ausserhalb der Zentren gar deutlich mehr.

Leerwohnungsziffer 2018: 1.62% (1.45% Vorjahr)

72’294 Leerwohnungen, +13% bzw. +8020 Wohnungen ggü. Vorjahr – davon Mietwohnungen: 59’724 / +2.5%. Schweizweit höchsten Ziffern in den Kantonen Solothurn (2.98%) und Aargau (2.65%).
Quelle: Medienmitteilung Leerwohnungszählung 2018, Bundesamt für Statistik, BFS

Renditeobjekte als Volumentreiber

Die Zunahme der Kreditvergabe (Hypotheken) an Unternehmen hat sich auch im 2018 unvermindert fortgesetzt. Die Kantonalbanken haben in diesem Segment ein überdurchschnittlich hohes Wachstum:

  • +6,9 Mrd. CHF / +6.2% (Private: +7.7 Mrd. CHF / +3.1%)
  • Anteil Hypotheken an Unternehmen vom KB-Wachstum: 47%
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© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Wohnungsbau, Beispiel Graubündner Kantonalbank

Kundenausleihungen Nettoveränderung 2018 gegenüber 2017 (Hypotheken und Unternehmenskredite):

  • Privatkunden +213 Mio. CHF
  • Geschäftskunden +411 Mio. CHF

Anmerkung: das Wachstum in den Unternehmenskrediten (Forderungen ggü. Kunden) war leicht rückläufig. Quelle: report.gkb.ch/2018 (Zugriff: 27.02.2019)

Entwicklung und Prognose 2019

Das Bauvorhaben ist unverändert hoch. 2018 wurden Baubewilligungen für insgesamt 27‘000 Mietwohnungen erteilt. Der Wohnungsleerbestand wird auch im 2019 weiter ansteigen. Analysten der CS erwarten im 2019 einen Anstieg um weitere 5’000 bis 6’000 Wohneinheiten (Vorjahr: 7’000).

«Jeder Schweizer, der Land besitzt, darauf baue und es dann weiterverkaufe, fände bei den Pensionskassen und Versicherungen garantiert einen Abnehmer – selbst wenn der Verkaufspreis weit über dem Preis liege, den private Anleger zahlen würden.»

Marktwachstum Hypotheken

Bank-Hypotheken Inland, Benützung. Ohne Kreditvergabe von Nicht-Banken. Werte teilweise gerundet, per Jahresende (31. Dezember). Quelle: data.snb.ch

Marktvolumen und Veränderung in %

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© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Detailzahlen 2018 nach Bankengruppe

CHF/Mrd. in % Anteil
Martwachstum 2018 31,8 +3.3%
– Kantonalbanken 14,6 +4.1% 45.9%
– Raiffeisenbanken 7,5 +4.3% 23.6%
– Grossbanken 3,0 +1.1% 9.3%
– Regionalbanken 2,6 +2.8% 8.1%
– Übrige Banken 4,2 +4.6% 13.1%

Mehrjahresvergleich Marktwachtum nach Bankengruppe

Angaben in Mrd. CHF

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© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Erstmals konnten die Grossbanken wieder einen positiven Marktzuwachs verzeichnen: +3 Mrd. Franken.

Mehrjahresvergleich Marktanteile

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© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Kantonalbanken – Jahresabschlus 2018

Die Kantonalbanken erzielten im Hypothekar-Geschäft 2018 einen Zuwachs von gut 14,6 Milliarden Franken. Sind im aktuellen Zinsumfeld die Hypothekar-Steigerungen auch rentabel?

Die Kennzahl «Brutto-Erfolg Zinsengeschäft» aus der Erfolgsrechnung gibt Auskunft über den operativen Erfolg im Zinsengeschäft: Geschäftszahlen 2018 ausgewählter Kantonalbanken.


Weiterführende Informationen

  • Markt-Risiken – der Hypothekarmarkt Schweiz, Artikel auf digitalmedia.ch vom 22. September 2018.
  • Firmenkredite – Geldanlage in Immobilien statt Betriebsinvestitionen, Artikel auf digitalmedia.ch vom 22. September 2018.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
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Patrick Huber 5. März 2019
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Kantonalbank – Jahresabschluss 2018

Zahlen unter der Lupe

Laufend veröffentlichen die Kantonalbanken für das Geschäftsjahr 2018 ihre Jahresergebnisse. Aktualisiert am: 04.03.2019

Der Wohnungsbau (Renditeobjekte) dominierte das Geschehen auch im 2018. Im Fokus stehen somit unverändert die Ergebnisse im Ausleihungsgeschäft.

Hypotheken

Wachstum ist kein Garant für eine positive Entwicklung – die effektiven Ertragszahlen im Zinserfolg zeigen im Vergleich zu den Vorjahren eine stagnierende teilweise negative Entwicklung. Nachfolgend ausgewählte Kantonalbanken.

Rückgang Zinserfolg

Werte im Vergleich zum Vorjahr (2018/2017).

Hypothekar-Forderungen Brutto-Erfolg Zinsengeschäft Netto-Erfolg Zinsengeschäft
Aargauische Kantonalbank +3.9% +2.1% +0.1%
Basellandschaftliche Kantonalbank +3.0% –2.3% –4.3%
Basler Kantonalbank +8.3% –0.3% +0.9%
Berner Kantonalbank +4.4% –3.5% –11.4%
Luzerner Kantonalbank +8.9% –1.3% +0.9%
Thurgauer Kantonalbank +3.3% +0.9% +1.0%
Schwyzer Kantonalbank +5.6% +0.1% –8.1%
St. Galler Kantonalbank +2.5% –1.9% +4.6%
Das Wachstum im Hypothekargeschäft hat sich im 2018 auf hohem Niveau fortgesetzt. Die Zinserfolge jedoch stagnieren oder sind tendenziell rückläufig. Eine nicht unerhebliche Entwicklung – Zinserträge sind Prämieneinnahmen für Kreditrisiken und –ausfälle.

Gegenüberstellung Zinsertrag/Zinsaufwand

Die Tabelle zeigt das Zustandekommen «Brutto-Erfolg Zinsengeschäft»; Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in TCHF, ohne «Zins- und Dividendenertrag aus Finanzanlagen und Handelsgeschäft».

Erklärung Spalte «Zinsaufwand»: (+) Minderung Zinsaufwand / (–) Zunahme Zinsaufwand.

Zinsertrag Zinsaufwand Saldo
Aargauische Kantonalbank –2’210 +8’076 +5’866
Basellandschaftliche Kantonalbank –16’445 +13’219 –3’226
Basler Kantonalbank –7’077 +10’529 +3’452
Berner Kantonalbank –4’822 –108 –4’930
Luzerner Kantonalbank –11’606 +8’452 –3’154
Thurgauer Kantonalbank –2’112 +4’910 +2’798
Schwyzer Kantonalbank –1’419 +1’562 +143
St. Galler Kantonalbank –6’652 +3’140 –3’512

Bisher konnten die Kantonalbanken den Rückgang im Zinsertrag genügend kompensieren mit einer entsprechenden höheren Minderung im Zinsaufwand. Hier setzt sich nun eine Trendwende ein, Gründe sind:

  • Abgelaufene (hochverzinsliche) Festhypotheken werden zu Niedrigstzinsen verlängert.
  • Ende mit Zinssatzsenkungen im Passivgeschäft (Spargelder) und tiefen Zinsabsicherungskosten.

Wertberechtigungen

Die Kennzahl «Netto-Erfolg Zinsengeschäft» verrechnet einmalige Sondereffekte wie (+) Auflösung oder (–) Bildung von Wertberechtigungen und Verluste.

2018 2017 Veränderung (abs)
Aargauische Kantonalbank +8’561 +13’422 –4’861
Basler Kantonalbank +3’190 +1’016 +2’174
Basellandschaftliche Kantonalbank –2’753 –3’452 +699
Berner Kantonalbank +14’006 +39’688 –25’682
Luzerner Kantonalbank –3’562 –11’332 7’770
Thurgauer Kantonalbank +3’910 +3’635 275
Schwyzer Kantonalbank –8’942 +6’169 –15’111
St. Galler Kantonalbank +20’035 +451 19’584

Bildung von Kreditrückstellung oder tiefere Auflösungen von Kreditrückstellungen gegenüber dem Vorjahr beeinflussen stark das Netto-Ergebnis und geben einen Einblick in die Qualität des Kreditportfolios.

Die Berner Kantonalbank hat gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger Kreditrückstellungen aufgelöst. Netto-Erfolg Zinsengeschäft: –11.4% ggü. 2017.

Die Schwyzer Kantonalbank hat im 2017 noch Kreditrückstellungen aufgelöst von mehr als 6 Millionen Franken. Im 2018 wurden hingegen Kreditrückstellungen von knapp 9 Millionen Franken gebildet. Netto-Erfolg Zinsengeschäft: –8.1% gegenüber 2017.


Weiterführende Informationen

  • Markt-Risiken – der Hypothekarmarkt Schweiz, Artikel auf digitalmedia.ch vom 22. September 2018.
  • Firmenkredite – Geldanlage in Immobilien statt Betriebsinvestitionen, Artikel auf digitalmedia.ch vom 22. September 2018.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
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Patrick Huber 4. März 2019
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N26 – Marktstart Schweiz

«Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat»

In den Onlinemedien zahlreich geschrieben – «Die Smartphone-Bank N26 kommt in die Schweiz».

Zweifellos dürfte N26 irgendwann ihre Produkte auch in der Schweiz anbieten. Doch wie unterscheiden sich die Produkte von N26 und Revolut? Im Fokus der Gegenüberstellung sind die Schweizer Bedürfnisse und Rahmenbedingungen.

Artikelinhalt

N26 Digitalbanking – Geschichte und Gegenwart

Für was steht die Bezeichnung «N26»? Zwei mögliche Bedeutungen: Die Zahl im Namen bezieht sich auf die 26 einzelnen Würfel des Rubik’s Cube. Die ersten Geschäftsräumlichkeiten hatte N26 in Berlin an der Adresse «Unter den Linden» mit der Nummer 26.

Mitgründer von N26 ist Valentin Stalf, einem gebürtigen Österreicher mit Studium in der Schweiz.

«Überall habe ich Erfahrungen mit Banken gemacht. Bei welchen, werde ich nicht verraten. Aber bei allen habe ich gemerkt, wie schwer ihnen die Digitalisierung fällt. Als Kunde hat mich das frustriert.» Valentin Stalf

Die Smartphone-Bank N26 aus Berlin, 2013 gegründet, nutzte bis zum Erhalt der eigenen Banklizenz im 2016 die Lizenz von Wirecard.

Expansion in neue Märkte

N26 hat mehr als 2,3 Millionen Kunden und ist mittlerweile in 24 Ländern in der Eurozone tätig. Seit November 2018 ist N26 auch ausserhalb der Eurozone verfügbar: Dänemark, Norwegen, Polen und Schweden. In Liechtenstein und Island ist N26 seit Ende 2018 ebenfalls aktiv. Im ersten Halbjahr 2019 ist der Markteintritt in den USA geplant.

N26 Direktbank

Eine Direktbank kommuniziert mit ihren Kunden ausschliesslich mittels «Fernkommunikation». Direktbanken haben in Deutschland eine bereits lange Vergangenheit. Erstmalig wurde 1965 durch das Vorläuferinstitut von ING (INGDiba) eine Bank gegründet, die ausschliesslich über Briefkorrespondenz Kontakt mit ihren Kunden hatte.

In Deutschland sind heute bekante Direktbanken wie 1822direkt, Comdirect, Conosorsbank, Norisbank, N26 und DKB. Letztere ist für in der Schweiz lebende Personen von Interesse: DKB ermöglicht für Kunden mit Domizil Schweiz eine Online-Eröffnung eines kostenlosen Girokontos mit VISA-Kreditkarte.

Erste Direktbanken in der Schweiz sind Swissquote, Zak und Neon. Im dritten Quartal 2019 ist der Start von Yapeal geplant.

N26 Funktionen

N26 bietet ein Euro-Girokonto an (Privatkonto), das sich komplett per App eröffnen und verwalten lässt. Alle Transaktionen werden innerhalb von Sekunden in der App angezeigt und per Push-Mitteilung avisiert.

Bildquelle: n26.com

Konto und Mastercard

Das (Basis-)Konto wird auf Guthabenbasis geführt und ist mit einer Debit-Kreditkarte von Mastercard verknüpft. Kreditkarten-Transaktionen werden sofort verbucht und angezeigt. Also keine Sammelrechnung wie in der Schweiz noch üblich. Alles in einer App.

Bargeldbezug

Euro-Bargeldbezug an Automaten ausserhalb Deutschlands ist kostenlos. Bezug in Fremdwährung ist für die Produkte N26 Black und N26 Metal gebührenfrei. Für Bargeldbezug in Deutschland gilt eine «Fair Use Policy».

Bezahlen – Debit-Kreditkarte

Transaktionen in Fremdwährungen sind gebührenfrei – also keine Bearbeitungsgebühren und Zuschläge. Umrechnung erfolgt zum Wechselkurs von Mastercard.

Überweisungen

Zahlungen in Euro sind kostenlos. Für Überweisungen in Fremdwährung arbeitet N26 mit TransferWise zusammen. Die Zahlung wird in der N26-App erfasst, abgewickelt und verrechnet wird mit TransferWise zum attraktiven Echtzeit-Wechselkurs.

Apple Pay und Google Pay

Gleichzeitig mit der Markteinführung von Apple Pay in Deutschland bietet N26 für ihre Kunden das mobile Bezahlen mit Apple Pay. Google Pay wird von N26 seit Juni 2018 unterstützt.

«Seit Apple im Dezember 2018 mit seinem Bezahldienst für das Smartphone nach Deutschland kam, ist die Zahl der Kontoeröffnungen noch einmal sprunghaft gestiegen.» Valentin Stalf

MoneyBeam P2P

Die MobilePay P2P-Lösung von N26. Geld senden ohne die Bankdaten zu kennen. Der/die Empfänger müssen nicht Kunden von N26 sein. Geld senden innerhalb von N26 erfolgt in Echtzeit.

Die Auflistung aller Produkte, Leistungen und Gebühren ist nicht abschliessend.

Links zum Thema

N26 Schweiz

Ende 2018 hat N26 das Fürstentum Liechtenstein in sein Marktportfolio aufgenommen; ein bevorstehender Start in der Schweiz ist vorstellbar. Von Interesse ist jedoch, mit welchem Umfang N26 seinen Markteintritt in der Schweiz macht.

In Skandinavien und auch Liechtenstein wird das kostenlose Girokonto ausschlieslich in Euro geführt. Mit Grossbritannien hat N26 erstmals eine Kontoführung mit der Drittwährung Pfund.

N26 Kontoführung in Schweizer Franken

Eine Bereitstellung des Basiskonto in Euro liesse sich wohl schnell umsetzen. Anders verhält es sich mit der Kontoführung in Schweizer Franken; das wäre für N26 sicherlich ein Kraftakt.

Quelle: Twitter

Ob der Schweizer Markt für N26 ausreichend attraktiv ist?

Mit einem Markteintritt mit Kontoführung in Euro könnte möglicherweise N26 die in der Schweiz lebenden Deutschen im Fokus haben. Auch Auswanderungswillige Deutsche könnten dann so ihr Konto bei N26 behalten.

N26 und TransferWise

Für Auslandzahlungen nutzt N26 die Zusammenarbeit mit TransferWise. Für den Markteintritt in die Schweiz wäre dies eine mögliche Option – Geldtransfer ab CHF-Konto an N26 via Transferwise mit Wechsel CHF/EUR.

Warteliste

N26 führt eine Warteliste für Kunden mit Domizil Schweiz. Die Warteliste nutzt N26 aktiv für Marktanalysen. Zahlreiche Interessierte hat N26 kürzlich angeschrieben – siehe Printscreen.

N26 vs Revolut

Zum Schluss eine Gegenüberstellung N26 und Revolut – im Fokus stehen bedeutende Features für spezifische Schweizer Anwendungen. Bitte lesen Sie weiter auf Seite 2 – «N26 vs. Revolut».

Patrick Huber 27. Februar 2019

GeldWert

Bankprodukte und Fachleistungen – sind es IHR Geld wert? Meine Leidenschaft – Gedankengärtnerei für Ihre Finanzen.

Was ich mache

Steht ein Hauskauf mit Abschluss einer Neuhypothek bevor? Oder Ihre Hypothek läuft in einigen Monaten aus – verlängern oder ablösen?

Ich unterstütze Sie beratend zu bevorstehenden Gesprächen mit Banken und Versicherungen und mache eine Nachbetrachtung des Gesprächsverlaufs mit Offertbeurteilung – mit Fokus auf Ihre Zielbedürfnisse.

Sie bekommen

Ein Argumentarium – unterstützt Ihre Handlungsaussagen gegenüber dem Kreditgeber mit dem Ziel, Zinsabschläge zu bekommen und/oder mögliche Zinszuschläge zu kompensieren durch gezieltes hervorheben von Positivpunkten.

Nehmen Sie eine unabhängige Zweitmeinung an – Sie erhalten individuelle Informationen, die Sie von Banken so nicht hören.

GeldWert – Aktiv gestalten, Klug entscheiden und Geld sparen

Sie kennen

Gegenüber den Banken Ihren Handlungsspielraum – die ausgeschriebenen Konditionen sind Richtzinsen. Abweichungen sind die Regel: Abschlag (Rabatt) aber auch Aufschlag.

Tragbarkeit und anrechenbare Eigenmittel wiedergeben die eine Seite der Kreditkonditionen. Ergänzend bewerten die Kriterien «Kreditwürdigkeit» und «Qualität der Sicherheiten» das Kundenkreditrisiko insgesamt.

Was ich nicht mache

Ich mache keine Anlage- und Finanzierungsberatung und vermittle ebenso keine Anlage- und Finanzierungsprodukte.


Einblick in meine Arbeit – Wissen ist gut

In loser Folge publiziere ich aus dem Alltag aktuelle Themen – aus meinem Blog «Hypotheken»:

Thema – «Banken setzen Pensionierte mit der Kündigung der Hypothek unter Druck».

Hypotheken im Alter

Patrick Huber 27. Februar 2019
retailbanking-revolut-schweiz

Bausteine zum persönlichen Digital Banking

Besser ein kleines Geschenk als ein grosses Versprechen

Die ausgerufene Digitalisierungs-Offensive der Schweizer Retailbanken – für Digitalkunden weitgehend ausgeblieben.

Spürbar sind hingegen meist inflationäre Gebührenerhöhungen, neue und kreative Gebührenpositionen und Wegfall von preislich attraktiven Bank- und Kartenprodukten.

Keine Regel ohne Ausnahme

Die Smartphone-Banken neon und Zak sind aus der Taufe gehoben und demnach lobenswürdig – die Nähe zu Schweizer Banken ist gegenwärtig; das analoge Verhalten ist unverkennbar. Partner sind: Hypothekarbank Lenzburg bei Neon, Bank Cler, Basler Kantonalbank und Viseca (Kreditkarte) bei Zak.

Artikelinhalt

Lassen sich typische Alltags-Geschäfte aussschliesslich mit einer Revolut Kreditkarte erledigen? Welches Schweizer Privatkonto passt auch preislich und ideell gut zu Revolut?

Definition Digital Banking Schweiz

Nutzbringende Funktionen und Prozesse – Einfachheit und Erlebnisse.

  • Gebührenreduktion ist für Kundenselbstbedienung ein gewichtiges Kriterium.
  • Zeitersparnisse: Onlineanträge und -bewirtschaftung statt persönliche Bankbesuche und -anrufe.
  • Bargeldverkehr auf ein Minimum reduzieren.
  • Unterstützende Funktionen und Angebote wie digitaler 24/7-Service.
  • Personelle Fachunterstützung ausschliesslich bei Bedarf.

Revolut im Schweizer Alltag

Die Banking App Revolut ist zurzeit das digitale «Mass aller Dinge». Noch geht es nicht ohne Schweizer Bank. Einzelbausteine sind vorhanden. Zeit für den Baukasten.

Ein Versuch, berücksichtigt sind obige Kriterien mit den Use-Cases:

  • Geldeingang
  • (IBAN-)Zahlungen In-/Ausland
  • Kartenzahlung In-/Ausland, online und stationär
  • Weitgehend Cashless

Die Revolut Kreditkarte

Die Einführung einer Schweizer IBAN-Bankverbindung macht die Revolut Kreditkarte weitgehend zu einer Schweizer Alltagskarte.

Die Beitragsserie auf digitalmedia.ch zur Banking-App von Revolut – seit 2017:

Kartenzahlung In-/Ausland, online und stationär

Zu Beginn im Sommer 2017 hatte ich mit der Mastercard von Revolut teils Akzeptanzschwierigkeiten, online als auch stationär. Die Zeiten sind jedoch vorbei, als beispielsweise die App der SBB die Revolut-Karte nicht akzeptierte.

Bargeldbezug

Mit dem Standardangebot von Revolut kann ich gebührenfrei an jedem beliebigen Bancomaten im Zeitraum von 30 Tagen total 200 Franken Bargeld beziehen. Im In- und Ausland. Alles was darüber geht, kostet 2% der jeweiligen Betragsauszahlung.

Ergänzende, gebührenfreie Produkte

Nutze Twint – die P2P-Funktion ermöglicht die Nutzung der Revolut Kreditkarte als Alleinkarte. Gebührenpflichtige Maestro- und Kreditkarten entfallen. Twint macht den Bancomaten.

  • Deine Freunde bezahlen in bar, du überweist deinen Anteil mit Twint
  • Frage deine Freunde nach 50 oder 100 Franken, bezahlen ihnen mit Twint den Cash-Betrag zurück

Die Cashback Kreditkarte von Swisscard ist für Revolut ein weiteres unterstützendes Produkt. Teiweise für Buchungen, die eine Betragsreservation voraussetzen wie Hotel oder Mietauto.

Die Geldlunge – das Privatkonto

Für den Geldtransfer an Revolut, für Gutschriften (Lohn, Abrechnungen etc.), Daueraufträge und allgemeine In- und Auslandzahlungen fehlt noch das Schweizer Bankkonto.

Immer mehr Banken verkaufen ihre Einzelprodukte im Paket, bestehend aus Privatkonto, Maestrokarte und Kreditkarten – Einzelprodukte (Privatkonto) wurden oft preislich unattraktiv gemacht.

Bei meiner (Kantonalbank-)Recherche ist das Servicekonto «easy» der Glarner Kantonalbank positiv auffallend:

  • Einzelprodukt für digitale Kunden, keine Vermögensbedingung
  • Digitaler Teil-Eröffnungsprozess (Identifikation)
  • Kontoführung: 1 Franken/Monat – 12 Franken/Jahr
  • Kostenlose SEPA-Zahlungen
  • Kostenlose Konto-Saldierung und Aufhebung der Geschäftsbeziehung
  • Digital-affine Kantonalbank (GLKBdirekt/Online-Finanzprodukte)
  • Unverkennbarer Glarner-Dialekt

Kann ich als Nicht-Glarner, Nicht-Ostschweizer ein Konto bei der Glarner Kantonalbank eröffnen? Ja. Auf meine schriftliche Anfrage antwortet mir Patrik Gallati, Mitglied der Geschäftsleitung der Glarner Kantonalbank:

«Ja, wir sind empfänglich für Neukunden ausserhalb unseres Kantons. Mit unseren Online-Angeboten wie bspw. hypomat.ch sind wir seit über 6 Jahren in der ganzen Deutschschweiz aktiv und haben damit schon viele ausserkantonale Kunden gewonnen. Auch unsere anderen Produkte und Dienstleistungen stehen Kunden aus der ganzen Schweiz offen.»

Ja, es geht

Revolut ist für den Schweizer Alltag ziemlich gut gerüstet. Es braucht weniger als man denkt – ein Basiskonto einer digial-engagierten Kantonalbank vervollständigt passend die Nutzung der Revolut-App.

Sparpotential

swisscard-mastercard-visa

Für Grossansicht, klicke auf das Bild

  • 440 Franken/jährlich: Revolut-Kreditkarte gegenüber einer Visa Classic Card von Swisscard.
  • Bei einem Kontowechsel (Zahlenkonto) besteht durchaus ein weiteres Sparpotential im Rahmen 50 bis 150 Franken jährlich.
  • Zu guter Letzt – Lebenszeit: Vorbei die Zeiten mit wiederkehrenden Gebührenvergleichen auf Onlineportalen. Keine Gedanken mehr aufwenden, ob nun die Bankmaestro- und -kreditkarte im Auslandgebrauch günstiger ist.

Gibt es weiter Kombinationen – Revolut / Schweizer Privatkonto? Die Leser sind auf deine Erfahrungen und Ideen gespannt; nutze bitte die Kommentarfunktion.


Weiterführende Informationen

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Patrick Huber 12. Februar 2019

Revolut in den Schweizer Medien

Wachsende Beliebtheit – Revolut in der Schweiz

Das Smartphone Konto von Revolut generiert in der Schweiz reges Interesse. «50’000 Kunden in der Schweiz», so der Revolut-Mitgründer Vlad Yatsenko.

Auch die Schweizer Medien entdecken die Smartphone-Only-Bank und berichten zunehmend über die Banking-App aus Grossbritannien.

Die Beitragsserie auf digitalmedia.ch zur Banking-App von Revolut – seit 2017:

Revolut in den Schweizer Onlinemedien

Eine Auswahl an Berichten zu Revolut. Klicke auf den Artikeltitel um den/die Bericht/e zu lesen.

Artikel Quelle Datum
Start-Ups mischen das digitale Banking auf SRF / 10vor10 07.03.2019
Smartphone-Banking im Praxistest Handelszeitung 21.01.2019
Kreditkarten: Ausland-Kosten sind höher als ausgewiesen Handelszeitung 17.01.2019
Smartphone-Banken starten auch in der Ostschweiz St. Galler Tagblatt 06.01.2019
Revolut wird ein wenig schweizerischer Blick 27.12.2018
Die App-Bank Revolut erhält eine europäische Banklizenz Handelszeitung 14.12.2018
Wer wird zum Amazon des Banking? NZZ 12.12.2018
Nie mehr Kreditkartengebühren im Ausland Beobachter 16.08.2018
So optimieren Sie Ihre Ferienkasse NZZ 27.06.2018
Im Ausland bezahlen: So sparen Sie Geld Cash 14.06.2018
Revolut greift Banken mit ultratiefen Gebühren an Finanz & Wirtschaft 06.02.2018

Aktualisiert: 07.03.2019


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Patrick Huber 8. März 2019
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Revolut – die Schweizer IBAN

Schweizer Inland-Überweisung

Im September 2018 von Vlad Yatsenko angekündigt, nun passend zu Weihnachten eingeführt: Die Schweizer IBAN für (Eigen-)Überweisungen in Schweizer Franken – analog einer Inlandzahlung.

  • Der ehemalige Arbeitgeber von Vlad Yatsenko, die Credit Suisse, dient als Korrespondenzbank.
  • Das heisst, bei der jetzigen Schweizer IBAN handelt es sich noch nicht um eine persönliche Kontonummer.
  • Bei Überweisungen ist unter dem Verwendungszweck die persönliche Revolut-Referenznummer anzugeben.
  • Der Überweisungsbetrag wird dem Revolut-Konto zugewiesen.
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Screenshot Schweizer Franken-Konto | Banking-App Revolut

Der Schweizer Markt für Revolut

Revolut Nutzer müssen viel Geduld aufbringen: Zahlreiche Produktankündigungen, oft Einführungsverschiebungen. Mit der Schweizer IBAN bekräftigt Revolut die Wichtigkeit des Schweizer Markts.

Die Beitragsserie auf digitalmedia.ch zur Banking-App von Revolut – seit 2017:

Sollte die Überweisung in Schweizer Franken spesenfrei sein (die Credit Suisse erhebt als Korrespondenzbank keine Gebühren), so ist dies ein unmissverständliches Zeichen an die Schweizer Retailbanken und ihren Kreditkartenunternehmen wie Viseca und Co., über die Bücher zu gehen:

  • der Kunde als Melkkuh (Gebühren)
  • Bevormundung und Blockade in Sachen Apple Pay
  • technische Innovationen vorenthalten
Die Schweizer IBAN – die ersten Feedbacks: Spesenfrei und die Geldüberweisung ist innert zwei Bankwerktagen auf dem Revolut-Konto gutgeschrieben.

Aussichten im Kontext der Digitalisierung

Die Digitalisierung stärkt schonungslos den Käufermarkt: Nicht der Interessent bemüht sich um Angebote, vielmehr bewirbt sich der Verkäufer beim möglichen Neukunden.

Das Internet schafft Opportunitäten, die Austauschbarkeit ist gegenwärtig. Unter anderem auch für Banken heisst es, das bisherige Exklusivrecht entfällt.

Digitalisierung ist nicht per se technisch. Perfekte Interaktion und nutzbringende Lösungen stehen im Fokus.

Revolut reagiert und nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung im Kontext:

  • Klassische Denkmodelle zur Seite legen
  • Kunden zuhören
  • Kundenerlebnisse bieten und mitgestalten lassen
  • Community aufbauen und pflegen

Wie reagieren die Schweizer Retailbanken auf die Austauschbarkeit?

Ich beobachte im Schweizer Retail-Markt eine Lethargie in Sachen Produkt- und Leistungsinnovationen.

Aktuelles Beispiel Viseca – Funktion «Dynamisches Logo»: «Damit Sie sich schnell heimisch fühlen, erscheint die one App mit dem Logo Ihrer Bank.» – Quelle: Die one App von Viseca.

Bunte Apps und wiederkehrendes Redesign des E-Bankings sind bisher die Anworten – deutlich zu wenig.

«Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist». Henry Ford.


Weiterführende Informationen

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Patrick Huber 17. Januar 2019
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Revolut sichert sich Banklizenz

«We got a banking licence»

Pünklich zur Weihnachtszeit – die Europäische Zentralbank hat den Antrag für eine europäische Banklizenz genehmigt.

Ein gewichtiger Meilenstein ist erreicht, wenn auch noch eingeschränkt anwendbar. Revolut schreibt auf ihrem Blog vom 13. Dezember 2018:

«Now, it’s worth pointing out that nothing is going to change right away. Despite being granted with a licence, this does not automatically turn us into a bank right away.»

Was bedeutet das nun genau? Ein Versuch einer persönlichen Einordnung.

Revolut wird im 2019 die Lizenz erstmalig in Littauen anwenden; die litauische Bankenaufsicht hat Revout eine «spezialisierte Banklizenz» gewährt.

Nach und nach werden weitere europäische Landesmärkte angegangen. Bis es soweit ist, sind umfangreiche technische und fachliche Arbeiten nach Vorgaben umzusetzen.

Die Produktepipeline von Revolut

Ist die anspruchsvolle Bereitstellung gelungen, der Pilot in Littauen positiv verlaufen und die Bankenaufsicht erteilt grünes Licht, gibt es für Privatkunden zahlreiche Neuerungen:

Europäische Einlagensicherung EDIS

Guthaben bis 100’000 Euro sind künftig mit der Einlagensicherung direkt bei Revolut abgedeckt.

Zurzeit werden die Kundengelder auf Konten bei Lloyd’s oder Barclays geführt und abgesichert (GB Tier-1-Bank).

Überziehungs-/Kontokorrent-Limiten

In einem ersten Schritt wird wohl eine Art Überziehungslimite eingerichtet: Ist auf dem Revolut-Konto einmal nicht ausreichend Deckung vorhanden, wird die Kreditkarten-Transaktion in Höhe der Limite ausgeführt. Denkbar könnte auch sein, die Prepaid von Revolut wird abgelöst durch eine Kreditkarte mit Debitfunktion.

Das Angebot Privatkredit wird von Revolut ebenso angestrebt; mit wenigen Klicks und zeitnahem Online-Kreditentscheid.

Zahlungsverkehr Revolut

Revolut führt die Kundenkonti nun vollständig unter Eigenregie – Sammelkonto mit Referenznummern entfallen. Für Schweizer Revolut-Kunden bedeudet dies eine positive Weiterführung.

Die Banklizenz – Chancen für Revolut in der Schweiz

Kommt die Schweizer IBAN? Revolut möchte bekanntlich für Schweizer Kunden bis Ende Jahr die Möglichkeit schaffen, eine CH-IBAN anzubieten. Bis dato heute gibt es noch keine weiterführenden Informationen.

Seit dem 25. Dezember 2018 ist es nun soweit – die Schweizer IBAN für Überweisungen in Schweizer Franken ist da.

  • Spesenfrei
  • Gutschrift innert zwei Bankwerktagen
  • Umwege über TransferWise entfallen
  • Uneingeschränkt vom Interbankenkurs profitieren

Revolut – die bessere Wahl für Käufe in Fremdwährungen: Die wenig transparenten Umrechnungskurse und hohen Bearbeitungszuschläge von Viseca und Co. gehören der Vergangenheit an. Auch für das Bezahlen in Schweizer Franken ist Revolut nun bestens geeignet.

Revolut – die Schweizer IBAN ist da, Artikel vom 25. Dezember 2018 auf digitalmedia.ch

Eine bedeutende Änderung hat es nun dennoch gegeben: Das Sammelkonto für Swift-Überweisungen in Schweizer Franken ist weggefallen.

Obwohl es sich um eine GB-IBAN handelt, liegen die Vorteile gegenüber dem Sammelkonto auf der Hand – der Umweg über Lloyd’s oder Barclays entfällt:

  • Die Swift-Überweisung bis zur Gutschrift dürfte sich verkürzen und der Dauer einer SEPA-Zahlung entsprechen.
  • Swift-Überweisungen in CHF sind mit Gebühren verbunden. Insbesondere die Kosten auf Seite Empfängerbank von Revolut (Lloyd’s) waren meist wenig transparent.

Persönliche CH-IBAN

Hat Vlad Yatsenko wirklich von einer persönlichen Schweizer-IBAN gesprochen? Oder wurde doch eher neutral von IBAN gesprochen? Noch ist es nicht soweit; mit der jetzigen Lösung lässt es sich sehr gut leben.

Wie es auch kommt – das Angebot von Revolut vereint echtes Digitalbanking, 24/7 Service-Leistungen und tolle Kostenvorteile; die Gebühren-Exzesse von Viseca und Co. entfallen.


Weiterführende Informationen

  • Distruption Digitalbanking – Distanz zum Kerngeschäft, die neue Befähigung. Artikel auf digitalmedia.ch vom 20. November 2018.
  • Bezahlkarten mit NFC – Risiken? – «Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.» Artikel auf digitalmedia.ch vom 1. August 2018.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
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Patrick Huber 29. Dezember 2018
neues-denken-handeln

Distanz zum Kerngeschäft – die neue Befähigung

Strassenbau und Digitalisierung

«Die Verkehrskommission setzt weiter auf Beton statt Intelligenz», schrieb Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen Schweiz in seinem Tweet vom 6. November 2018.

Die Aussage ist realbezogen und gegenwärtig: Denken im geschlossenen System.

In Zeiten eines permanenten Wandels ist neues Denken Voraussetzung für neues Handeln  – Nicht durch Veredeln von Bestehendem, sondern durch grundlegendes Umdenken werden dringend nötige Problemlösungen sicht- und greifbar.

Inhaltsübersicht

Gemeinsamkeit – die fehlende Fähigkeit Verbindendes zu erkennen

Nach Statistik ist die Weiterbildung auf einem noch nie dagewesenen hohen Niveau. Lebenslanges Lernen. Dennoch, sequentielles Denken hält sich hartnäckig: So werden beispielsweise Verkehrschaos, Stau und damit einhergehender Stress aller Beteiligten durch weiterer Ausbau des Strassennetzes bekämpft. Dem Problem selbst wird damit nichts entgegen gehalten.

Sequentielles Denken: Ausgangs- und Zielzustand sind bekannt.

Flexibilisierung von Arbeitszeiten und New Work fördern und annehmen. Einfache Lösungen erkennen. Setzt jedoch eine Verhaltensänderung im Denken und Handeln voraus, auf Arbeitgeber und -nehmerseite.

Hier liegt der wunde Punkt: fehlende Fähigkeiten zur Auseinandersetzung und mangelnde Bereitschaft zur persönlichen Verhaltensänderung.

Möglichkeiten Erkennen

Multiple Lösungvarianten (in variablen Denken) setzen ein offenes Auseinandersetzen zum Thema voraus – Zusammenhänge kennen, Inhalte verstehen, Hypothesen bilden und formulieren, diskutieren und Erkenntnisse überführen.

Abhanden gekommene Fähigkeiten: bekannte Muster reflektieren, über Alltägliches und Logisches hinausdenken. Ein Ergebnis jahrelanger Bildungssparpolitik – Philosophische Fächer wurden zurückgestuft oder gestrichen.

Digitalisierung – Distruption statt Evolution

Nicht anders verhält es sich mit der Digitalisierung. Denken im geschlossenen System: Technikverliebtheit.

Es wird inflationär digitalisiert, was das Zeug hält wie bunte Apps, Nutzung von Social Media, Selfservice-Lösungen – Bestehende werden veredelt und suggerieren einen Mehrwert. Auf Anbieterseite wird Gewohntes selten aufgegeben.

Mobiles Bezahlen – Swissness Twint

Ist für die Strasse der Beton, so ist für das Schweizer Bezahlsystem die Technikverliebtheit. Statt eine echte Transformation anzubieten, wird ein weiteres Bezahlwerkzeug auf den Markt gebracht.

Die mobilen Bezahlsysteme erbringen meines Erachtens nur geringe Ansprüche und Möglichkeiten einer echten Digitalisierung: Ob Twint (ein Art Maestrokarte im Smartphone), Google Pay oder Apple Pay (Kreditkarten). Stand heute sind es weitgehend ausführende Werkzeuge ohne intelligente Prozesslogik.

Twint – auf digitalmedia.ch erschienene Artikel

An und für sich stehen wir am Anfang in Sachen mobilen Bezahllösungen. Behaupten wird sich jener Anbieter mit den effektivsten Kundennutzen und der Bereitschaft, effizienten Wert zu schaffen.

Ein weiterer Berührungspunkt – Digitalsierung und «Beton statt Intelligenz» drängt sich auf: Bezahlen von städtischen Parkgebühren mit Twint.

Wer meint, Autos in Innenstädten sind zukunftsfähig, denkt im geschlossenen System. Über kurz oder lang ist eine nachhaltige Veränderung verpflichtend. Städte setzen aufs falsche Pferd.

Contactless to pay – Beispiel Transport for London (TfL)

Ein Beispiel einer gelungenen Transformation – zugrunde liegende intelligente Prozesslogik, aufbauend auf einem bestehenden Werkzeug: NFC.

  • Die Debit-/Kreditkarte mit NFC anstelle dem Kauf von dedizierten Tages- oder Wochentickets.
  • Karte oder Smartphone mit NFC bei Zutritt und Austritt (U-Bahn) hinhalten
  • Der beste Preis wird berechnet inklusiv Kostenmaximaldach.

Mit meiner Revolut Mastercard mit NFC-Funktion konnte ich als London-Besucher von «Contactless to pay» vorteilhaft Gebrauch machen :

    • Kauf von Papiertickets oder Oysterkarte inkl. Aufladen entfällt
    • Tarifberechnung entfällt
    • Transparente Abrechnung einsehbar auf der Revolut-App

Die Benutzer von TfL U-Bahn und Bus haben in einem hohen Mass Contactless genutzt. Die Durchdringung der Smartphone-Nutzung war sichtbar hoch. Eine Freude, eine solch hohe Akzeptanz zu sehen.

Auf digitalmedia.ch gibt es eine Beitragsserie zur Banking-App von Revolut.

Zu guter Letzt

Alles, was sich digitalisieren lässt, lässt sich auch vernetzen. Und dadurch auch automatisieren, nämlich gänzliche Prozessketten. Eine Reihe von Studien belegt, Kunden wollen eine Vielzahl von Prozessen selbst in die Hand nehmen. Prozesse sind bis dato wenig aus Kundensicht aufgebaut.

Selbst die angebotenen Kommunikationskanäle werden in Teilen nicht mediengerecht bedient: Reaktionszeiten von Minuten oder Stunden werden vorausgesetzt, nicht aber Tagen.

Noch verwalten die Unternehmen. Doch der Kunde wird mit seinem Verhalten vermehrt direkten Einluss nehmen auf das Verhalten der Anbieter und Unternehmen.

Wandel der Unternehmenskultur, Neudenken und in Bewegung bleiben – Befähigung für Management und Mitarbeitende.


Weiterführende Informationen

  • Bezahlkarten mit NFC – Risiken? – «Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.» Artikel auf digitalmedia.ch vom 1. August 2018.
  • Kartenzahlungen Schweiz – Transaktionsvolumen Debit-/Kreditkarten. Artikel auf digitalmedia.ch vom 31. Juli 2018.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
Sie möchten Ihre Bankprodukte optimieren, eine unabhängige Zweitmeinung anhören (Privatkonto, Hypotheken, Basisprodukte) oder Sie haben eine Fachfrage? Lassen Sie uns darüber reden. Kontaktaufnahme (E-Mail).

Patrick Huber 17. Dezember 2018