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Android USB-Tethering mit macOS

(IT-)Support aus dem Alltag. Eine neue Artikel-Serie auf digitalmedia.ch – aus der Praxis und persönlich verwendet.

Android und macOS – eine oft gut funktionierende Zweckgemeinschaft

Bereits vor vielen Jahren habe ich mich aus der Welt der iPhones verabschiedet. Die Android-Technologie ist für meine mobilen Alltags-Bedürfnisse mehr als ausreichend. Der einmalige Datenumzug iOS zu Android war dazumal etwas knifflig; Das proprietäre System von Apple war und ist merklich spürbar. Heute gibt es für den Wechsel tolle Tools, die im Internet frei verfübar sind.

Weiterhin nutze ich meine macOS basierenden Computer – Desktop und Notebook. Der gegenseitige Datenaustausch macOS und Android ist mittels Cloud zeitnahe und vollständig. Und gibt es in Sachen Kommunitionschnittstelle Probleme, so gibt auf fast alle Einschränkungen gute Workarounds. So kürzlich bei mir geschehen.

Android USB-Tethering mit macOS nutzen

Kürzlich war ich mit meinem MacBook unterwegs. Die WLAN-Verbindung war alles andere als stabil. Das Signal ist gut, denn mein Smartphone hatte eine einwandfreie Verbindung. Die Ursache liegt wohl eher an der WLAN-Hardware an meinem Mac.

Kein Problem, Tethering hilft weiter – wenn Mac-Nutzer ein iPhone besitzen. Wie ist das Verhalten mit einem Android-Smartphone und einem Mac?

Die Verbindung zwischen macOS und einem Android-Smartphone hingegen ist nicht kompatibel, musste ich feststellen. Genauer gesagt, der Mac lässt keine Netzwerk-Verbindung zu: Apple nutzt für die USB-Verbindungsfreigabe ein anderes Protokoll.

Lösung – Open-Source Treiber für macOS

Offensichtlich gibt es Anwender mit gleicher Konstellation und somit identischer Einschränkung. So auch Joshua Wise. Er hat ein entsprechendes Protokoll entwickelt und ist im Internet für den Download frei verfübar.

Sein Entwicklung ist keine Eintagsfliege. Das Protokoll wird laufend weitergepflegt und liegt nun vor im Release 8 – Unterstützung macOS 10.11 (El Capitan) und 10.12 (Sierra).

Der Entwickler beschreibt sein Protokoll wie folgt: «HoRNDIS» (pronounce: “horrendous”) is a driver for Mac OS X that allows you to use your Android phone’s native USB tethering mode to get Internet access.

Direktlink mit Installationsanleitung: HoRNDIS

Installation auf einem MacBook Air

Die Installation ist einfach und vom Entwickler passend beschrieben. Ergänzen möchte ich meine persönlichen Erfahrungen.

Auf meinem Apple MacBook Air mit OS X Yosemite (10.10) habe ich die neuste Version 8 des Protokolls installiert.

Nach erfolgter Installation ist an und für sich kein Mac-Neustart notwendig. Vorsorglich habe ich den Mac trotzdem neu gestartet.

In den System-Einstellungen unter Netzwerk die WLAN-Funktion deaktiveren/ausschalten und mit dem USB-Kabel das Smartphone mit dem MacBook verbinden. Vorgängig ist im Smartphone das USB-Tethering aktiveren.

So, die Internet-Verbindung sollte jetzt über USB funktionieren. Leider noch ohne Erfolg. In den Netzwerk-Einstellungen wird mir nichts angezeigt.

Stolperstein «Android File Transfer»

Sobald ich das Smartphone (Android 8.0.0) mit dem Mac verbinde, wird auf meinem Mac die installierte Android File Transfer Software geöffnet. Ist die Transfer Software aktiv, blockiert der Mac die Erkennung der USB-Tethering-Funktion.

Lösung des Problems: Löschen der Software. Dies gilt übrigens auch für die Transfer-Software «Kies» von Samsung.

Persönliche Erfahrung

Mein MacBook Air ist Jahrgang 2012. Den defekten WLAN-Empfänger werde nicht reparieren lassen. HoRNDIS ist eine bestens funktionierende Lösung – ob unterwegs oder von zuhause.

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Und es funktioniert – USB-Tethering ab einem Sony Xperia mit Android 8.0.0

Deinstallation

Sollte HoRNDIS nicht mehr benötigt werden, liefert der Entwickler gleich die Anleitung zur Deinstallation mit:

Im Finder-Fenster die Option «Gehe zu Ordner» auswählen und den folgenden Pfad eingeben:
/System/Library/Extensions. Die Datei HoRNDIS.kext in den Papierkorb verschieben und den Mac neu starten.

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Revolut Banking Schweiz

Seit gut einem Jahr ist die Banking-App Revolut für den Schweizer Markt wieder vollumfänglich verfügbar. Auf die Betragsserie «Revolut im Alltag» habe ich zahlreiche Zuschriften erhalten, auch die Kommentar-Funktion wurde rege genutzt.

Die Beitragsserie «Revolut im Alltag»

Die Frage nach der besten beziehungsweise kostengünstigsten Überweisungsart ab einem Schweizer Konto steht meist im Vordergrund der Diskussionen. So auch im Forum auf revolut.com – verständlich, «Geldwechsel zum Interbankenkurs» ist eine Kernfunktion bei Revolut.

Im Ausland sind alle Schweizer Ausländer

Die Überschrift (Walter Ludin) finde ich zutreffend zum Thema der Geldüberweisung und erklärt passend die Krux an der Geschichte:

  • Unsere Einkünfte und Anlagegelder werden nun mal in Schweizer Franken geführt.
  • Wechsel in Fremdwährungen und Geldüberweisungen ins Ausland kosten Gebühren.

Wie gelangt nun das Geld zu Revolut zur persönlichen Weiternutzung? Bevorzugt ja in Schweizer Franken, um vom Interbankenkurs zu profiteren. An und für sich eine klare Sache, denkt man. Dennoch, es gibt ein, zwei Hürden. Etwas Theoriekenntnisse schafft Abhilfe.

Theorie – Überweisung in Schweizer Franken

Ein Konto bei Revolut wird in Schweizer Franken geführt, ist jedoch aus Sicht Schweiz ein Auslandkonto. Das heisst, die Geldüberweisung in CHF erfolgt auf ein englisches CHF-Konto. Somit gibt es trotz einer CHF-Überweisung eine gebührenpflichtige Swift-Auslandzahlung.

  • – Kostenpflichtige Überweisung
  • + Währungwechsel bei Revolut zum Interbankenkurs

Theorie – Überweisung in Euro

Mit SEPA wurde ein einheitlicher Euro-Zahlungsraum geschaffen. Auch die Schweiz ist Teilnehmer am SEPA-System. Das heisst, Überweisungen in Euro sind in der Regel frei von Gebühren und Kommissionen, sofern die Zahlung die Bedingungen erfüllt.

Revolut ist ebenfalls Teilnehmer im SEPA-Verbund. Die Voraussetzung für die Nutzung einer SEPA-Überweisung ist grundsätzlich gegeben.

Voraussetzung ist jedoch eine Überweisung in Euro. Und da wir unsere Gelder in Schweizer Franken haben, muss beim Transfer ein Wechsel von Schweizer Franken in Euro erfolgen.

  • + Gebührenfreie Überweisung
  • – Währungwechsel EUR/CHF zu den Bedingungen der Schweizer Banken

Eigenüberweisung Revolut – der beste Weg

Viele Wege führen zu Revolut. Gut nachzulesen von den Lesern auf digitalmedia.ch oder im Forum auf revolut.com – doch bedenke, es sind individuelle Erfahrungen und ausgerichtet auf persönliche Gegebenheiten. Alle Angaben wie immer ohne Gewähr.

TransferWise – CHF Überweisung auf Revolut

Zunehmend wird die Lösung mit TransferWise angesprochen. Das Konto bei TransferWise dient sozusagen als Verbindungskonto zu Revolut – die Geldüberweisung ist stets in Schweizer Franken und augenscheinlich frei von Gebühren, so gehts:

  • Überweisung ab CH-Bankkonto zu TransferWise in CHF
  • In Revolut «Kreditkarten Top-up» in CHF mittels Borderless DebitCard von TransferWise

Auf Revolut kannst du dann die Schweizer Franken uneingeschränkt zum attraktiven Interbanken-Kurs umtauschen.

SEPA-Überweisung – in Euro zum CH-Bankenkurs

Einfach und Verständlich ist die spesenfreie SEPA-Überweisung:

  • + Nutzung deiner bestehenden Bankbeziehung
  • + Zeitnahe Gutschrift deiner Überweisung bei Revolut
  • – Wechselkurs der Bank

Von Interesse ist zumindest der verrechnete Devisenkurs deiner Bank. Die Kurse differenzieren teilweise stark. Moneyland hat hierzu Anfang Januar 2018 eine Erhebung gemacht: Wechselkurse von Schweizer Banken.

SWIFT-Überweisung – in Schweizer Franken

Der Transfer erfolgt in CHF und direkt von Bank zu Bank, also ohne Drittinstitut wie bei TransferWise. Die grosse Unbekannte einer Swift-Zahlung sind die Spesen:

  • Deine Bank erhebt beispielsweise 2 bis 24 Franken – je nach Institut und Betragsgrösse der Überweisung.
  • Die Korrespondenzbank von Revolut erhebt möglicherweise nochmals Spesen. Hierzu liest man die unterschiedlichsten Erfahrungen.
Egal welche Überweisungsart du verwendest, gegenüber einer Schweizer Kreditkarte ist Revolut für Auslandtransaktionen so oder so günstiger.

Abhilfe – ein echtes Schweizer IBAN-Revolut-Konto

Man kann es drehen und wenden wie man möchte, jede mögliche Lösung hat Vor- und Nachteile. Gänzliche Einfachheit wäre bei Revolut ein echtes Schweizer Konto – geführt in Schweizer Franken mit einer Schweizer IBAN-Nummer.

Glaubt man den Einträgen im Revolut-Forum, so ist die Einführung einer CH-IBAN kurz bevorstehend. Noch ist es nicht soweit und es dürfte noch eine Weile dauern.

Funktionen von Revolut vs. kostengünstige Eigenüberweisung

Ich persönlich findes es schade, die Qualität von Revolut ausschliesslich an der Eigenüberweisung zu messen. Ist einmal das Geld auf dem Revolut-Konto, bietet es unzählige Funktionen und Möglichkeiten, wovon Schweizer Banken noch eine ganze Weile davon entfernt sind.

Revolut – Beispiel «Einweg-Kreditkarte»

In Geld nicht direkt quantifizierbar sind die vielfältigen Funktionen. Ich habe beispielsweise eine vollumfängliche Kontrolle über meine Kreditkarte, ohne Zutun und Abhängigkeiten zu meiner Bank in Sachen Öffnungszeiten, Formular etc.

Neu bei Revolut sind im Premium-Paket die virtuellen Einweg-Kreditkarten: die Kreditartennummer wechselt bei jedem Zahlungsvorgang im Internet – Sicherheit auf höchster Stufe.

Wie Digital-Banking geht, zeigt Revolut eindrücklich. Die Bewirtschaftung des Kontos ist komplett in einer App abgedeckt. Kein Medienbruch, keine unnötigen viele Logins.

Sparpotential – auch mit SEPA-Überweisung

Auch wenn ich eine Überweisung SEPA mit Umrechnungskurs einer Schweizer Bank mache, so sind Gebühren-Einsparungen gegenüber Schweizer Kreditkarten gegeben.

Für den Gebührenvergleich verwende ich eine Visa-Karte der Credit Suisse (Swisscard). Im Gegensatz zu Viseca publiziert Swisscard täglich die angewendeten Fremdwährungs-Umrechnungskurse.

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Bei einem angenommen Auslandeinkauf von 7’000 Euro ergibt dies eine mögliche Gebührenersparnis von mindestens 333 Franken.

Gebühren und Zuschläge zulasten des Karten-Inhabers. Insbesondere die Schweizer Kreditkarten-Anbieter sind kreativ in Sachen Gebührenmodelle.


Weiterführende Informationen

Du möchtest deine Bankprodukte optimieren oder eine unabhängige Drittmeinung anhören (Privatkonto, Hypotheken, Basisprodukte)? Schreibe mir (E-Mail).

Bildquelle: «Parlamentsdienste 3003 Bern»

Netzneutralität fällt

Bildquelle: «Parlamentsdienste 3003 Bern»

Im politischen Meinungskampf ist das Internet wichtiger denn je. Fake-News und alternative Fakten sind allgegenwärtig – jegliche politische Couleur bedient sich dessen.

Politiker-/innen und (Bezahl-)Medien verlangen Massnahmen zum Schutz des Volks vor politisch-/digitaler Manipulation. Ist dies ehrlich gemeint oder bedienen sie sich selbst aus Eigeninteresse an möglichen Alternativen-Fakten?

Medienkompetenz beginnt mit dem Verstehen von Texten und dem Erkennen der Motive – ausgesprochene Motive wiedergeben längst nicht die inneren (Handlungs-)Werte einer Person, eines Politikers etc.

Sollte es tatsächlich so schlimm sein (Beeinflussung des Volks), wie manche Politiker und Medienhäuser darlegen, so hat meines Erachtens, die Bildungspolitik versagt.

Netzneutralität bedeutet auch, uneingschränkter, selbständiger und unzensurierter Zugang zum Internet. Anhand der Vorlage «Geldspielgesetz» zeige ich auf, wie wichtig die Internet-Neutralität ist.

Neues Geldspielgesetz

An und für sich ist das neue Geldspielgesetz kein reines IT-/Digitalisierungs-Thema. Die Umsetzung, beziehungsweise Sicherstellung jedoch schon: Den ausländischen Anbietern wird mittels Netzsperre der Marktzugang verhindert. Im Klartext: der Aufruf eines ausländischen Online-Casinos wird uns verunmöglicht.

Die Grundidee des neuen Geldspielgesetz ist gut angedacht. Nur die Umsetzung ist nicht akzeptierbar. Fakt ist, erstmal werden Netzsperren gesetzlich verankert. Ein gefährlicher Präzedenzfall. Die Schweiz begibt sich in Sachen Netzsperren in die Nähe von Nordkorea und China.

Gegner und Referendumskomitee

Gegen Internet-Zensur und digitale Abschottung

Befürworter des neuen Geldspielgesetz

Beführworter sind Schweizer Casino-Betreiber, Politiker/innen, die im Bundesparlament der Vorlage zugestimmt haben sowie ausnahmslos alle Kantone. Komitee «Ja zum Geldspielgesetz»

Das Referendum gegen das Bundesgesetz vom 29. September 2017 über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS) ist am 29. Januar 2018 zustande gekommen.

Die Vorlage «Bundesgesetz vom 29. September 2017 über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS) (BBl 2017 6245)» kommt am 10. Juni 2018 zur Abstimmung.

Digitalisierung ermöglicht Transparenz

Digitalisierung und Internet öffnen das politische Geschehen für aktiv Interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger – Argumente und Aussagen lassen sich gegenprüfen. Manche Politiker, Lobbyisten und Konzerne mögen transparente Einsichtnahme weniger.

Ist die Netzsperre einmal gesetzlich verankert, ist es für die Politik durchaus ein leichtes Spiel, weitere Sperren zu veranlassen. Nämlich nicht nur wie im Beispiel «Geldspielgesetz, auch die Verhinderung von politischer Einsichtnahme mittels Recherchen im Internet.

A) Das Schweizer Parlament – Einsichtnahme in die Geschäfte

Der Schweizer Parlamentsdienst bietet im Internet zu den politischen Geschäften eine Fülle an Informationen

So ist einsehbar, wie deine gewählte Partei bzw. dein politischer Vertreter im Parlament verhalten hat.

Das Geschäft «Geldspielgesetz» mit der Nummer 15.069 ist im Internet abrufbar. FDP wie auch  SVP waren sich uneinig. Argumente und Botschaften im Parlament lassen sich nachlesen und nachschauen (Video).

Das Verhalten der Politiker/innen im politischen Parlamentsbetrieb ist jederzeit einsehbar. Eine gute Sache.

B) Eigenrecherchen im Internet

Medienkompetenz ist unter anderem – Motive und Argumente von Politiker/innen und Parteien kritisch zu hinterfragen und zu validieren. Die Eigenrecherche im Internet macht das möglich: Verhalten des Politikers, Interessenbindungen, Argumente etc.

Zurück zum Beispiel «Geldspielgesetz»
Ein Hauptargument der Befürworter ist, Erträge aus den Geldspielen kommen gemeinnützigen Zwecken zu Gute.

Klingt gut, ist nicht ausschliesslich so. Die bz-Basel titel am 6. April 2018 auf ihrer Website: «Trotz Rüge wegen Vergabepraxis fliesst noch mehr Swisslos-Geld fürs Reitturnier».

Gewinnorientierte Unternehmen wie CSI, Swiss Indoors, Bâloise Session oder das Musical Theater erhalten oder erhielten Gelder von Swisslos.

Teilweise finden sich weitere fragwürdige Engagements. Natürlich profitieren mehrheitlich gemeinnützige Institutionen aus Kultur, Sozialem, Umwelt und Sport. Auf swisslos.ch sind die unterstützten Projekte 2017 aufgelistet.

Die Aussage der Befürworter (…einen unverzichtbaren Beitrag an gemeinnützige Projekte und Institutionen zu leisten…) ist beispielhaft dafür, wie gezieltes Hervorheben von Teilinformationen, respektive der bewusste Verzicht auf vollumfängliche Information, zur Meinungsbildung genutzt wird. Zwar ist die Aussage der Befürworter

  • keine Unrichtigkeit
  • doch das Argument ist unscharf, «wenn etwas nicht passt, dann wird es eben passend geredet».

Dies ein aktuelles Beispiel zum wichtigen Thema der Netzneutralität und ein Aufruf an die Wachsamkeit – Fake-News und alternative Fakten sind allgegenwärtig, jegliche politisch Couleur bedient sich dessen.

Links zum Thema

  • Volksabstimmung: 10. Juni 2018
  • Abstimmung zum Geldspielgesetz – Parolen der Parteien
  • Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) im Detail
  • Geldspielgesetz, Geschäftsnummer 15.069 – Verlauf der Debatte in National- und Ständerat

Ohne Wandel keine Digitalisierung

«Digialisierung gelingt nur mit echtem Wandel – nämlich eine Veränderung der Denk- und Handlungskultur – Neu denken mit dem Ziel der Einfachheit».

Die Initianten beider Referendum-Komittes zeigen den Wandel eindrücklich – Gutes erhalten, Neues verbinden.


Weiterführende Informationen

  • Digitalisierung – Totengräber des Fachhandels? Artikel auf digitalmedia.ch vom 17. Januar 2018.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
Kennen Sie den Digitalisierungs-Kompass? Einfache Gestaltung ist intelligente Gestaltung. Gleich hier bestellen (E-Mail).

Bildquelle

– Titelbild (Bundeshaus): Parlamentsdienste 3003 Bern
– Bild im Artikel (Feldstecher): pexels.com (CC0 Lizenz)

Bildquelle: «Parlamentsdienste 3003 Bern»

Digitalisierung im politischen Alltag

Bildquelle: «Parlamentsdienste 3003 Bern»

Auch in der Politik ist die Digitalsierung zunehmend spürbar, beispielsweise in Form von Gesetzgebungen zur Digitalisierung (direkt/indirekt) oder von permanenter Einsicht in Geschehnisse des politischen Alltags.

Die Digitalisierung ermöglicht der Gesellschaft eine gänzlich neue Einflussnahme und Einsichtnahme. Was für das Volk von Vorteil ist, kann zum Nachteil des Politikers sein – je nach Sichtweise.

Der zweiteilige Artikel zeigt auf, wie die Digitalisierung einen Einfluss in den politischen Alltag der Schweiz hat:

  1. Initiativen und Referenden – parteilose Kommitees nutzen digitale Möglichkeiten.
  2. Digitalisierung schafft Transparenz – gefällt nicht immer allen.

Direkte Demokratie

Wir haben das letzte Wort. Ein hohes und schützenswertes Gut.

Mit der direkten Demokratie haben wir die Möglichkeit, uns zu Parlamentsentscheiden zu äussern oder Verfassungsänderungen vorzuschlagen.

Parteilose Kommitees nutzen digitale Möglichkeiten

Die Digitalisierung bietet eine Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten und geht weit über bereits bekannte Anwendungsmöglichkeiten – vorausgesetzt, Einfachheit bleibt im Fokus des neuen Denkens.

Referendum gegen Versicherungsspione

Möglichkeiten der Digitalisierung erkennen. Einzelpersonen engagieren sich politisch und äussern sich zu einem Entscheid des Parlaments. Mit Hilfe der Digitalisierung prüfen und ergreifen die Initianten das Referendum gegen das vom Parlament verabschiedete Versicherungsgesetz.

Überwachung, Versicherungsgesetz und Versicherungsspione – kurz erklärt.

Gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Versicherten.

Gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Versicherten.

Kommt das Referendum zustande?

Die politischen Parteien geben sich in Sachen Referendum zurückhaltend. Privatpersonen kämpfen für die Privatsphäre und gegen staatlich verordnete Schnüffeleien.

Zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Das Komitte hat bis zum Entscheid für das Referendum keine grosse Unterstüzung von Organisationen und Parteien erhalten. Um so wichtiger im Vorfeld zu erkennen, ob ein mögliches Referendum Erfolgschancen hat oder gänzlich chancenlos ist.

Das erste Twitter-Referendum der Schweiz, schreibt die Tageswoche aus Basel. Soweit geht nun die Digitalisierung auch wieder nicht. Dennoch, mit den sozialen Medien und der Plattform «wecollet.ch» wurde zuvor erhoben, ob ein Zustandekommen des Referendums gute Aussichten hat.

  • Mit Twitter wurden die Follower auf das Vorhaben hingewiesen, und aufgefordert mitzumachen.
  • Wer mitunterstützt, trägt sich ein in der Plattform wecollect.ch – wie viele reale Unterschriften kannst du sammeln, bist du bereit, das Vorhaben finanziell (Spenden) zu unterstützen.

Innert wenigen Tagen wird klar, das Zustandekommen des Referendums hat gute Erfolgsaussichten. Das Referendum wird gestartet.

Unterschriften sammeln – auch digital

Die Initianten nutzen auch den digitalen Kanal für das Sammeln von Unterschriften:

  • Unterschriftenbogen im Internet personalisieren und ausdrucken;
  • Name und Vorname handschriftlich einfügen und unterschreiben;
  • Die Seite falten und ab in den nächsten Briefkasten.

Unterschriften werden auch auf dem persönlichen Weg gesammelt. Es ist ein nationaler Unterschriften-Sammeltag geplant.

Links zum Thema

Digitalisierung schafft Transparenz

Das Referendum «gegen die gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Versicherten» zeigt beeindruckend die Möglichkeiten und Wichtigkeit der Digitalisierung im politischen Geschehen – Einflussnahme und Einsichtnahme durch das Volk.

Wandel und Transparenz einerseits, eine sich veränderte Gesellschaft anderseits, schafft eine gänzlich neue politische Beteiligungskultur.

Errungenschaften – des einen Freud, des anderen Leid, sind politischen Kräften ausgesetzt:  Erneuerungen zu verhindern oder gar rückgängig zu machen. Hierzu gibt es ein aktuelles Beispiel – Internetzensur unter dem Deckmantel des Geldspielgesetzes.

Eine Gefahr für den freien Zugang und Umgang mit dem Internet – 2. Teil: Die Netzneutralität fällt.


Weiterführende Informationen

  • Digitalisierung – Totengräber des Fachhandels? Artikel auf digitalmedia.ch vom 17. Januar 2018.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
Kennen Sie den Digitalisierungs-Kompass? Einfache Gestaltung ist intelligente Gestaltung.  Gleich hier bestellen (E-Mail).

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– Titelbild (Bundeshaus): Parlamentsdienste 3003 Bern
– Bild im Artikel (Feldstecher): pexels.com (CC0 Lizenz)

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RevolutZAK – Bank Cler und Revolut

Im Herbst 2017 angekündigt, nun auf dem Markt – die erste Schweizer Smartphone-Bank: «Zak» von der Bank Cler, eine Tochter der Basler Kantonalbank. Bericht vom 17. November 2017 auf digitalmedia.ch – Banking und Banken.

Zeit, das Produkt der Bank Cler etwas näher anzuschauen. Auf einen direkten Vergleich mit dem Mobile-Banking von Revolut verzichte ich. Es gibt zwar Gemeinsamkeiten, dennoch trennen die beiden Welten. Mehr dazu im Abschnitt: Zak, das Schweizer Revolut?

Zak – «das einfachste Banking der Schweiz»

Schreibt die Bank Cler auf ihrer Landingpage. Was Cler damit meint, entzieht sich meiner Kenntnis – Einfachheit liegt im Verständnis des Anwenders.

Ein Punkt vorweg: ich habe die Einladung für die Nutzung für Zak erhalten, jedoch auf einen Gebrauch verzichtet inklusive einer 30 Franken Gutschrift. Das heisst, ich kommentiere das Angebot beziehungsweise Leistungsumfang, nicht jedoch die Umsetzung der App.

Ein detaillierte Umschreibung ist aus dem Produktbeschrieb der Bank Cler zu entnehmen.

Toll gemacht, Zak

Das Engagement der Basler Kantonalbank mit dem Produkt Zak ist löblich und speziell hervorzuheben. Erstmals gibt es von einer Schweizer Retailbank ein kostenloses Angebot eines reinen Digitalbanking. Das ist gut so und gibt Schwung in den (Selbstläufer-)Markt.

Die Topf-Funktion ist eine gelungene Anwendung. Ich nenne es «virtuelles Unterkonto». So ist es möglich, mehrere Konti in einem zu vereinen. Bankpakete bestehend aus Privatkonto und mehreren Sparkonti entfallen. Die Finanzassistenten der Kantonalbanken haben auf den ersten Blick eine Ähnlichkeit. Doch der Unterschied liegt an der Verwendungsfunktion: Zak deckt den Geldtopf ab (eine Art Bilanz), die Kantonalbanken wiedergeben den Geldfluss (eine Art Erfolgsrechnung). Als Privatperson und aus Sicht Geldplanung ist es vorteilhafter zu sehen, wie sich das Guthaben zusammensetzt. Für Zak ein Plus gegenüber den üblichen «Einheits-Finanzassistenten» der Kantonalbanken.

Benutzer beziehungsweise Kunden mit dem Verhalten eines geringen Bargeld-Bedürfnis honoriert die Bank Cler mit dem Preismodell «Cashless» – kostenlose Bargeldbezüge an Bank Cler Geldautomaten sind dennoch möglich.

Grundfunktionen wie Bezahlen mit Maestro, Zahlungsverkehr in CHF inkl. Dauerauftrag sind gegeben.

Mastercard und Maestro Zak. Printscreen cler.ch, Zugriff vom 19.03.2018, Bank Cler

Mastercard und Maestro Zak. Printscreen cler.ch, Zugriff vom 19.03.2018, Bank Cler

Na ja, Zak

Smartphone-Banking mit einer App, dennoch

  • zwei Plastikkarten – Maestro und Mastercard; immerhin mit NFC
  • Mobiles Bezahlen (mpay) nur mit Twint Prepaid – eine weitere Dritt-App.

Zak will mit ihrem Produkt und dem Marketing-Auftritt Einmaligkeit markieren. Doch die Kollektivhaft von Viseca mit Twint macht sich hier bemerkbar und verhindert so eine ehrliche Entfaltung: Wer eine «andere» Kundschaft anspricht sollte Wahlfreiheit offerieren. Bank Cler täte gut daran, eine Kreditkarte anzubieten mit Unterstützung von mobilen Bezahlsystemen wie SamsungPay und ApplePay.

Auslandzahlungsverkehr (Ausgang) wird im Moment nicht unterstützt. Euro-SEPA ist standardisiert und auch deswegen ein Must-have.

Zak – Nähe Bank Cler und BKB unverkennbar

Das Beispiel Viseca und Twint zeigt, die Geschäftspolitik bestimmt den Leistungsumfang von Zak. Kundenzentrierung orientiert sich am Kunden und nicht an Formalien.

Nach gut einem Monat gibt es noch immer eine Warteliste – laut Auskunft dauert es einige Wochen bis zum Versand der Einladung. Sollte die Wartezeit tatsächlich so lange sein – schade für das Produkt Zak. Denn es gilt, wer mit einem neuartigen Produkt eine digitale Kundschaft anspricht, hat ausreichend Kapazitäten bereitzustellen: Das Verhalten der Bank Cler hält mit dem bereitgestellten Produkt und dem Kundenverhalten nicht Schritt.

Die Bank Cler nennt ihr Produkt: «Privatkonto Zak». Das Verhalten verharrt auch im Wording im alten Denkmuster. Die Unterscheidung Privatkonto und Sparkonto ist aus Sicht Bankbilanzierung vonnöten, interessiert ein Bankkunde wohl kaum.

Falls ich als Zak-Interessent individuelle Fragen habe, so verweist die Bank Cler unter anderem auf ein Kontaktformular. Ja, richtig gelesen, Kontaktformular. Der Kreis schliesst sich – Denkmuster.

Zak, das Schweizer Revolut?

Eine bunte App macht noch kein Kundenerlebnis. Und hier liegt der Unterschied zu Revolut: Zak ist aufgebaut auf dem Denkmuster der BKB und Bank Cler. Unternehmensinterne Zwänge bestimmen den Produktumfang – das Image von Viseca ist angekrazt, wird immer mehr zur Hypothek und für Zak ein No-Go.

Das digitale Onboarding von Zak ist solide aufgebaut – digitalmedia.ch hat berichtet: Online Kontoeröffnung, ein Versuch. Bei Revolut ist ein Konto in fünf bis zehn Minuten eröffnet inklusive Nutzungs-Zugang. Bei Zak dauert es drei bis fünf Tage – sofern der Interessen in zwei, drei Wochen eine Einladung für das Onbarding bekommt. Die Vorgaben der Finma schlagen hier durch. Wobei zu erwähnen ist – es gibt auch Vorgaben, die im Ermessen der Bank liegen – hier hat/hätte jede Bank genügend Spielraum zur Einfachheit.

Verhalten und Regularien ist der eine Grund, warum ich einen Vergleich zwischen Revolut und Zak nicht mache. Anderseits ist es so, Schweizer Revolut-Kunden nutzen die App (noch) ausschliesslich für den Geldverkehr im Ausland. Von einem Einsatz im Schweizer Alltag ist Revolut noch entfernt.

Meine Aussage wiederhole ich stets: Digialisierung gelingt nur mit echtem Wandel – nämlich eine Veränderung der Unternehmenskultur. Das fehlt meines Erachtens bei der BKB und Bank Cler.

Zielpublikum

Endlich ein Digital-Konto einer Schweizer Bank. Das ist wirklich hervorzuheben. Die üblichen Alltags-Bedürfnisse werden abgedeckt. Wer auf schick gekleidete Bankberater und Shaggy-Style-Filialen verzichtet und ein eingeschränktes Bargeldbedürfnis hat, bekommt mit Zak ein kostenloses Konto inklusive Debit- und Kreditkarte.

Erfahrungen mit Zak

Wer hat einen Zugang und benutzt Zak im Alltag? Lasst uns an euren Erfahrungen teilhaben und schreibt mir. Die Leser freuen sich auf Feedbacks.

Im App-Store (Andorid und iOS) sind Bewertungen frei zugänglich. Einfach mal nachlesen.


Weiterführende Informationen

Jetzt aktuell: «Hypothekar-Markt 2017» mit Tabellen, Grafiken und Vergleichen. Kostenlos erhältlich im PDF-Format. Gleich hier bestellen (E-Mail).

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Digitalisierung im Schweizer Retailbanking

Anlässlich mancher Bilanzmedienkonferenzen versprühen die Banken eine fast noch nie dagewesene Euphorie in Sachen Digitalisierung: Kernige Botschaften und ein trendiges Auftreten der Bankvertreter sind sichtbare Zeichen an Aussenstehende – jetzt tut sich was:

  • «Kunden können bereits heute die Digitalisierung erleben»
  • «Mit der Digitalisierung schaffen wir für die Mehrwert für die Kunden»

Schreibt beispielsweise die St.Galler Kantonalbank; stellvertretend als Querschnitt zahlreicher Kantonal- und Regionalbanken.

Wohlgemerkt, wir befinden uns im dritten Jahr der verordneten Digitalisierungsoffensive der Banken. Zeit, etwas näher hinzuschauen.

Neues Jahr, andere Einsicht

Bisher war das Verhalten und die Einstellung in Sachen Digitalisierung zwiespältig – EY Bankenbarometer 2017:

  • Die Retailbanken sehen zwar Handlungsbedarf wie Effizienzsteigerung und Kostensenkung.
  • Doch neue Strategien, Geschäftsmodelle oder Prozesse stehen nicht im Fokus

Deutliche Worte ein Jahr später – EY Bankenbarometer 2018:

  • Digitalisierung wird eine fundamentale Auswirkung haben auf Produkte, Prozesse, Strategien etc.

Die Aussage aus 2017, «Strategien, Geschäftsmodelle oder Prozesse stehen nicht im Fokus» sind im Kundenalltag heute noch Gewohnheit. Auf meinem Blog finden Sie zum «Digitalbanking Schweiz» diverse Artikel.

Kontoprodukte, Funktionen und Sachleistungen, die dem Bedürfnis einer reinen Online-Geschäftsbeziehung entsprechen, sind nicht greifbar; das Produktsortiment entspricht den 80er Jahren.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Zurück zur Digitalisierungs-Euphorie: Markante Botschaften, abgelegte Krawatten und Chief Digital Officer.

Substantiell ist das noch nicht. Jedoch seit einigen Jahren ein gradliniges Vorgehen im Verhalten: Augenmerk auf «hübsch verpackt».

Von Mehrwert zu sprechen ist eher übermütig und liegt wohl in der Tatsache der Euphorie.

Ohne Krawatte, den obersten Hemdknopf offen

«Wir sind dabei», so die visuelle Botschaft. Betrachtet man die Fotos mit den abgebildeten Bankenvertretern ist unpassendes sichtbar:

  • Der Business-Anzug ohne Krawatte; der Träger wirkt entfremdet statt öffnend

Das Weglassen der Krawatte mit Beibehaltung des Anzugs suggeriert auf mich eher Langweile und etwas tun zu müssen. Echte Authentizität ist Wandel, statt im üblichen Trend lediglich mitlaufen.

Chief Digital Officer, CDO

In den Organigrammen ist nun des Öfteren die Position eines CDO zu sehen. Begrüssenswert, und allemal besser, als die mediale Schlagzeile: «Digitalisiserung ist Chefsache».

CDO, gut gemeint. Doch, das Gegenteil von «gut» ist «gut gemeint». Das ist die Krux an der Sache.

  • Digitalisierung ist nicht eine Aufgabe, auch nicht ein Aufrag
  • Digitalisierung ist keine Funktion, weder Tätigkeit noch Position
  • Digitalisierung ist auch kein Projekt und endet nicht mit zeitlichen Sollvorgaben

Die berufenen CDO-Inhaber sind in der Regel projektorientierte und methodisch veranlagte Mitarbeitende mit einer langjährigen Unternehmensdazugehörigkeit. Wertekonflikte sind möglicherweise gegeben.

Vorwärtskommen sehe ich im echten Wandel. Passend ein Zitat eines Twitter-Users:

«Frischen Wind hineinbringen: Querdenker engagieren, die eine hohe Unabhängigkeit entwickeln.“

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In der Tiefe liegt der Wandel.

Unabhängige Querdenker: Das gilt für Aussenstehende als auch für Mitarbeitende, beide sind im Zitat gleichberechtigt miteinbezogen. Das oberste Credo lautet: unabhängig Querdenken. Eine interne Besetzung ist somit per se nicht falsch. Von externen Beratern ist Abstand zu nehmen: eine Unabhängigkeit ist nicht gegeben; nämlich des Geldes und/oder der Hörigkeit wegen.

Digitalisierungs-Euphorie bankintern

In Gesprächen im privaten Umfeld habe ich einen unbefangenen Einblick erhalten in das Innenleben einer Bank mit digitalen Ansprüchen.

«Unser Team-Vorgesetzter kann die Strategien nicht gut wiedergeben. Ich vermute, auch er versteht nicht, was die Verantwortlichen wollen.» (C.L.)

Spartendenken und -handeln sowie stufengeführte Kommunikation sind gegenwärtig. In den Organigrammen gut sichtbar.

«Die Vorgaben entstehen in Köpfen zwei, drei Personen. Bei uns in der Abteilung war keiner vor Ort und hat sich die Sache selbst angeschaut.» (R.N.)

Eine Aussage wie aus vergangenen Zeiten. Auch heute sprechen Verantwortliche selten direkt mit Mitarbeitenden aus der Basis. Über Jahre hat sich ein Clan gebildet – wir wissen, was für die Bank das Beste ist.

«Vorhaben digital, Vorhaben analog. Was jetzt? Eine Verunsicherung macht sich breit. Und mein Arbeitsplatz?» (M.F.)

Unsicherheit und Ängste. Signale einer Unruhe mit Konfliktpotential. Offensichtlich wird mitgeteilt ohne gegenseitig zu kommunizieren. Auch ich als aussenstehende Person habe Mühe, die Strategien einzuordnen – Beispiel:

  • an der Beratung wird festgehalten, jedoch genau in diesem Geschäftsansatz wird die Digitalisierung stark forciert: Online-Hypotheken, Robo-Advisor.

Die Kunst einer gelungenen Digitalisierung, die begeistert:

  • nicht alles ist planbar und machbar.
  • gegenseitiger Dialog mit Mehrgehalt – wenn auf hohem Niveau etwas Neues entsteht, das weiter führt.
  • Alle sind eingeladen und gleichberechtigt, Verzicht auf Privilegien.

Wiederholende Geschichte

Viele Banken setzen auf Bestandeslösungen von Drittfirmen und hoffen so, auf irgendeine Art und Weise der Digitalisierung zu entsprechend. Es ist trügerisch.

«Leider gibt man leichter viel Geld für Technik aus, als mit den Mitarbeitern den Wandel gemeinsam einzuleiten.»

Verantwortung delegieren ist bequem, lässt sich jeodoch nie an Dritte abgeben. In der Vergangenheit war das schon so, heute umso mehr. Und, die Begeisterung für eine Sache kommt ausschliesslich von innen.

Verlagshäuser in der Moderne

In der Öffentlichkeit werden die Verlagshäuser wie Tamedia oder NZZ nach wie vor als Verlierer der Digitalisierung angesehen. Dies war so. Öffnet man die Augen und lenkt den Fokus weg vom Printbereich, so sieht man den gelungenen Wandel. Die Einsatzeinbussen (Leser, Inserate) konnten längst durch neue Geschäftsmodelle wettgemacht werden.

Was steckt hinter dem Wandel? Veränderungen in Gesellschaft Markt annehmen, statt am Bestehenden festhalten. Und, in den digitalen Geschäftsbereichen sind unabhängige Querdenker mit Null Bezug zu den Printmedien.


Weiterführende Informationen

  • Banking und Banken – Tristesse im Retailbanking? Artikel auf digitalmedia.ch vom 17. November 2017.
  • Stand Digitalbanking 2017 – eine Bestandesaufnahme. Artikel auf digitalmedia.ch vom 5. Juli 2017.
  • Ad hoc Informationen zur Digitalisierung im Retailbanking auf Twitter von digitalmedia.ch
Jetzt aktuell: «Hypothekar-Markt 2017» mit Tabellen, Grafiken und Vergleichen. Kostenlos erhältlich im PDF-Format. Gleich hier bestellen (E-Mail).

 

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Kantonalbanken – operative Kennzahlen

Ausgewählte Kennzahlen aus Bilanz und Erfolgsrechnung, 2013–2017. Mehrjahresvergleich – Entwicklung/Veränderung, indexiert: 2013 = 100

Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB)

Datenquelle: blkb.ch – Geschäftsberichte

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© 08.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch | Quelle: blkb.ch – Zugriff: 08.02.2018

Zuger Kantonalbank (ZugerKB)

Datenquelle: zugerkb.ch – Geschäftsberichte

kantonalbank-zug

© 23.01.18 / patrick.huber@zeitbar.ch | Quelle: zugerkb.ch – Zugriff: 23.01.2018

Schwyzer Kantonalbank (SZKB)

Datenquelle: szkb.ch – Geschäftsberichte

kantonalbank-schwyz

© 25.01.18 / patrick.huber@zeitbar.ch | Quelle: szkb.ch – Zugriff: 25.01.2018

Thurgauer Kantonalbank (TKB)

Datenquelle: tkb.ch – Geschäftsberichte

kantonalbank-thurgau-weinfelden

© 20.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch | Quelle: tkb.ch – Zugriff: 20.02.2018

Aargauische Kantonalbank (AKB)

Datenquelle: akb.ch – Geschäftsberichte

akb-kantonalbank-aargau

© 22.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch | Quelle: akb.ch – Zugriff: 20.02.2018


Weiterführende Informationen

Die Erhebung «Hypothekar-Markt 2017» mit zusätzlichen Tabellen und Grafiken ist kostenlos erhältlich im PDF-Format. Gleich hier bestellen (E-Mail).

 

kantonalbank-jahresrechnung-erfolg

Kantonalbank – Jahresabschluss 2017

Rückgang Zinserfolg

Die Kantonalbanken erzielten im Hypothekar-Geschäft 2017 einen Zuwachs von gut 13,6 Milliarden Franken. In den Bilanzen ist unter der Rubrik «Hypothekarforderungen» das Wachstum entsprechend sichtbar.

Informativer aus der Erfolgsrechnung sind die Positionen «Netto-Erfolg Zinsengeschäft» und Brutto-Erfolg Zinsengeschäft». Trotz Volumenerhöhung im Kreditgeschäft ist bei manchen Kantonalbanken das Zinsdifferenzgeschäft im Vergleich zum Vorjahr rückäufig.

Hypothekar-Volumen und Erträge Kantonalbanken

Ausgewählte Kantonalbanken, Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr (2017/2016):

kantonalbank-marktwachstum

© 22.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch

Volumensteigerung hat seinen Preis, das ist die Rückseite der Medaille: Wachstum ist kein Garant für eine positive Entwicklung der Ertragszahlen gegenüber dem Vorjahr.

Die Aargauische Kantonalbank erzielte mit einem Ausleihungswachstum von +6.4 Prozent einen Rückgang im Netto-Erfolg Zinsengeschäft von -5.1 Prozent (13,6 Millionen Franken) Auch die Basellandschaftliche Kantonalbank hat gegenüber 2016 einen Rückgang im Zinserfolg um 10,1 Millionen Franken (4.4%).

Gegenüberstellung Zinsertrag/Zinsaufwand

Der Rückgang im Zinsgeschäft der Aargauischen, Zuger und Basellandschaftlichen ist gut sichtbar bei der Verrechnung «Zinsertrag und Zinsaufwand» im Vergleich  zum Vorjahr. Die drei Kantonalbanken weisen eine negative Entwicklung aus. Das heisst, der Rückgang im Zinsertrag ist höher als die Minderung im Zinsaufwand.

Die Tabelle zeigt die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in TCHF, ohne «Zins- und Dividendenertrag aus Finanzanlagen»:

Zinsertrag Zinsaufwand Saldo
Basellandschaftliche Kantonalbank -38’009 -27’905 -10’104
Zuger Kantonalbank -16’883 -12’454 -4’429
Berner Kantonalbank -7’281 -7’870 589
Aargauische Kantonalbank -5’717 +488 -6’205
St. Galler Kantonalbank -9’366 -13’010 3’644
Luzerner Kantonalbank -4’816 -25’796 20’980
Thurgauer Kantonalbank 4’633 -5’128 495
Schwyzer Kantonalbank -10’105 -10’011 -94

Auffallend ist hier die Aargauische Kantonalbank: der Zinsaufwand konnte im Vergleich zu den Vorjahren nicht reduziert werden – der Aufwand hat sich erhöht um knapp ein Prozent.

Der Rückgang im Zinsertrag bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank ist auf den ersten Blick ausserordentlich hoch. Im Verhältnis zu anderen vergleichbaren Kantonalbanken ist der Zinsertrag 2017 mit 368 Millionen Franken ein gutes Ergebnis.

Die St. Galler Kantonalbank gewährt mit der Analysten-Präsentation einen vertieften Einblick in das Zinsgeschäft (Ertrag vs. Aufwand).

Wertberechtigungen und Verluste

Für den Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft wird nun die Position «Veränderungen aus ausfallrisikobedingten Wertberechtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft» verrechnet.

– Werte im Vergleich zum Vorjahr
– Wertberechtigung/Verluste: Bildung (-); Auflösung (+)
– Forderungen ggü. Kunden: Kommerzielle Unternehmenskredite

Wertberechtigungen und
Verluste
Hypothekar-Forderungen Forderungen ggü. Kunden
Basellandschaftliche Kantonalbank -3,5 Mio./CHF +3.5% -5.3%
Zuger Kantonalbank -110 TCHF +1.4% +1.1%
Berner Kantonalbank +39,7 Mio./CHF +4.9% +8.0%
Aargauische Kantonalbank +13,4 Mio./CHF +6.4% +20.7%
St. Galler Kantonalbank +451 TCHF +2.5% +0.8%
Luzerner Kantonalbank -11,3 Mio./CHF +5.4% +1.8%
Thurgauer Kantonalbank +3,6 Mio./CHF +3.8% -9.4%
Schwyzer Kantonalbank +6,2 Mio./CHF +5.7% -1.3%

Auch hier gibt es ein differeziertes Bild. Hohe Auflösung von Kreditrückstellungen trotz hohem Wachstum in den Kreditausleihungen, so beispielsweise bei der Aargauischen- und Berner Kantonalbank.

Selbstverständlich habe ich in das Kreditportfolio der Banken keinen Einblick. Auffallend ist jedoch, dass insbesondere im Marktgebiet der AKB (Aarau, Brugg, Olten) und BEKB (Solothurn, Oberaargau) ein überdurchschnittlich hoher Wohnungsleerstand besteht – UBS Real Estate Focus, Ausgabe 2018 (Download, PDF, 3 MB).

Operative Ergebnisse der Kantonalbanken

Die Vergabe von Krediten ist trotz Rückgang im Zinsgeschäft die Hautpertragsquelle der Kantonalbanken.

Die Erträge im indifferenten Bankgeschäft haben markant zugenommen und somit massgeblich zum guten Jahresergebnis beigetragen.

Eine Auswahl an Kantonalbanken im Mehrjahresvergleich zeigen die operative Entwicklung:

  • stagnierendes Zinsgeschäft
  • starkes Wachstum im indifferenten Bankgeschäft

Weiterführende Informationen

Die Erhebung «Hypothekar-Markt 2017» mit zusätzlichen Tabellen und Grafiken ist kostenlos erhältlich im PDF-Format. Gleich hier bestellen (E-Mail).

 

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Hypothekarmarkt Schweiz 2017

Hohe Bautätigkeit und Zunahme Wohnungsleerbestand im Wohnungsbau sowie ein Rückgang in der Zuwanderung (Wanderungssaldo) prägten den Schweizer Immobilienmarkt im 2017. Wie in den Vorjahren konnte das jährlich Marktwachstum der inländischen Hypotheken gehalten werden.

1. Teil: Hypothekar-Markt Schweiz – Marktvolumen und Wachstum
2. Teil: Kantonalbanken – Jahresabschluss 2017

Hypotheken Schweiz 2017 – auf einen Blick

Die Schweizer Banken halten rund 95 Prozent des Hypothekarvolumens. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den inländischen Hypothekarmarkt der Schweizer Banken.

  • Gesamtvolumen per 31.12.2017 bei 973,9 Milliarden Franken. Mit Versicherungen und Pensionskassen: 1’023 Mrd. CHF (geschätzt).
  • Zunahme um 25,9 Mrd. Franken, +2.7% gegenüber 2016
  • Die Kantonalbanken haben vom Marktwachstum gut 52 Prozent abgeschöpft.
  • Gegenüber dem Vorjahr generierte die Raiffeisengruppe mit 4.3% den höchsten Zuwachs aller Bankengruppen.
  • Die Kantonalbanken halten einen Marktanteil von 36.7%, +0.4 (%P)

Marktwachstum Hypotheken

Bank-Hypotheken Inland, Benützung. Ohne Kreditvergabe von Nicht-Banken. Werte teilweise gerundet. Werte per Jahresende (31. Dezember). Quelle: data.snb.ch

CHF/Mrd. in % Anteil
Martwachstum 2017 25,9 +2.7%
– Kantonalbanken 13,6 +4.0% 52.4%
– Raiffeisenbanken 7,2 +4.3% 27.7%
– Grossbanken -0,3 -0.1% -1.3%
– Regionalbanken 2,3 +2.5% 8.8%
– Übrige Banken 3,2 +3.7% 12.4%

Mehrjahresvergleich Markt

– Marktvolumen in Mrd./CHF (blau) und Zuwachs in % (rot, rechts)

hypotheken-schweiz-entwicklung

© 22.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch

– Detailzahlen

Wachstum Mrd./CHF Wachstum in % ∆ ggü Vj/CHF
2017 25,9 +2.7% +780 Mio.
2016 25,1 +2.7% -1’057 Mio.
2015 26,2 +2.9% -5’160 Mio.
2014 31,3 +3.6% -4’258 Mio.
2013 35,6 +4.3% -9’712 Mio.
2012 45,3 +5.8%

Entwicklung Marktzuwachs nach Bankengruppe

Angaben in Mrd./CHF.

hypothekenmarkt-entwicklung

© 22.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch

Die Grossbanken konnten nach 2016 auch im 2017 den Rückgang zum zweiten Mal in Folge etwas kompensieren. Dennoch bleibt ein negativer Marktzuwachs von -324 Mio. Franken.

Detailanalyse private-/nicht private Kreditnehmer

kreditnehmer-hypotheken-schweiz

© 22.02.18 / patrick.huber@zeitbar.ch

Die Tendenz der Zunahme der Kreditvergabe (Hypotheken) an Unternehmen hat sich im 2017 fortgesetzt. Den stärksten Zuwachs verzeichnet die Raiffeisengruppe mit knapp +4 %P. Die Kantonalbanken generieren mit Finanzierungen von Renditeobjekten einen Anteil von 41 Prozent von ihrem Wachstum.

Kantonalbanken – Jahresabschlus 2017

Die Kantonalbanken erzielten im Hypothekar-Geschäft 2017 einen Zuwachs von gut 13,6 Milliarden Franken. Sind im aktuellen Zinsumfeld die Hypothekar-Steigerungen unter anderem auch rentabel? Die Kennzahl «Brutto-Erfolg Zinsengeschäft» aus der Erfolgsrechnung gibt Auskunft über den operativen Erfolg im Zinsengeschäft: Geschäftszahlen 2017 ausgewählter Kantonalbanken.


Weiterführende Informationen

  • Kauf Eigentumswohnung – mögliche Überlegungen. Artikel auf digitalmedia.ch vom 19. März 2017.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
Die Erhebung «Hypothekar-Markt 2017» mit zusätzlichen Tabellen und Grafiken ist kostenlos erhältlich im PDF-Format. Gleich hier bestellen (E-Mail).

 

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Online Kontoeröffnung – ein Versuch

«Unklare Worte sind wie ein blinder Spiegel.»

Ein Zitat aus China. Online-Kontoeröffnung ist eine klare Ansage. Doch längst ist nicht drin, was drauf steht. Wird das Kleingedruckte nicht gelesen, braucht es Papier und Geduld bis zur Nutzung des online eröffneten Kontos.

Inhalt und Aufbau «Online Kontoeröffnung»

Basiswissen – Ein wenig Theorie
Praxis – Online Onboarding bei der Bank Cler
Anbieter – Online Onboarding bei Schweizer Banken, eine Übersicht

Kontoeröffnung für Bestandeskunden

Der guten Ordnung halber: bewerben Banken ihre Online-Kontoeröffnung, bezwecken sie die Aufnahme einer Geschäftsbeziehung mit Neukunden (Online-Onboarding). Bestandeskunden eröffnen weitere Bankkonten und -produkte in der Regel im geschützten E-Banking – noch heute wird oft ein manueller Prozess angestossen.

Finma – Voraussetzungen

Die Finma ermöglicht seit März 2016 die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen über elektronische Kanäle. Videoidentifizierung und die Erklärung über die wirtschaftliche Berechtigung (elektronische Signatur Online-Formular) sind unter anderem die Merkmale einer Online-Kontoeröffnung. Wobei die Banken nicht zur Online-Maximalvariante (Indentifizierung und elektronische Signatur) verpflichtet sind.

Online-Onboarding – Umsetzung der Banken

Einige Banken haben die Online-Kontoeröffnung im Angebot. Längst jedoch ist der Eröfnungsprozess nicht 100% online durchgängig. Ein paar Banken beschränken den Online-Prozess auf die Identifizierung – das Formular der wirtschaftlichen Berechtigung ist folglich händisch zu unterzeichnen und einzureichen. Zumindest der Gang zur Post oder Bank zwecks Indentifizierung entfällt.

Und es gibt Banken, die mittels «Online-Formular» eine Konto-Eröffnung anbieten. Dieser Vorgang ist jedoch wie bisher und hat nicht den mindestens Ansatz einer Online-Kontoeröffnung: Druck von Formularen und persönliche Vorsprache zur Identifikation.

Technisch – App und/oder Desktop

Unterscheiden tun sich die Banken auch hier – Abwicklung der Online-Kontoeröffnung mittels einer zu installlierenden App (iOS, Android) und/oder auf dem Desktop-PC. Vorausgesetzt ist natürlich stets eine Kamera, Mikrofon und Internet-Verbindung.

Steigerung für eine reine Online-Kontobeziehung

Ist Online-Identifizierung und digitale Signatur erfüllt, verdient es die Bank die Bezeichnung «Online-Kontoeröffnung» auch zu nennen. Alles andere ist Augenwischerei.

Zustellung Bankunterlagen

Nach der Pflicht, kommt die Kür. Nämlich die Art der Zustellung der Bankunterlagen und somit einer sofortigen Nutzung. Hier unterscheiden sich die Banken erneut:

  • Zustellung Papierunterlagen per Post
  • Elektronische Zustellung der Papierunterlagen

Ein Verzicht auf den Postversand ist ja gänzlich nicht möglich – Zustellung Bankarte bleibt. Ausser der Kunde wünscht ausdrücklich keine Karte.

Online-Kontoeröffnung ist nicht Online-Konto

Auf meinem Blog finden Sie zum Digitalbanking Schweiz diverse Artikel. Online-Kontoeröffnung ist eine Voraussetzung hierfür; Fortschritte sind zu erkennen.

«Banking und Banken», publiziert am 17. November 2017
«Digitalbanking 2017 – eine Übersicht», publiziert am 5. Juli 2017
«Digitalbanking – mehr analog als digital», publiziert am 7. Juni 2016

Gänzlich fehlen Kontoprodukte, die dem Bedürfnis einer reinen Online-Geschäftsbeziehung entsprechen. Zu oft meinen Banken, mit Technik wie bunten Apps und Umstellung auf PDF-Versand sei es getan. Digitalbanking ist Erlebnis und Einfachheit – Technik, Prozesse und Preise.

Online-Kontoeröffnung, Praxis Bank Cler

Zeit, den Versuch einer Online-Kontoeröffnung zu wagen. Ich gehe nicht detailliert auf die einzelnen (technischen) Schritte ein. Vielmehr möchte ich das Vorgehen insgesamt würdigen. Wer mehr erfahren möchte, schaut sich das Beispielvideo der Hypothekarbank Lenzburg an.

Im Vorfeld habe ich mich kundig gemacht und weiss, Identifikation und Signatur wird durch die Bank Cler abgedeckt. Voraussetzungen also für ein 100 Prozent Online-Onboarding.

Videoidentifikation

Der gesamte Ablauf dauerte ungfähr gut 12 Minuten. Etwas länger als gedacht. Der Grund war, da ich während der geführten Identifikation dem Bank Cler Mitarbeiter Fragen gestellt habe, musste dieser Abschnitt nochmals von neuem gestartet werden; Die Identifikation wird aufgezeichnet, abweichende Kommunikation ist nicht zulässig.

Die Bank Cler führt die Identifikation selbst durch. Also keine Drittfirma.

Elektronische Signatur

Im Anschluss an die Identifikation geht der Eröffnungsprozess weiter. Fragen zur Steuerpflicht und der wirtschaftliche Berechtigung werden online ausgefüllt und mittels Empfang SMS-Code elektronisch bestätigt.

Die Abwicklung der elektronischen Signatur wird an eine Drittfirma abgegeben. Bei der Bank Cler handelt es ich sich um die Firma QuoVadis. Ein Dienstleistungs-Unternehmen von WISeKey.

Abschluss

Sachlich gelange ich im Eröffnungsprozess zur Abschluss-Seite. Kurzbestätigung der Eröffnung (das Produkte wird genannt) und Mitteilung der IBAN-Nummer. Fertig.

Am Freitagmittag habe ich das Konto online eröffnet. Die Zustellung der Unterlagen (E-Banking-Zugang) habe ich am Mittwoch mit A-Post erhalten.

Persönliche Würdigung

Positiv ist mir aufgefallen:

  • Gute Nachvollziehbarkeit: sachlich basierter Ablauf. Einwandfreie und zügige Durchführung.
  • Online-Identifikation und digitale Signatur.
  • Mitteilung der (neuen) IBAN-Nummer.
  • Inhouse Video-Identifikation.

Meinerseits wünschenswert, Verbesserungsmöglichkeiten

  • Video-Identifikation nur von Montag bis Freitag. Service-Angebot auch am Samstag anbieten – veränderte Lebensmodelle der Menschen.
  • Elektronische Zustellung «E-Banking-Benutzerdaten» in den geschützten Bereich «My Cler» ablegen.
  • Für Fragen einen persönlichen Kontakt mit dem Bank Cler Mitarbeitenden zulassen.
  • Ablauf und technische Voraussetzung: Hinweis und Dokumentation im Internet bereitlegen (fehlt zurzeit noch).

Online-Onboarding Retailbanking Schweiz

Mit wenigen Klicks als Neukunde ein Konto eröffnen. Wer bietet diese Möglichkeiten an und mit welchen Merkmalen?

Auf einer separaten Seite sind die Banken (Regional- und Kantonalbanken) aufgelistet. Die Seite wird laufend aktualisiert.

Online-Onboarding – die Übersicht

Gibt es Ergänzungen, persönliche Erfahrungen? Schreibt mir und lasst die Lesergemeinschaft an den Erfahrungen teilhaben.