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Bank-Kontoeröffnung ohne App und Video

Ist persönlich auch schnell?

Die Finma ermöglicht seit März 2016 die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen über elektronische Kanäle. Immer mehr Banken machen davon Gebrauch und bieten die Möglichkeit an, Geschäftsbeziehungen digital zu eröffnen.

Wie sieht jedoch der Eröffnungsprozess für Neukunden aus, wenn ich den Korrespondenzweg wähle? Eine zügige Kontoeröffnung ist ebenso möglich, wie das Beispiel der Glarner Kantonalbank zeigt.

Artikel-Übersicht

Online-Onboarding – Umsetzung der Banken

Bereits zahlreich im Angebot – Online-Kontoeröffnung. Jedoch längst ist nicht bei allen Banken der digitale Eröffnungsprozess 100 Prozent online durchgängig.

Einige Banken haben eine komplett durchgängige Kontoeröffnung: Identifizierung und digitale Signatur – u.a. für die Erklärung über die wirtschaftliche Berechtigung mittels Onlineformular oder TAN.

Zahlreich beschränken sich Banken jedoch auf die Video-Identifizierung: Das Formular der wirtschaftlichen Berechtigung sowie weitere Vertragsunterlagen werden per Post zugestellt. Das Konto ist erst später einsetzbar, nachdem der Bank alle Unterlagen unterzeichnet vorliegen.

Bei der Identifizierung gibt es zwei mögliche (Umsetzungs-)Varianten, nachfolgend kurz erklärt.

Video-Identifizierung

Abwicklung der Online-Kontoeröffnung geschieht mittels einer zu installlierenden App (iOS, Android) und/oder auf dem Desktop-PC mit Kamera. Die Identifikation wird mit einem Videochat gemacht. Die Video-Identifizierung ist einer persönlichen Vorsprache gleichgestellt.

Der Vorteil liegt auf der Hand – ein persönliches Erscheinen in einer Geschäftsstelle entfällt. Dennoch muss sich der Neukunde nach den Servicezeiten des Videochats orientieren.

Aktuelle Anwendungsbeispiele:

  • Die Smartphone-Banken neon und Zak nutzen die Video-Identifizierung und die digitale Signatur.
  • Die Aargauische Kantonalbank AKB nutzt nur die Video-Identifizierung.

Online-Identifizierung

Die Online-Identifizierung ermöglicht ein digitaler Prozess ohne Zutun eines Videochats. Das heisst, im Onboarding-Prozess wird mittels Scan eine Ausweiskopie erstellt und hochgeladen.

Der Neukunde überweist zudem einen Kleinstgeldbetrag an die neue Bank. Zusätzlich wird mit dem Scan einer behördlichen Rechnung die Wohnsitzadresse des Neukunden verifiziert.

Diese Variante ist zeitlich unabhängig und ohne Zutun eines Mitarbeitenden. Kontoeröffnungen sind spät abends oder an Feiertagen möglich.

Aktuelles Anwendungsbeispiel:

  • Swissquote nutzt die Online-Identifizierung inklusive digitaler Signatur.
Ergänzende Information/Link zum Thema:

Kontoeröffnung bei der Glarner Kantonalbank GLKB

Auch ohne Video-Chat, Download einer App oder einem persönlichen Aufsuchen einer Geschäftsstelle ist es möglich, Neukunde einer Bank zu werden: Eröffnung auf dem Korrespondenzweg.

Und warum das Beispiel der Glarner Kantonalbank? Das Servicekonto Privat «easy» erfüllt recht passend typische Bedürfnisse eines «digitalen» Selbstversorgers:

  • Hohe Kundenselbstbedienung anerkennend durch Gebührenreduktion (12 Franken/Jahr)
  • Minimalster Bargeldverkehr
  • Wahlfreiheit Einzelprodukt statt teure Gesamtpakete
  • Personelle Fachunterstützung bei Bedarf

Online-Onboarding für Neukunden ist auch bei der digital-affinen Glarner Kantonalbank möglich – Video-Identifizierung, ohne digitale Signatur.

Ergänzende Information/Link zum Thema:

Korrespondenzweg – so gehts

Nachdem Sie der Bank die zu eröffnenden Produkte/Konti telefonisch oder mittels E-Mail mitgeteilt haben, erhalten Sie die Unterlagen per Post zugestellt.

Identifizierung

Für Kontoeröffnungen auf dem Korrespondenzweg benötigt die Bank zur Identifizierung eine echtheits­ bestätigte Kopie eines amtlichen Ausweises mit Fotografie (Pass, Identitätskarte oder Führerausweis). Eine Kopie kann «normalerweise» gegen eine Gebühr bei der Gemeindeverwaltung, bei einem Notariat, am Schalter der Schweizerischen Post oder bei der SBB erstellt/gemacht werden. Es geht auch kostenlos.

Schriftliche Unterzeichnung

Die erhaltenen Unterlagen wie Basisvertrag, Fragebogen U.S.-Status, Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten etc. sind persönlich zu unterzeichnen und an die Bank zu retournieren.

Liest sich umfangreich und ist mit viel Zeitaufwand verbunden. Und kostet tut es auch noch (Ausweisbeglaubigung). Keineswegs, wie das Beispiel der Glarner Kantonalbank zeigt – zügig, verlässlich und kostenlos.

Echtheits bestätigte Ausweiskopie bei jeder beliebigen Kantonalbank

Auf die Beanspruchung einer gebührenpflichtige Leistung bei Gemeinde, Post, SBB oder Notariat kann verzichtet werden. Gehen Sie stattdesen zur nächst beliebigen Kantonalbank und lassen Sie sich den Ausweis kopieren inkl. Stempel und Unterschrift der Bank.

Eine Vereinbarung der Kantonalbanken ermöglicht das gegenseitige Ausstellen von beglaubigten Ausweiskopien.

Überraschend schnell – die Kontoeröffnung

Datum Task/Ergebnis
Dienstag, 02.04. Anruf bei der Bank, Kontowahl
Mittwoch, 03.04. Zustellung/Erhalt der Unterlagen: Kontonummer/IBAN bekannt.
Echtheitsbestätigung der Identitätskarte ausgestellt (ZKB Wetzikon)
Ab in nächsten Briefkasten
Samstag, 06.04. Zustellung/Erhalt E-Bankingvertrag
Dienstag, 09.04. Zustellung/Erhalt E-Banking Autorisierungs-Code

Die IBAN-Kontonummern habe ich bereis am Folgetag erhalten. Der Zugang zum E-Banking war möglich nach nur fünf Arbeitstagen. Und nicht zuletzt hat sich die Bank nach einer weiteren Woche mit einem freundlichen «Wohlfühl-Telefon» gemeldet. Insgesamt eine überzeugende Leistung.

Ist der Eröffnungsprozess der Banken nicht gänzlich hundertprozentig durchgängig, (Identifizierung, Signatur und Zustellung), ist der Korrespondenzweg durchaus eine gängige Alternative.

Und wer keinen Video-Chat mag und dennoch eine «ausserkantonale» Kantonalbank bevorzugt, der wählt den beschriebenen Korrespondenzweg.

Kontoeröffnung digital einer Smartphone-Bank

Aktuell gibt es zwei Angebote Schweizer Smartphone-Banken. Zak von der Bank Cler (eine Tochter der Basler Kantonalbank) und neon in Zusammenarbeit mit der Hypothekarbank Lenzburg.

Die Eröffnung der Geschäftsbeziehung erfolgt mittels Download der jeweiligen Banken-App. Die Identifizierung geschieht bei neon und Zak über einen Videochat. Bei Zak wird die Identifikation durch die Swisscom abgewickelt, bei neon an die Unternehmung Intrum AG in Schwerzenbach übertragen.

Im nächsten beziehungsweise kommenden Artikel schreibe ich über den Eröffnungsprozess bei neon. Soviel sei bereits gesagt, der «analoge» Prozess bei der Glarner Kantonalbank muss sich gegenüber einer Smartphone-Bank keineswegs verstecken.

 


Weiterführende Informationen

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Patrick Huber 10. Mai 2019
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Google Pay und Revolut in der Schweiz

Offizieller Start von Google Pay in der Schweiz

Seit heute 30. April 2019 ist es soweit: Google startet in der Schweiz mit seinem Bezahl-Dienst Google Pay – von Beginn an dabei: Revolut mit der Bezahlkarte von Mastercard.

Partnerbanken sind Cornèrcard, BonusCard, Swiss Bankers und boon – und wie erwähnt: Revolut. Später kommen hinzu: Credit Suisse mit den Prepaid-Karten und die Schweizer Banking-App Neon (ab Sommer 2019).

Und wie gewohnt ohne die Kreditkarten unter anderem von Viseca mit den Banken Raiffeisen, Kantonalbanken, Migros Bank etc.

Credit Suisse unterstützt auf Ende April 2019 die Bezahlsysteme Apple Pay und Samsung Pay. «Mit der Erweiterung des Angebots entsprechend wir dem Bedürfnis nach mehr Flexibilität bei Zahlungen, auch im Ausland», so die Credit Suisse.

Revolut und Google Pay

PricewaterhouseCoopers Deutschland hat kürzlich geschrieben – «Digitale Produkte von Google, Apple, Facebook oder Amazon werden als innovativ wahrgenommen und gelten als unkompliziert einsetzbar.» – Quelle: Länderübergreifende Studie zu Mobilepayment Report 2019:

Und so ist es auch in der Praxis – das einmalige Einrichten ist wie gewohnt spielend einfach und in maximal zwei, drei Minuten erledigt.

Installation und Verbindung Revolut und Google Pay

Wer in der Schweiz bereits eine Revolut Mastercard besitzt, kann mit Google Pay sofort loslegen.

  • Download Google Pay App auf dem Android Smartphone;
  • Prüfen, ob in der Revolut App unter der entsprechenden Karte die Einstellung «Online-Transaktionen» aktiv ist;
  • Die Revolut-Mastercard mit den erforderlichen Nummern als Bezahlmethode hinzufügen;
  • Fertig

Mit Google Pay im stationären Handel bezahlen

Wenige Minuten nach der Google-Medienmitteilung und im Anschluss an die Installation gleich die Funktionalität mit einem Testkauf ausprobiert.

Grundsätzlich funktioniert Google Pay überall dort, wo kontaktloses Zahlen möglich ist:

  • Das Smartphone an das Bezahl-Terminal halten
  • Die Zahlung ist erfolgt

Angekündigt und wenig später im Einsatz, Bezahlen mit Google Pay und Revolut – und es funktioniert.

Bis heute habe ich von den Möglichkeiten des mobilen Bezahlens keinen Gebrauch gemacht; die passenden Bezahlplattformen standen nicht zur Verfügung. Twint ist keine valable Option: in Sachen Einfachheit nicht nutzbringend und ideell nicht akzeptabel.

Die Beitragsserie auf digitalmedia.ch zur Banking-App von Revolut – seit 2017:


Weiterführende Informationen zum Thema

  • Banken und Twint – fehlender Wettbewerb, das System Dual-Branding der Schweizer Banken, Artikel auf digitalmedia.ch vom 16. März 2019.
  • Kartenstatistik 2018 – kontaktloses Bezahlen mit NFC immer beliebter, Artikel auf digitalmedia.ch vom 13. März 2019.
  • NFC Bezahlkarten – Risiken?, Artikel auf digitalmedia.ch vom 1. August 2018.
  • Markteintritt von Apple Pay – Das grösste Hindernis für den Fortbestand von mobilen Bezahlsystemen ist Twint selbst, Artikel auf digitalmedia.ch vom 15. Juni 2016
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
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Patrick Huber 5. Mai 2019
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Revolut – digitale Innovationen

Mehrwert statt Bestehendes digitalisieren

Revolut hat das Digitalbanking zweifelsfrei mit zahlreichen Innovationen massgeblich mitgeprägt – Gebührenersparnisse, Produkterlebnisse und Bedienungseinfachheit. Revolut reduziert die Komplexität im Alltag.

Artikel-Übersicht

Schweizer Banken haben, was Draghi gerne hätte

Schweizer Retailbanken haben die Monetarisierung von digitalen Produkten und Dienstleistungen nun auch erkannt – es wird inflationär digitalisiert, was das Zeug hält.

Für Bankkunden öffnen sich digitale Baustellen ohne Ende: Eine App für das Banking, eine App für die Kreditkarte, eine App für das mobile Bezahlen – ein App hier, eine App da.

Revolut – Trendsetter im Digitalbanking

Schon fast im Minutentakt lese ich von Schweizer Produktneuheiten . Für Revolut-Nutzer bereits vertraute Funktionen.

Die Beitragsserie auf digitalmedia.ch zur Banking-App von Revolut – seit 2017:

Dennoch, nachfolgend ein paar aktuelle Beispiele aus dem Schweizer Bankingmarkt.

Jetzt die Kreditkarte selbständig verwalten

«Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Debit- und Kreditkarten online selbst zu verwalten», schreibt die St. Galler Kantonalbank.

digitalbanking-kantonalbank

Screenshot – Quelle/©: Internet sgkb.ch

Bezahlkarten von drei Unternehmen mit unterschiedlichsten Funktions-Ausprägungen – der Bankkunde muss sich mit seinem Bedienungsverhalten den Systemen anpassen.

Kartenverwaltung bei Revolut

Visionen beginnen mit unseren Wünschen, sagten sich die Gründer von Revolut. Die Kartenverwaltung von Revolut – clevere Funktionen, beispielsweise die standortbasierte Sicherheit (Geoblocking).

Änderungen in der App durch den Karteninhaber mit einem Wish und innert einer Sekunde wirksam.

Nun ist es soweit – Credit Suisse unterstützt auf Ende April 2019 die Bezahlsysteme Apple Pay und Samsung Pay. «Mit der Erweiterung des Angebots entsprechend wir dem Bedürfnis nach mehr Flexibilität bei Zahlungen, auch im Ausland», so die Credit Suisse.

Virtuelle Kreditkarten

Das Angebot an virtuellen Kreditkarten ist in der Schweiz noch wenig bekannt. Nach und nach gelangen Angebote auf den Schweizer Markt. Bei Revolut längst Gegenwart.

Wie funktioniert eine virtuelle Bezahlkarte?

Die virtuelle Kreditkarte entspricht im Kartenmodell einer gewöhnlichen Kreditkarte, wird jedoch physisch nicht ausgeliefert und besteht aus

  • Kreditkartennummer
  • Gültigkeitsdatum
  • Prüfnummer

Die Bereitstellung und Bedienung der Bezahlkarte erfolgt in der Regel in einer App und ist sofort einsetzbar. Der digitale Kartentyp eignet sich für Online-Einkäufe und Mobile-Payment.

Angebote in der Schweiz

Nachfolgend zwei Beispiele von aktuellen Schweizer Produkteinführungen.

Mastercard Prepaid Digital von Swissbankers

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Screenshot – Quelle/©: Internet swissbankers.ch

Die Karte kostet zurzeit 2.90 Franken im Monat. Weitere Gebühren wie Fremdwährungstransaktionen, Devisenmargenzuschlag etc. sind zu beachten.

Weitere Informationen sind einsehbar bei Swiss Bankers.

Mastercard Prepaidkarte zum Sofortgebrauch von Cornèrcard

Cornèrcard bieten ab sofort eine Mastercard an, die an allen Billettautomaten der SBB ausgestellt werden kann. Vordefiniertes Guthaben wählen und die Karte sofort für Online-Käufe einsetzen.

Die Kartennummer, die der Kunde beim Kauf einer Mastercard Prepaidkarte erhält, kann nur solange benützt werden, bis der vom Kunden vordefinierte Betrag (50, 100, 150, 200 oder 250 CHF) aufgebraucht ist. Sprich, die virteulle Karte kann nicht wieder aufgeladen werden.

Beim Kauf der Karte entfällt eine einmalige Kommission von 5 % des Betrags (mindestens 5 Franken).  Hinweise zu den Transaktionsgebühren findet der Kunde auf der Quittung beim Kauf einer Mastercard Prepaidkarte.

Weiterführenden Informationen sind einsehbar bei Cornèrcard.

Die virtuellen Bezahlkarten von Revolut

Revolut geht noch weiter und bietet zwei Arten von virtuellen Kreditkarten: Die bekannte «Virtual Card» und die «Disposable Virtual Card».

Die «Disposable Virtual Card» sind virtuelle Einwegkarten, werden in Sekunden erstellt und eignen ich für einmalige Online-Transaktionen. Die Kartendetails werden nach jedem Gebrauch neu hergestellt. Höchster Schutz für Online-Einkäufe. Die Einwegkarten sind im Premiumpaket inklusive.

Weiterführenden Informationen sind einsehbar bei Revolut.

Bezahlsysteme von Twint, Google und Co.

Ob Twint, Apple oder Google – alle Lösungen sind letztendlich nur eine technische Plattform für Zahlungen ohne intelligente Prozesslogik.

Es geht auch anders: Transport for London (TfL).

Contactless to pay – Transport for London (TfL)

Ein Beispiel einer gelungenen Transformation – zugrunde liegende intelligente Prozesslogik, aufbauend auf einem bestehenden Werkzeug: NFC.

  • Die Debit-/Kreditkarte mit NFC anstelle dem Kauf von dedizierten Tages- oder Wochentickets.
  • Karte oder Smartphone mit NFC bei Zutritt und Austritt (U-Bahn) hinhalten
  • Der beste Preis wird berechnet inklusiv Tages-Kostenmaximaldach.

Jetzt schliesst sich der Kreis zu Revolut. Mit der NFC-Karte von Revolut nutzt du nahtlos die Möglichkeiten. Die Revolut-Kreditkarte ist dein Ticket für London:

  • Kauf von Papiertickets oder Oysterkarte inkl. Aufladen entfällt
  • Tarifberechnung entfällt
  • Transparente Abrechnung einsehbar auf der Revolut-App
  • Belastung in lokaler Währung (GBP), also Fremdwährungszuschläge nach den Spielregeln von Viseca und Co.

Weiterführende Informationen

  • Banken und Twint – fehlender Wettbewerb, das System Dual-Branding der Schweizer Banken, Artikel auf digitalmedia.ch vom 16. März 2019.
  • Kartenstatistik 2018 – kontaktloses Bezahlen mit NFC immer beliebter, aber nicht mit dem Smartphone, Artikel auf digitalmedia.ch vom 13. März 2019.
  • Markteintritt von Apple Pay – Das grösste Hindernis für den Fortbestand von mobilen Bezahlsystemen ist Twint selbst, Artikel auf digitalmedia.ch vom 15. Juni 2016
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
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Patrick Huber 18. April 2019
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Kreditkarten Gebühren

Banken und Twint – fehlender Wettbewerb

Das Kreditkarten-Business verdient kräftig an der Konsumfreude – ob Stationär oder im Distanzgeschäft (Online).

Mit den neuen mobilen Bezahlsystemen wie Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay etc. drängen weitere Akteure in den Bezahl-Markt und wollen teilhaben am reichlich angerichteten Ertragsbuffet.

Cembra Money Bank Schweiz erwirtschaftete mit ihren Kreditkartenprodukten im 2018 Erträge von insgesamt 164 Millionen Franken.

Apple Pay und Google Pay – für Schweizer Banken ein rotes Tuch, denn sie wollen ungern weiteren Player am Ertrag teilhaben lassen. Vordergründig wird auf Swissness gemacht und Twint vorgehalten. Geht es jedoch um einfach verdiente Millionen-Erträge, sind Kundenbedürfnisse den Schweizer Banken sekundär.

Artikel-Übersicht

Was ist genau gemeint? Die Funktionsweise des Kreditkartensystems – wenn der Markt nicht spielt:

Akteure im Zahlungskartenmarkt

Die vordergründigen Akteure Konsument (Karteninhaber), Händler und Lizenzgeber wie Mastercard und Visa sind bekannt. Weniger augenscheinlich sind die Akteure Acquirer und Issuer.

Es wird kräftig Geld verdient – nicht ausschlieslich von Visa und Mastercard, wie oft gemeint. Die Akteure in der mittleren Verarbeitungskette langen kräftig zu. Am Ende des Futtertrogs sind die Händler.

Brisant – in der Schweiz stammen Acquirer und Issuer oft aus einem Unternehmensnetzwerk.

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Quelle und Herkunft: snb.ch, Einblicke in die Ökonomie der Zahlungskartensysteme

Acquirer / Verarbeiter

Acquirer schliessen als Vertragsbank des Händlers diesen mittels Vertrag an ein internationales Kartennetz an und sind für die Betreuung der Händler zuständig. Die wichtigsten Acquirer in der Schweiz sind Swisscard AECS AG (American Express), Aduno (Visa, MasterCard), und Telekurs Multipay (MasterCard, Visa).

Die Einkünfte des Acquirers stammen aus den Gebühren, die direkt vom Kaufbetrag an den Händler zurückbehalten werden – also eine Art Umsatzbeteiligung. Dazu kommen für den Acquirer fixe Einkünfte aus der Vermietung oder dem Verkauf der Zahlungsinfrastruktur an den Händler.

«Auf der Welt geht es zu wie in einem Schweinestall: Die dicksten Schweine besetzen den Trog und lassen die dünnsten verhungern.» Willy Meurer (1934 – 2018)

Issuer / Kreditkartenherausgeber

Kartenherausgeber sind Herausgeber der Kreditkarten einer bestimmten Marke. Normalerweise verfügen Kartenherausgeber über eine nationale Lizenz zur Herausgabe von Karten einer Marke. Kartenherausgeber in der Schweiz: Credit Suisse AG/Swisscard AECS AG, Cornèr Bank, UBS, Viseca, Cembra.

Issuer erziehlen Einkünfte aus Kreditzinsen und verschiedenen anderen Gebühren wie Wechselkursgewinne (Margen und Zuschläge), Bargeldbezugs-, Mahnungs- und Kartenersatzgebühren und aus der durch die Acquirer weiter gereichten Interchange Fee.

Beispiel Cembra Money Bank

Cembra Money Bank generiert zusätzlich Erträge aus Verarbeitungsgebühren von Kreditkarten-Partnern, die das Netzwerk des Unternehmens nutzen.

2018 2017 ∆ rel
Zinsertrag in Mio./CHF 71.7 60.5 +19%
Kommissionen & Gebühren in Mio./CHF 92.6 75 +23%
Karten im Umlauf 892’000 803’000 +11%
Ertrag je Karte 185 CHF 169 CHF +9.5%
Nettoforderungen Kreditkarten in Mio./CHF 940 833 +13%

Interchange Fee

Die Domestic Multilateral Interchange Fees (DMIF) sind immer wieder im Fokus der Wettbewerbsbehörden.

In der Schweiz sind die Kreditkartenherausgeber Issuer sowohl Acquirer. Das sogenannte Dual-Branding beurteilt die Schweizerische Wettbewerbskommission (WEKO) wie folgt:

«Die Festlegung der DMIF wurde von der WEKO grundsätzlich als Preisabrede und die Nicht-diskriminierungsklausel als wettbewerbsbeeinträchtigend qualifiziert.»

Weiter schreibt die WEKO, «Wie bei der Buchpreisbindung werden Interchange Fees generell sowie auch die SDDIF im vorliegenden Fall durch ein Bündel vertikaler Abreden umgesetzt (…).»

Apple Pay, Google Pay und Twint

Apple verlangt einen Teil der Interchange Fee und schmälern die Erträge der Kreditkarten-Herausgeber (Issuer).

Mit Twint versuchen die Schweizer Banken die Erträge weiter einzubehalten. Der Kundenfokus ist da eher unbedeutend. Ein riskantes, einseitiges Unterfangen:

  • Weitere neue Player drängen auf den Markt: Revolut, N26 und nun aktuell Apple mit einer eigenen Kreditkarte.
  • Die mobilen Bezahllösungen verändern sich im hohen Tempo: Ein andauerndes technisches und finanzielles Mithalten ist ein Ding der Unmöglichkeit
  • Die Boykott-Haltung der Schweizer Banken ist negativ wahrnehmend – Blockieren geht vor Wandel.
Seit 30. April 2019 ist es soweit: Google startet in der Schweiz mit seinem Bezahl-Dienst Google Pay. Wer in der Schweiz bereits eine Revolut Mastercard besitzt, kann mit Google Pay sofort loslegen. «Google Pay und Revolut in der Schweiz – erste Erfahrungen», ein Artikel auf digitalmedia.ch vom 30. April 2019.

Weiterführende Informationen

  • Kartenstatistik 2018 – kontaktloses Bezahlen mit NFC immer beliebter, aber nicht mit dem Smartphone, Artikel auf digitalmedia.ch vom 13. März 2019.
  • Markteintritt von Apple Pay – Das grösste Hindernis für den Fortbestand von mobilen Bezahlsystemen ist Twint selbst, Artikel auf digitalmedia.ch vom 15. Juni 2016
  • Revolut-Banking in der Schweiz – Die Beitragsserie auf digitalmedia.ch zur Banking-App von Revolut – seit 2017.
  • Ad hoc Informationen auf Twitter von digitalmedia.ch
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Patrick Huber 5. Mai 2019
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Kredit-/Debitkarten Schweiz

17,5 Millionen Kredit- und Debitkarten

Über 17,5 Millionen Kredit- und Debitkarten sind laut der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in der Schweiz im Umlauf. Das ist eine Erhöhung aktiver Maestro-, Mastercard- und Visakarten um +2.8% gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl der Karten-Transaktionen hat im 2018 einen Höchststand erreicht: Über eine Milliarde Transaktionen wurden letztes Jahr im stationären Handel mit der Kredit- oder Debitkarte getätigt.

Artikelinhalt

Kredit- und Debitkarten in der Schweiz

Inländische Kredit- und Debitkarten. Präsenz-Zahlungen im Inland. Datenstand: 31.12.2018 – data.snb.ch

Debitkarten Kreditkarten
Karten im Umlauf 10,6 Mio. 6,9 Mio.
– Veränderung ggü VJ +1.3% +5.1%
Transaktionen 882 Mio. 203 Mio.
– Veränderung ggü VJ +14.3% +13.9%
∅-Betrag pro Transaktion 53 CHF 83 CHF

Die aktiven Kreditkarten haben sich gegenüber dem Vorjahr um +5.1% erhöht. Das Volumen liegt bei 203 Millionen Transaktionen.

Die Debitkarte ist weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel. Auch Kleinbeträge unter 20 Franken werden vermehrt mit der Debitkarte bezahlt; die NFC-Funktion begünstigt postiv das Verhalten. Der durchschnittliche Transaktionsbetrag liegt dementsprechend deutlich tiefer.

Betragshöhe, Zahlungsort und Zahlungssituation (stationärer Handel oder Einkauf im Internet) spielen eine wesentliche Rolle bei der Wahl des Zahlungsmittels.

Kontaktloses Bezahlen NFC im stationären Handel

Inländische Kredit- und Debitkarten. Präsenz-Zahlungen im Inland. Datenstand: 31.12.2018 – data.snb.ch

Debitkarten Kreditkarten
NFC-fähig 70.7% 95.3%
Anteil am Trx-Volumen 28% 46.5%

Per Ende 2018 sind über 95% aller Kreditkarten mit NFC-Funktion ausgestattet. Bei den Debitkarten liegt der Anteil bei knapp 71%.

Die Verbreitung der Kontaktlos-Funktion bei Debitkarten hat gegenüber den Kreditkarten erst später begonnen. Die Verbreitung nimmt jedoch stetig zu. Im 2018 waren 70.7% NFC-fähig, im 2017 erst 50.7 Prozent.

Der Anteil der Debitkarten am Transaktionsvolumen nimmt stetig zu und liegt nun bei 28%  – Vorjahr 12 Prozent.

Kontaktloses Bezahlen NFC immer beliebter, aber noch nicht mit dem Smartphone. «Das grösste Hindernis für den Fortbestand von mobilen Bezahlsystemen ist Twint selbst.» – Artikel auf digitalmedia.ch vom 15.06.2016

Kontaktloses Bezahlen NFC – Mehrjahresvergleich

Die Zahlen der SNB zeigen eindrücklich die steigende Karten-Akzeptanz des kontaktlosen Bezahlens.

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© 12.03.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

NFC-Bezahlkarten – Risiken?

«NFC-Karten: So einfach kann man Sie heute beklauen», sind wiederkehrende Online-Berichte.

Das Thema der Sicherheit ist berechtigt, inhaltlich allerdings eher gering zielführend. Nicht der Datendiebstahl ist das vermeintliche Risiko, vielmehr das PIN-freie Bezahlen lässt ein mögliches Missbrauchspotential zu.

Was tun bei einem Verlust der Karte? Macht es Sinn, die NFC-Funktion zu deaktiveren? Lesen Sie hierzu den NFC-Ratgeber auf digitalmedia.ch

Mobiles Bezahlen mit Smartphone bedeutungslos

Nur gerade zwei Prozent der Befragten nennen Mobile Payment wie Apple Pay, Samsung Pay oder Twint als bevorzugtes Zahlungsmittel. Das zeigt eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis vom 5. März 2019.

Die Gründe liegen auf der Hand

Inkompatible Systeme, nationaler (Teil-)Boykott und Twint ohne NFC:

  1. Drei untereinander inkompatiblen Systeme Apple Pay, Samsung Pay und Twint
  2. Die NFC-Bezahlsysteme von Apple, Samsung und Google werden von den Schweizer Kreditkartenherausgeber spärlich bis gar nicht unterstützt (Viseca).
  3. Das von den Schweizer Banken stark portierte Bezahlsystem Twint ist aufgebaut ohne NFC.
Seit 30. April 2019 ist es soweit: Google startet in der Schweiz mit seinem Bezahl-Dienst Google Pay. Wer in der Schweiz bereits eine Revolut Mastercard besitzt, kann mit Google Pay sofort loslegen. «Google Pay und Revolut in der Schweiz – erste Erfahrungen», ein Artikel auf digitalmedia.ch vom 30. April 2019.

Weiterführende Informationen

Sie möchten Ihre Bankprodukte optimieren, eine unabhängige Zweitmeinung anhören (Privatkonto, Hypotheken, Basisprodukte) oder Sie haben eine Fachfrage? GeldWert für Ihre Finanzen – lassen Sie uns darüber reden. Klick auf: Kontaktaufnahme.

Patrick Huber 5. Mai 2019
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Hypothekarmarkt Schweiz 2018

1’000 Milliarden Franken

Im November 2018 war es soweit – die 1 Billion Franken Grenze an gesprochenen Bank-Hypotheken ist überschritten. Werden Pensionskassen und Versicherungen mitberücksichtigt, so wurde die 1’000 Milliarden Marke bereits im Sommer 2018 erreicht.

Artikelinhalt

Der Bauboom hält unvermindert an. Die rege Bautätigkeit wiederspiegelt sich in den Geschäftsvolumen der Schweizer Banken.

Hypotheken Schweiz 2018 – auf einen Blick

Die Schweizer Banken halten rund 95 Prozent des Hypothekarvolumens. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den inländischen Hypothekarmarkt der Schweizer Banken.

  • Gesamtvolumen per 31.12.2018 bei 1’015 Milliarden Franken. Mit Versicherungen und Pensionskassen: 1’068 Mrd. CHF (geschätzt).
  • Zunahme um 31,8 Mrd. Franken, +3.3% gegenüber 2017
  • Die Kantonalbanken haben vom Marktwachstum gut 46 Prozent abgeschöpft
  • Gegenüber dem Vorjahr generierte die Raiffeisengruppe mit +4.3% den höchsten Zuwachs aller Bankengruppen
  • Die Kantonalbanken halten einen Marktanteil von 37%, +0.3 %P

Warten auf Mieter

Der Mietwohnungsbau prägte auch im 2018 die Marktgeschehnisse: In der Schweiz werden zurzeit rund 10% mehr Wohnungen erstellt, als der Markt absorbieren kann – jede vierzigste Mietwohnung steht leer, in vielen Regionen ausserhalb der Zentren gar deutlich mehr.

Leerwohnungsziffer 2018: 1.62% (1.45% Vorjahr)

72’294 Leerwohnungen, +13% bzw. +8020 Wohnungen ggü. Vorjahr – davon Mietwohnungen: 59’724 / +2.5%. Schweizweit höchsten Ziffern in den Kantonen Solothurn (2.98%) und Aargau (2.65%).
Quelle: Medienmitteilung Leerwohnungszählung 2018, Bundesamt für Statistik, BFS

Renditeobjekte als Volumentreiber

Die Zunahme der Kreditvergabe (Hypotheken) an Unternehmen hat sich auch im 2018 unvermindert fortgesetzt. Die Kantonalbanken haben in diesem Segment ein überdurchschnittlich hohes Wachstum:

  • +6,9 Mrd. CHF / +6.2% (Private: +7.7 Mrd. CHF / +3.1%)
  • Anteil Hypotheken an Unternehmen vom KB-Wachstum: 47%
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© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Wohnungsbau, Beispiel Graubündner Kantonalbank

Kundenausleihungen Nettoveränderung 2018 gegenüber 2017 (Hypotheken und Unternehmenskredite):

  • Privatkunden +213 Mio. CHF
  • Geschäftskunden +411 Mio. CHF

Anmerkung: das Wachstum in den Unternehmenskrediten (Forderungen ggü. Kunden) war leicht rückläufig. Quelle: report.gkb.ch/2018 (Zugriff: 27.02.2019)

Entwicklung und Prognose 2019

Das Bauvorhaben ist unverändert hoch. 2018 wurden Baubewilligungen für insgesamt 27‘000 Mietwohnungen erteilt. Der Wohnungsleerbestand wird auch im 2019 weiter ansteigen. Analysten der CS erwarten im 2019 einen Anstieg um weitere 5’000 bis 6’000 Wohneinheiten (Vorjahr: 7’000).

«Jeder Schweizer, der Land besitzt, darauf baue und es dann weiterverkaufe, fände bei den Pensionskassen und Versicherungen garantiert einen Abnehmer – selbst wenn der Verkaufspreis weit über dem Preis liege, den private Anleger zahlen würden.»

Marktwachstum Hypotheken

Bank-Hypotheken Inland, Benützung. Ohne Kreditvergabe von Nicht-Banken. Werte teilweise gerundet, per Jahresende (31. Dezember). Quelle: data.snb.ch

Marktvolumen und Veränderung in %

banken-wachstum-immobilien

© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Detailzahlen 2018 nach Bankengruppe

CHF/Mrd. in % Anteil
Martwachstum 2018 31,8 +3.3%
– Kantonalbanken 14,6 +4.1% 45.9%
– Raiffeisenbanken 7,5 +4.3% 23.6%
– Grossbanken 3,0 +1.1% 9.3%
– Regionalbanken 2,6 +2.8% 8.1%
– Übrige Banken 4,2 +4.6% 13.1%

Mehrjahresvergleich Marktwachtum nach Bankengruppe

Angaben in Mrd. CHF

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© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Erstmals konnten die Grossbanken wieder einen positiven Marktzuwachs verzeichnen: +3 Mrd. Franken.

Mehrjahresvergleich Marktanteile

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© 27.02.2019 / patrick.huber@digitalmedia.ch

Kantonalbanken – Jahresabschlus 2018

Die Kantonalbanken erzielten im Hypothekar-Geschäft 2018 einen Zuwachs von gut 14,6 Milliarden Franken. Sind im aktuellen Zinsumfeld die Hypothekar-Steigerungen auch rentabel?

Die Kennzahl «Brutto-Erfolg Zinsengeschäft» aus der Erfolgsrechnung gibt Auskunft über den operativen Erfolg im Zinsengeschäft: Geschäftszahlen 2018 ausgewählter Kantonalbanken.


Weiterführende Informationen

  • Markt-Risiken – der Hypothekarmarkt Schweiz, Artikel auf digitalmedia.ch vom 22. September 2018.
  • Firmenkredite – Geldanlage in Immobilien statt Betriebsinvestitionen, Artikel auf digitalmedia.ch vom 22. September 2018.
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Patrick Huber 5. März 2019
kantonalbank-jahresrechnung-erfolg

Kantonalbank – Jahresabschluss 2018

Zahlen unter der Lupe

Laufend veröffentlichen die Kantonalbanken für das Geschäftsjahr 2018 ihre Jahresergebnisse. Aktualisiert am: 04.03.2019

Der Wohnungsbau (Renditeobjekte) dominierte das Geschehen auch im 2018. Im Fokus stehen somit unverändert die Ergebnisse im Ausleihungsgeschäft.

Hypotheken

Wachstum ist kein Garant für eine positive Entwicklung – die effektiven Ertragszahlen im Zinserfolg zeigen im Vergleich zu den Vorjahren eine stagnierende teilweise negative Entwicklung. Nachfolgend ausgewählte Kantonalbanken.

Rückgang Zinserfolg

Werte im Vergleich zum Vorjahr (2018/2017).

Hypothekar-Forderungen Brutto-Erfolg Zinsengeschäft Netto-Erfolg Zinsengeschäft
Aargauische Kantonalbank +3.9% +2.1% +0.1%
Basellandschaftliche Kantonalbank +3.0% –2.3% –4.3%
Basler Kantonalbank +8.3% –0.3% +0.9%
Berner Kantonalbank +4.4% –3.5% –11.4%
Luzerner Kantonalbank +8.9% –1.3% +0.9%
Thurgauer Kantonalbank +3.3% +0.9% +1.0%
Schwyzer Kantonalbank +5.6% +0.1% –8.1%
St. Galler Kantonalbank +2.5% –1.9% +4.6%
Das Wachstum im Hypothekargeschäft hat sich im 2018 auf hohem Niveau fortgesetzt. Die Zinserfolge jedoch stagnieren oder sind tendenziell rückläufig. Eine nicht unerhebliche Entwicklung – Zinserträge sind Prämieneinnahmen für Kreditrisiken und –ausfälle.

Gegenüberstellung Zinsertrag/Zinsaufwand

Die Tabelle zeigt das Zustandekommen «Brutto-Erfolg Zinsengeschäft»; Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in TCHF, ohne «Zins- und Dividendenertrag aus Finanzanlagen und Handelsgeschäft».

Erklärung Spalte «Zinsaufwand»: (+) Minderung Zinsaufwand / (–) Zunahme Zinsaufwand.

Zinsertrag Zinsaufwand Saldo
Aargauische Kantonalbank –2’210 +8’076 +5’866
Basellandschaftliche Kantonalbank –16’445 +13’219 –3’226
Basler Kantonalbank –7’077 +10’529 +3’452
Berner Kantonalbank –4’822 –108 –4’930
Luzerner Kantonalbank –11’606 +8’452 –3’154
Thurgauer Kantonalbank –2’112 +4’910 +2’798
Schwyzer Kantonalbank –1’419 +1’562 +143
St. Galler Kantonalbank –6’652 +3’140 –3’512

Bisher konnten die Kantonalbanken den Rückgang im Zinsertrag genügend kompensieren mit einer entsprechenden höheren Minderung im Zinsaufwand. Hier setzt sich nun eine Trendwende ein, Gründe sind:

  • Abgelaufene (hochverzinsliche) Festhypotheken werden zu Niedrigstzinsen verlängert.
  • Ende mit Zinssatzsenkungen im Passivgeschäft (Spargelder) und tiefen Zinsabsicherungskosten.

Wertberechtigungen

Die Kennzahl «Netto-Erfolg Zinsengeschäft» verrechnet einmalige Sondereffekte wie (+) Auflösung oder (–) Bildung von Wertberechtigungen und Verluste.

2018 2017 Veränderung (abs)
Aargauische Kantonalbank +8’561 +13’422 –4’861
Basler Kantonalbank +3’190 +1’016 +2’174
Basellandschaftliche Kantonalbank –2’753 –3’452 +699
Berner Kantonalbank +14’006 +39’688 –25’682
Luzerner Kantonalbank –3’562 –11’332 7’770
Thurgauer Kantonalbank +3’910 +3’635 275
Schwyzer Kantonalbank –8’942 +6’169 –15’111
St. Galler Kantonalbank +20’035 +451 19’584

Bildung von Kreditrückstellung oder tiefere Auflösungen von Kreditrückstellungen gegenüber dem Vorjahr beeinflussen stark das Netto-Ergebnis und geben einen Einblick in die Qualität des Kreditportfolios.

Die Berner Kantonalbank hat gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger Kreditrückstellungen aufgelöst. Netto-Erfolg Zinsengeschäft: –11.4% ggü. 2017.

Die Schwyzer Kantonalbank hat im 2017 noch Kreditrückstellungen aufgelöst von mehr als 6 Millionen Franken. Im 2018 wurden hingegen Kreditrückstellungen von knapp 9 Millionen Franken gebildet. Netto-Erfolg Zinsengeschäft: –8.1% gegenüber 2017.


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Patrick Huber 4. März 2019
smartphone-bank-berlin

N26 – Marktstart Schweiz

«Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat»

In den Onlinemedien zahlreich geschrieben – «Die Smartphone-Bank N26 kommt in die Schweiz».

Zweifellos dürfte N26 irgendwann ihre Produkte auch in der Schweiz anbieten. Doch wie unterscheiden sich die Produkte von N26 und Revolut? Im Fokus der Gegenüberstellung sind die Schweizer Bedürfnisse und Rahmenbedingungen.

Artikelinhalt

N26 Digitalbanking – Geschichte und Gegenwart

Für was steht die Bezeichnung «N26»? Zwei mögliche Bedeutungen: Die Zahl im Namen bezieht sich auf die 26 einzelnen Würfel des Rubik’s Cube. Die ersten Geschäftsräumlichkeiten hatte N26 in Berlin an der Adresse «Unter den Linden» mit der Nummer 26.

Mitgründer von N26 ist Valentin Stalf, einem gebürtigen Österreicher mit Studium in der Schweiz.

«Überall habe ich Erfahrungen mit Banken gemacht. Bei welchen, werde ich nicht verraten. Aber bei allen habe ich gemerkt, wie schwer ihnen die Digitalisierung fällt. Als Kunde hat mich das frustriert.» Valentin Stalf

Die Smartphone-Bank N26 aus Berlin, 2013 gegründet, nutzte bis zum Erhalt der eigenen Banklizenz im 2016 die Lizenz von Wirecard.

Expansion in neue Märkte

N26 hat mehr als 2,3 Millionen Kunden und ist mittlerweile in 24 Ländern in der Eurozone tätig. Seit November 2018 ist N26 auch ausserhalb der Eurozone verfügbar: Dänemark, Norwegen, Polen und Schweden. In Liechtenstein und Island ist N26 seit Ende 2018 ebenfalls aktiv. Im ersten Halbjahr 2019 ist der Markteintritt in den USA geplant.

N26 Direktbank

Eine Direktbank kommuniziert mit ihren Kunden ausschliesslich mittels «Fernkommunikation». Direktbanken haben in Deutschland eine bereits lange Vergangenheit. Erstmalig wurde 1965 durch das Vorläuferinstitut von ING (INGDiba) eine Bank gegründet, die ausschliesslich über Briefkorrespondenz Kontakt mit ihren Kunden hatte.

In Deutschland sind heute bekante Direktbanken wie 1822direkt, Comdirect, Conosorsbank, Norisbank, N26 und DKB. Letztere ist für in der Schweiz lebende Personen von Interesse: DKB ermöglicht für Kunden mit Domizil Schweiz eine Online-Eröffnung eines kostenlosen Girokontos mit VISA-Kreditkarte.

Erste Direktbanken in der Schweiz sind Swissquote, Zak und Neon. Im dritten Quartal 2019 ist der Start von Yapeal geplant.

N26 Funktionen

N26 bietet ein Euro-Girokonto an (Privatkonto), das sich komplett per App eröffnen und verwalten lässt. Alle Transaktionen werden innerhalb von Sekunden in der App angezeigt und per Push-Mitteilung avisiert.

Bildquelle: n26.com

Konto und Mastercard

Das (Basis-)Konto wird auf Guthabenbasis geführt und ist mit einer Debit-Kreditkarte von Mastercard verknüpft. Kreditkarten-Transaktionen werden sofort verbucht und angezeigt. Also keine Sammelrechnung wie in der Schweiz noch üblich. Alles in einer App.

Bargeldbezug

Euro-Bargeldbezug an Automaten ausserhalb Deutschlands ist kostenlos. Bezug in Fremdwährung ist für die Produkte N26 Black und N26 Metal gebührenfrei. Für Bargeldbezug in Deutschland gilt eine «Fair Use Policy».

Bezahlen – Debit-Kreditkarte

Transaktionen in Fremdwährungen sind gebührenfrei – also keine Bearbeitungsgebühren und Zuschläge. Umrechnung erfolgt zum Wechselkurs von Mastercard.

Überweisungen

Zahlungen in Euro sind kostenlos. Für Überweisungen in Fremdwährung arbeitet N26 mit TransferWise zusammen. Die Zahlung wird in der N26-App erfasst, abgewickelt und verrechnet wird mit TransferWise zum attraktiven Echtzeit-Wechselkurs.

Apple Pay und Google Pay

Gleichzeitig mit der Markteinführung von Apple Pay in Deutschland bietet N26 für ihre Kunden das mobile Bezahlen mit Apple Pay. Google Pay wird von N26 seit Juni 2018 unterstützt.

«Seit Apple im Dezember 2018 mit seinem Bezahldienst für das Smartphone nach Deutschland kam, ist die Zahl der Kontoeröffnungen noch einmal sprunghaft gestiegen.» Valentin Stalf

MoneyBeam P2P

Die MobilePay P2P-Lösung von N26. Geld senden ohne die Bankdaten zu kennen. Der/die Empfänger müssen nicht Kunden von N26 sein. Geld senden innerhalb von N26 erfolgt in Echtzeit.

Die Auflistung aller Produkte, Leistungen und Gebühren ist nicht abschliessend.

Links zum Thema

N26 Schweiz

Ende 2018 hat N26 das Fürstentum Liechtenstein in sein Marktportfolio aufgenommen; ein bevorstehender Start in der Schweiz ist vorstellbar. Von Interesse ist jedoch, mit welchem Umfang N26 seinen Markteintritt in der Schweiz macht.

In Skandinavien und auch Liechtenstein wird das kostenlose Girokonto ausschlieslich in Euro geführt. Mit Grossbritannien hat N26 erstmals eine Kontoführung mit der Drittwährung Pfund.

N26 Kontoführung in Schweizer Franken

Eine Bereitstellung des Basiskonto in Euro liesse sich wohl schnell umsetzen. Anders verhält es sich mit der Kontoführung in Schweizer Franken; das wäre für N26 sicherlich ein Kraftakt.

Quelle: Twitter

Ob der Schweizer Markt für N26 ausreichend attraktiv ist?

Mit einem Markteintritt mit Kontoführung in Euro könnte möglicherweise N26 die in der Schweiz lebenden Deutschen im Fokus haben. Auch Auswanderungswillige Deutsche könnten dann so ihr Konto bei N26 behalten.

N26 und TransferWise

Für Auslandzahlungen nutzt N26 die Zusammenarbeit mit TransferWise. Für den Markteintritt in die Schweiz wäre dies eine mögliche Option – Geldtransfer ab CHF-Konto an N26 via Transferwise mit Wechsel CHF/EUR.

Warteliste

N26 führt eine Warteliste für Kunden mit Domizil Schweiz. Die Warteliste nutzt N26 aktiv für Marktanalysen. Zahlreiche Interessierte hat N26 kürzlich angeschrieben – siehe Printscreen.

N26 vs Revolut

Zum Schluss eine Gegenüberstellung N26 und Revolut – im Fokus stehen bedeutende Features für spezifische Schweizer Anwendungen. Bitte lesen Sie weiter auf Seite 2 – «N26 vs. Revolut».

Patrick Huber 27. April 2019

GeldWert

Bankprodukte und Fachleistungen – sind es IHR Geld wert? Meine Leidenschaft – Gedankengärtnerei für Ihre Finanzen.

Was ich mache

Steht ein Hauskauf mit Abschluss einer Neuhypothek bevor? Oder Ihre Hypothek läuft in einigen Monaten aus – verlängern oder ablösen?

Ich unterstütze Sie beratend zu bevorstehenden Gesprächen mit Banken und Versicherungen und mache eine Nachbetrachtung des Gesprächsverlaufs mit Offertbeurteilung – mit Fokus auf Ihre Zielbedürfnisse.

Sie bekommen

Ein Argumentarium – unterstützt Ihre Handlungsaussagen gegenüber dem Kreditgeber mit dem Ziel, Zinsabschläge zu bekommen und/oder mögliche Zinszuschläge zu kompensieren durch gezieltes hervorheben von Positivpunkten.

Nehmen Sie eine unabhängige Zweitmeinung an – Sie erhalten individuelle Informationen, die Sie von Banken so nicht hören.

GeldWert – Aktiv gestalten, Klug entscheiden und Geld sparen

Sie kennen

Gegenüber den Banken Ihren Handlungsspielraum – die ausgeschriebenen Konditionen sind Richtzinsen. Abweichungen sind die Regel: Abschlag (Rabatt) aber auch Aufschlag.

Tragbarkeit und anrechenbare Eigenmittel wiedergeben die eine Seite der Kreditkonditionen. Ergänzend bewerten die Kriterien «Kreditwürdigkeit» und «Qualität der Sicherheiten» das Kundenkreditrisiko insgesamt.

Was ich nicht mache

Ich mache keine Anlage- und Finanzierungsberatung und vermittle ebenso keine Anlage- und Finanzierungsprodukte.


Einblick in meine Arbeit – Wissen ist gut

In loser Folge publiziere ich aus dem Alltag aktuelle Themen – aus meinem Blog «Hypotheken»:

Thema – «Banken setzen Pensionierte mit der Kündigung der Hypothek unter Druck».

Hypotheken im Alter

Patrick Huber 27. Februar 2019
retailbanking-revolut-schweiz

Bausteine zum persönlichen Digital Banking

Besser ein kleines Geschenk als ein grosses Versprechen

Die ausgerufene Digitalisierungs-Offensive der Schweizer Retailbanken – für Digitalkunden weitgehend ausgeblieben.

Spürbar sind hingegen meist inflationäre Gebührenerhöhungen, neue und kreative Gebührenpositionen und Wegfall von preislich attraktiven Bank- und Kartenprodukten.

Keine Regel ohne Ausnahme

Die Smartphone-Banken neon und Zak sind aus der Taufe gehoben und demnach lobenswürdig – die Nähe zu Schweizer Banken ist gegenwärtig; das analoge Verhalten ist unverkennbar. Partner sind: Hypothekarbank Lenzburg bei Neon, Bank Cler, Basler Kantonalbank und Viseca (Kreditkarte) bei Zak.

Artikelinhalt

Lassen sich typische Alltags-Geschäfte aussschliesslich mit einer Revolut Kreditkarte erledigen? Welches Schweizer Privatkonto passt auch preislich und ideell gut zu Revolut?

Definition Digital Banking Schweiz

Nutzbringende Funktionen und Prozesse – Einfachheit und Erlebnisse.

  • Gebührenreduktion ist für Kundenselbstbedienung ein gewichtiges Kriterium.
  • Zeitersparnisse: Onlineanträge und -bewirtschaftung statt persönliche Bankbesuche und -anrufe.
  • Bargeldverkehr auf ein Minimum reduzieren.
  • Unterstützende Funktionen und Angebote wie digitaler 24/7-Service.
  • Personelle Fachunterstützung ausschliesslich bei Bedarf.

Revolut im Schweizer Alltag

Die Banking App Revolut ist zurzeit das digitale «Mass aller Dinge». Noch geht es nicht ohne Schweizer Bank. Einzelbausteine sind vorhanden. Zeit für den Baukasten.

Ein Versuch, berücksichtigt sind obige Kriterien mit den Use-Cases:

  • Geldeingang
  • (IBAN-)Zahlungen In-/Ausland
  • Kartenzahlung In-/Ausland, online und stationär
  • Weitgehend Cashless

Die Revolut Kreditkarte

Die Einführung einer Schweizer IBAN-Bankverbindung macht die Revolut Kreditkarte weitgehend zu einer Schweizer Alltagskarte.

Die Beitragsserie auf digitalmedia.ch zur Banking-App von Revolut – seit 2017:

Kartenzahlung In-/Ausland, online und stationär

Zu Beginn im Sommer 2017 hatte ich mit der Mastercard von Revolut teils Akzeptanzschwierigkeiten, online als auch stationär. Die Zeiten sind jedoch vorbei, als beispielsweise die App der SBB die Revolut-Karte nicht akzeptierte.

Bargeldbezug

Mit dem Standardangebot von Revolut kann ich gebührenfrei an jedem beliebigen Bancomaten im Zeitraum von 30 Tagen total 200 Franken Bargeld beziehen. Im In- und Ausland. Alles was darüber geht, kostet 2% der jeweiligen Betragsauszahlung.

Ergänzende, gebührenfreie Produkte

Nutze Twint – die P2P-Funktion ermöglicht die Nutzung der Revolut Kreditkarte als Alleinkarte. Gebührenpflichtige Maestro- und Kreditkarten entfallen. Twint macht den Bancomaten.

  • Deine Freunde bezahlen in bar, du überweist deinen Anteil mit Twint
  • Frage deine Freunde nach 50 oder 100 Franken, bezahlen ihnen mit Twint den Cash-Betrag zurück

Die Cashback Kreditkarte von Swisscard ist für Revolut ein weiteres unterstützendes Produkt. Teiweise für Buchungen, die eine Betragsreservation voraussetzen wie Hotel oder Mietauto.

Die Geldlunge – das Privatkonto

Für den Geldtransfer an Revolut, für Gutschriften (Lohn, Abrechnungen etc.), Daueraufträge und allgemeine In- und Auslandzahlungen fehlt noch das Schweizer Bankkonto.

Immer mehr Banken verkaufen ihre Einzelprodukte im Paket, bestehend aus Privatkonto, Maestrokarte und Kreditkarten – Einzelprodukte (Privatkonto) wurden oft preislich unattraktiv gemacht.

Bei meiner (Kantonalbank-)Recherche ist das Servicekonto «easy» der Glarner Kantonalbank positiv auffallend:

  • Einzelprodukt für digitale Kunden, keine Vermögensbedingung
  • Digitaler Teil-Eröffnungsprozess (Identifikation)
  • Kontoführung: 1 Franken/Monat – 12 Franken/Jahr
  • Kostenlose SEPA-Zahlungen
  • Kostenlose Konto-Saldierung und Aufhebung der Geschäftsbeziehung
  • Digital-affine Kantonalbank (GLKBdirekt/Online-Finanzprodukte)
  • Unverkennbarer Glarner-Dialekt

Kann ich als Nicht-Glarner, Nicht-Ostschweizer ein Konto bei der Glarner Kantonalbank eröffnen? Ja. Auf meine schriftliche Anfrage antwortet mir Patrik Gallati, Mitglied der Geschäftsleitung der Glarner Kantonalbank:

«Ja, wir sind empfänglich für Neukunden ausserhalb unseres Kantons. Mit unseren Online-Angeboten wie bspw. hypomat.ch sind wir seit über 6 Jahren in der ganzen Deutschschweiz aktiv und haben damit schon viele ausserkantonale Kunden gewonnen. Auch unsere anderen Produkte und Dienstleistungen stehen Kunden aus der ganzen Schweiz offen.»

Ja, es geht

Revolut ist für den Schweizer Alltag ziemlich gut gerüstet. Es braucht weniger als man denkt – ein Basiskonto einer digial-engagierten Kantonalbank vervollständigt passend die Nutzung der Revolut-App.

Sparpotential

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Für Grossansicht, klicke auf das Bild

  • 440 Franken/jährlich: Revolut-Kreditkarte gegenüber einer Visa Classic Card von Swisscard.
  • Bei einem Kontowechsel (Zahlenkonto) besteht durchaus ein weiteres Sparpotential im Rahmen 50 bis 150 Franken jährlich.
  • Zu guter Letzt – Lebenszeit: Vorbei die Zeiten mit wiederkehrenden Gebührenvergleichen auf Onlineportalen. Keine Gedanken mehr aufwenden, ob nun die Bankmaestro- und -kreditkarte im Auslandgebrauch günstiger ist.

Gibt es weiter Kombinationen – Revolut / Schweizer Privatkonto? Die Leser sind auf deine Erfahrungen und Ideen gespannt; nutze bitte die Kommentarfunktion.


Weiterführende Informationen

Sie möchten Ihre Bankprodukte optimieren, eine unabhängige Zweitmeinung anhören (Privatkonto, Hypotheken, Basisprodukte) oder Sie haben eine Fachfrage? Lassen Sie uns darüber reden. Kontaktaufnahme (E-Mail).

Patrick Huber 12. Februar 2019